Automatisiert ermitteln, gezielt handeln
Das öffentliche Kanalnetz ist ein zentrales Element der kommunalen Infrastruktur â oft unsichtbar, aber von unschĂ€tzbarem Wert. Es stellt einen der gröĂten Vermögenswerte einer Kommune dar, dessen Erhalt ĂŒber Jahrzehnte hinweg eine Generationenaufgabe ist. SchĂ€den mit hoher PrioritĂ€t erfordern sofortige MaĂnahmen, doch in vielen Kommunen fĂŒhren Personal- und BudgetengpĂ€sse zu Sanierungsstaus. Neben akuten SchĂ€den gilt es, den altersbedingten VerschleiĂ kontinuierlich auszugleichen.

Die Herausforderung liegt nicht nur im Erkennen von SchĂ€den, sondern in der gezielten Planung wirtschaftlich sinnvoller SanierungsmaĂnahmen. Dabei spielt die Wahl des richtigen Verfahrens â Reparatur, Renovierung oder Erneuerung â eine SchlĂŒsselrolle. Hinzu kommt die Frage nach dem baulichen Abnutzungsgrad, der sich ausdrĂŒckt in der sogenannten Substanzklasse. WĂ€hrend die Zustandsklassifizierung primĂ€r auf die PrioritĂ€t der Schadensbeseitigung blickt, zeigt die Substanzklassifizierung, ob Reparaturen sich langfristig lohnen oder ob investive MaĂnahmen wirtschaftlich sinnvoller sind.
Zielsetzung und methodischer Ansatz
Im Rahmen einer Masterarbeit wurde ein automatisiertes Verfahren zur Ermittlung des Sanierungsbedarfs in Kanalnetzen entwickelt. Die Untersuchung wurde anhand der Kanalnetzdaten einer mittelgroĂen westfĂ€lischen Kreisstadt durchgefĂŒhrt. Die LĂ€nge des Kanalnetzes betrĂ€gt 214 km, was einer Haltungsanzahl von 6.000 StĂŒck entspricht. FĂŒr die Untersuchung wurden nur nach EU-Norm [1] untersuchte Haltungen herangezogen, daher waren von den 6.000 Haltungen nur 2.744 verwertbar. KernstĂŒck ist die Entwicklung eines softwarebasierten EntscheidungsunterstĂŒtzungssystem zur substanzbezogenen Auswahl des geeigneten Sanierungshauptverfahrens. Dabei wird neben der Zustandsbewertung auch die bauliche Substanz in die Analyse einbezogen. Sie gibt an, welcher Abnutzungsvorrat fĂŒr die abwassertechnische Anlage noch vorhanden ist. Auf dieser Grundlage wird jede Haltung in einer Skala von 0 (stark abgenutzt) bis 5 (keine bzw. vernachlĂ€ssigbare Abnutzung) eingeordnet, was als Substanzklasse definiert ist.
In der Praxis wird hĂ€ufig der dynamische Kostenvergleich [2] als Entscheidungskriterium fĂŒr das Hauptsanierungsverfahren eingesetzt. In dieser Arbeit wird dessen Genauigkeit und SensitivitĂ€t in Vergleich zu dem substanzbezogenen Ansatz hinsichtlich der Eignung kritisch hinterfragt.
Die Vorgehensweise basiert auf folgenden Schritten:
- Datenvorbereitung: Bereinigung der Inspektionsdaten, PlausibilitĂ€tsprĂŒfung und Ausschluss von nach ATV-M 143 Teil 2 [3] kodierter Haltungen.
- Zuordnung von möglichen SanierungsmaĂnahmen: VerknĂŒpfung von Schadenskodierungen mit konkreten Sanierungstechniken, unter BerĂŒcksichtigung der Bauweise (offen/geschlossen) und technischer Einsatzgrenzen.
- Berechnung der Abnutzung: Berechnen der Substanzklasse sowie Abnutzung auf Grundlage der SubKanS-Vorgehensweise [5]
- Algorithmische Umsetzung: Programmierung der Entscheidungslogik auf JavaScript Ebene.
- Eliminierung redundanter VorschlĂ€ge: Zusammenfassung mehrfach genannter MaĂnahmen, um Ăberschneidungen zu vermeiden.
- Kostenermittlung: Berechnung der Gesamtkosten je MaĂnahme fĂŒr Reparatur, Renovierung und Erneuerung sowie DurchfĂŒhrung eines dynamischen Kostenvergleichs.
