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Fernwärme-Sektor fordert regulatorische Kurskorrektur

Mit einer Rekordbeteiligung von über 1.100 Experten unterstrichen die Fachtage Fernwärme in Kassel den Status der leitungsgebundenen Wärmeversorgung als Rückgrat der Dekarbonisierung. Doch hinter den Kulissen der Fachausstellung herrscht Alarmstimmung: Fehlende Rechtssicherheit und eine Unterfinanzierung der Förderinstrumente gefährden die ambitionierten Ausbauziele.

AGFW Fachtage Kassel: Fernwärme als Schlüssel zur Energiewende
Fernwärme ist ein zentraler Faktor für das Gelingen der Energiewende – Versorger fordern verlässliche Rahmenbedingungen von der Politik. | Foto: AGFW

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Vom Kalibrierschlauch zum Werkzeug in der grabenlosen Sanierung

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Die diesjährigen Fachtage des AGFW (Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK) markierten einen Wendepunkt in der Branchenkommunikation. In 16 spezialisierten Fachseminaren diskutierten Vertreter von Energieversorgungsunternehmen (EVU), Kommunen und Technikdienstleistern die drängendsten Herausforderungen der Branche:

  • Kommunale Wärmeplanung (KWP): Strategien zur Verzahnung von Netzausbau und kommunalen Zielen.
  • Technologische Innovation: Integration von Großwärmepumpen und industrieller Abwärme.
  • Rechtssicherheit: Die Auswirkungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes auf die Netzanschlussstrategie.

Investitionshemmnis Wärmelieferverordnung: Das Ende der Kostenneutralität gefordert

Ein zentrales Thema der Fachvorträge war die stagnierende Novellierung der Wärmelieferverordnung (WärmeLV). AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch verdeutlichte in seiner Analyse, dass das geltende Kostenneutralitätsgebot in seiner aktuellen Form ein massives Hindernis für den Bestandsumbau darstellt. Ohne eine Flexibilisierung dieses Rahmens ließen sich die notwendigen Investitionen in die Dekarbonisierung bestehender Netze kaum wirtschaftlich auf die Endkunden umlegen, was den Hochlauf de facto ausbremse.

Finanzierungslücke in der BEW: Forderung nach 3,5 Mrd. Euro p.a.

Der designierte Nachfolger Frank Mattat nutzte die Bühne in Kassel für eine klare finanzpolitische Forderung. Um die Transformation der Netze bis 2030 und darüber hinaus sicherzustellen, reiche das aktuelle Budget der Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) nicht aus.

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„Wir operieren derzeit mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro. Um die Milliardeninvestitionen der Branche stabil zu flankieren, ist eine Aufstockung auf mindestens 3,5 Milliarden Euro jährlich zwingend erforderlich“, so Mattat.

Besonderes Augenmerk legte er zudem auf die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), die im Kontext der Versorgungssicherheit und Resilienz der Energiesysteme weiterhin eine Schlüsselrolle spiele und nicht durch regulatorische Benachteiligung im Rahmen des „Wärmepakets“ geschwächt werden dürfe.

Level Playing Field als Voraussetzung

Die Branche fordert ein Ende der Diskriminierung gegenüber Einzelheizungslösungen. Ein echtes „Level Playing Field“ im Gebäudemodernisierungsgesetz sei die Grundvoraussetzung, um Fernwärme als wettbewerbsfähige und nachhaltige Lösung zu positionieren.

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