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Leitungsbau/

Netzausbau-Stopp? rbv warnt vor Kurswechsel bei Erdverkabelung

Netzausbau-Stopp? rbv warnt vor Kurswechsel bei Erdverkabelung
Beim Pressegespräch des rbv (v.l.): Vizepräsident Alexander Heidel, Präsident Dr. Ralph Donath und Hauptgeschäftsführerin Martina Buschmann | Foto: rbv/Sabine Grothues

Der Rohrleitungsbauverband schlägt Alarm: Auf der IFAT 2026 in München kritisierte der rbv die schleppende Umsetzung des Netzausbaus. Trotz steigenden Bedarfs an Strom-, Wasserstoff- und Wärmenetzen fehlten klare politische Vorgaben.


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„Die Anforderungen sind seit Jahren bekannt, aber die entscheidenden politischen Festlegungen lassen weiter auf sich warten“, sagt Dr. Ralph Donath, Präsident des rbv. Für die Unternehmen im Leitungsbau entstehe dadurch eine paradoxe Situation: Sie sollen enorme Kapazitäten für Strom-, Wasserstoff-, Wärme- und Wassernetze vorhalten, wissen aber nicht, für welche konkreten Projekte diese am Ende benötigt werden. „So lässt sich der Netzausbau nicht verlässlich voranbringen“, mahnt Donath.

Diese Unsicherheit hat direkte Auswirkungen auf die Betriebe. Martina Buschmann, Hauptgeschäftsführerin des rbv, betont, dass die Branche zwar bereitstehe und investieren wolle, Entscheidungen über Personal und Technik jedoch verlässliche Rahmenbedingungen voraussetzen. Aktuell würden Kapazitäten blockiert, weil politische Weichenstellungen ausbleiben oder bestehende Ziele immer wieder infrage gestellt werden.

Streitpunkt Erdverkabelung: Ein drohender Kurswechsel

Ein zentrales Beispiel für die aktuelle Instabilität ist der geplante Strategiewechsel beim Stromnetzausbau. Die Koalition aus CDU/CSU und SPD plant, neue Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) künftig vorrangig als Freileitungen statt als Erdkabel umzusetzen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde Ende April vom Bundeskabinett beschlossen. Der rbv bildet gemeinsam mit einer breiten Allianz von Verbänden eine geschlossene Front gegen dieses Vorhaben.

Verzögerungen beim Gebäudemodernisierungsgesetz

Auch im Bereich der Wärmeversorgung herrscht Unklarheit. Zwar begrüßt der rbv die Eckpunkte des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) – insbesondere die Anerkennung von Wasserstoff und Biomethan als klimaneutrale Brennstoffe –, doch die Umsetzung stockt. Ein finaler Gesetzentwurf liegt noch nicht vor, und das Ziel, das Gesetz zum 1. Juli 2026 in Kraft treten zu lassen, gilt mittlerweile als kaum noch realisierbar. Für den Leitungsbau bedeutet dies eine Fortsetzung der Hängepartie: Wichtige Investitionen in die Wärmeinfrastruktur bleiben aufgrund der unklaren Rechtslage vorerst aus.

Fazit: Die Energiewende entscheidet sich in der Praxis

Die Botschaft des rbv ist unmissverständlich: Die Klimaziele Deutschlands sind massiv gefährdet, wenn der Netzausbau nicht sofort priorisiert und beschleunigt wird. Solange zentrale Fragen zur Netznutzung und technologischen Ausrichtung unbeantwortet bleiben, wird der Ausbau dem Bedarf hinterherlaufen. „Die Energiewende entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern in der Umsetzung“, so Dr. Ralph Donath abschließend. „Solange zentrale Fragen ungeklärt bleiben, wird der Ausbau weiter hinter dem Bedarf zurückbleiben. Diese Entwicklung muss dringend gestoppt werden.“

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