- Auswahl des Hauptverfahrens substanzbasiert und kostenbasiert: Festlegung des Hauptverfahren nach Substanz und nach dynamischem Kostenvergleich und DurchfĂŒhrung eines Vergleiches und GenauigkeitsprĂŒfung.
Grundlage der Substanzberechnung bei der Vorgehensweise nach SubKanS
Im Rahmen der Zustandsklassifizierung gemÀà DWA-M 149-3 [4] wird die SanierungsprioritĂ€t auf Basis des jeweils gravierendsten Einzelschadens bestimmt. Der Fokus liegt dabei auf der Beurteilung der gegenwĂ€rtigen FunktionserfĂŒllung, Aussagen ĂŒber die GesamtqualitĂ€t der Bausubstanz sind dabei nicht ableitbar. Aus diesem Grund ergibt sich der Bedarf nach einem einheitlichen Verfahren zur baulichen Substanzklassifizierung.
Im Rahmen des Forschungsvorhabens SubKanS [5] wurde ein Standard zur Bewertung und Klassifizierung der baulichen Substanz von AbwasserkanÀlen entwickelt.
Die vorrangige Zielstellung des SubKanS-Modells ist die Entwicklung eines einheitlichen und praxisrelevanten Verfahrens zur Beschreibung und Klassifizierung der baulichen Substanz als Grundlage fĂŒr die Ermittlung des vorhandenen Abnutzungsvorrat sowie ergĂ€nzend die Ableitung einer Zuordnung von Sanierungshauptverfahren (Erneuerung, Renovierung oder Reparatur). Dieser Ansatz bewertet die bauliche Abnutzung von AbwasserkanĂ€len auf Basis der Schadensprotokolle. Jeder Einzelschaden wird nach den Schutzzielen Dichtheit, Standsicherheit und Betriebssicherheit klassifiziert. SchĂ€den werden nach Schadensart in Punkt-, Umfang- und StreckenschĂ€den sowie in drei AusprĂ€gungen (durchdringend, oberflĂ€chlich, ohne baulichen Bezug) eingeteilt. Daraus lĂ€sst sich das Schadensgewicht berechnen. Das Schadensgewicht gibt Aufschluss ĂŒber die Schwere und das AusmaĂ von SchĂ€den innerhalb einer Haltung und lĂ€sst sich durch drei Parameter berechnen: SchadenslĂ€nge, Klassengewicht und Startgewicht. Das Klassengewicht nimmt Werte zwischen 0 (entsprechend Schadensklasse 5) und 1 (entsprechend Schadensklasse 0) an und beschreibt die relative Gewichtung eines Schadens in AbhĂ€ngigkeit von der zugeordnete Schadensklasse. Das Startgewicht stellt eine relative Gewichtung des Schadens dar, basierend auf Schadensart und -ausprĂ€gung.
Das Schadensgewicht wird fĂŒr alle SchĂ€den berechnet. Aus der Summe der einzelnen Schadensgewichte wird die zugrunde liegende absolute BruttoschadenslĂ€nge (BSLabs) ermittelt, um durch folgende Gleichung die Abnutzung (ABNrel) zu berechnen.

Die Substanz (SUB) korrespondiert mit der Abnutzung und wird als Differenz zum schadenfreien Zustand berechnet:
SUB = 100% - ABN [5]
AnschlieĂend wird die Substanzklasse mit Hilfe von Tabelle 1 bestimmt.
Substanzklasse SBK | Zustandsbeschreibung |
5 | Sehr gute bis vollstÀndige Substanz / VernachlÀssigbare bis keine Abnutzung |
4 | Gute Substanz / Geringe Abnutzung |
3 | Ausreichende Substanz / Fortschreitende Abnutzung |
2 | Schlechte Substanz / Hohe Abnutzung |
1 | Sehr schlechte Substanz / Kritische Abnutzung |
0 | Substanz vollstÀndig aufgezehrt / VollstÀndige Abnutzung |
Tab. 1: Substanzklassen gem. SubKanS Modelle [5]
Abbildung 1 verdeutlicht den Unterschied zwischen Zustandsklasse und Substanzklasse. Eine Haltung mit hoher SanierungsprioritĂ€t (z.âŻB. PrioritĂ€t 1a) kann dennoch eine gute Bausubstanz aufweisen. In solchen FĂ€llen lĂ€sst sich der Sollzustand durch eine kostengĂŒnstige ReparaturmaĂnahme effizient wiederherstellen. Im Gegensatz dazu kann eine Haltung mit mittlerer SanierungsprioritĂ€t aufgrund zahlreicher EinzelschĂ€den und hoher Schadensdichte eine erhebliche Abnutzung aufweisen. Hier sind investive Sanierungsverfahren erforderlich, um den Sollzustand nachhaltig zu wiederherzustellen.
Programmtechnische Umsetzung
Zuordnung von SanierungsmaĂnahmen zu Schadenkodierungen
Nach der Datenvorverarbeitung und PlausibilitĂ€tsprĂŒfung wurden fĂŒr jeden Einzelschaden passende SanierungsmaĂnahmen basierend auf Schadenskodierung, Charakterisierung und ingenieurtechnischer Erfahrung ausgewĂ€hlt. Je nach Schadenstyp (punktuell oder streckengebunden) wurden unterschiedliche MaĂnahmen definiert. Schwere SchĂ€den wie Rissbildung mit stĂ€rkeren Rohrverformungen fĂŒhren zu offener Bauweise. Komplexere FĂ€lle ohne eindeutige Lösung erfordern individuelle Entscheidungen. Zur automatisierten Umsetzung im System wurden sĂ€mtliche MaĂnahmen abschlieĂend in drei Funktionen integriert, die den Sanierungshauptverfahren Reparatur, Renovierung und Erneuerung zugeordnet sind.
Eliminierung ĂŒberlagernder SchĂ€den
Ein zentrales Problem bei der algorithmischen Umsetzung ist die Ăberlagerung verschiedener Schadensarten, etwa von Punkt- und StreckenschĂ€den. Um redundante MaĂnahmen zu vermeiden, wurde eine Matrix aus allen Schadenskodes erzeugt und fĂŒr die jeweilige Kombination der SchĂ€den eine SanierungsmaĂnahme vorgeschlagen. Deswegen legt die Schadenskombinationsmatrix fest, welche MaĂnahme bei Ăberlagerungen PrioritĂ€t hat. Sanierungen in offener Bauweise haben dabei Vorrang und ĂŒberlappende SanierungsmaĂnahmen (z.âŻB. Kurzliner) werden entfernt oder angepasst, um Doppelbelegungen zu verhindern. Abbildung 2 zeigt drei Teilbilder. Bild A veranschaulicht einen Haltungsschnitt mit drei festgestellten SchĂ€den: einem Rohrbruch (BAC), einer verschobenen Verbindung (BAJ) sowie sichtbarem Boden (BAO) entlang einer Rissbildung im LĂ€ngsschnitt (BAB). Bild B stellt die zunĂ€chst vorgeschlagenen SanierungsmaĂnahmen vor der Eliminierung doppelter MaĂnahmen dar. Hierbei wurde fĂŒr den Schaden BAB ein Kurzliner vorgesehen, wĂ€hrend fĂŒr die SchĂ€den BAC und BAJ eine Sanierung in offener Bauweise empfohlen wurde. BAO tritt nur in Verbindung mit anderen SchĂ€den als SekundĂ€rschaden auf und benötigt keine separate Sanierung. Da die Bereiche, die ausgetauscht werden sollen, keinen Kurzliner erfordern, muss die entsprechende LĂ€nge aus der SanierungslĂ€nge des Kurzliners herausgeschnitten werden. Bild C stellt die vorgeschlagenen SanierungsmaĂnahmen nach der Eliminierung der ĂŒberlappende Sanierungsstrecken im Rahmen einer Reparatur der Haltung dar.

Abbruchkriterien
Wahl des Sanierungshauptverfahrens
Um eine technisch fundierte Auswahl von SanierungsmaĂnahmen zu ermöglichen, muss die Abnutzungsgrenze projektspezifisch festgelegt werden. Dies erfolgt durch eine ingenieurmĂ€Ăige Begutachtung einer reprĂ€sentativen Auswahl verschiedener Haltungen mit unterschiedlichen Schadens- und Zustandsklassen. Das Modell â insbesondere die Abnutzungsgrenze und die Abbruchkriterien â wurde so angepasst, dass eine möglichst hohe Ăbereinstimmung zwischen den automatisch ermittelten SanierungsvorschlĂ€gen und der ingenieurtechnischen Planung erreicht werden konnte.
Die Abnutzungsgrenze definiert den Punkt, ab dem eine MaĂnahme von einer Reparatur zu einer investiven Sanierung wechselt. Der Wert wurde so gewĂ€hlt, dass er den Ergebnissen der ingenieurtechnischen Planung, die als Referenz (âWahrheitâ) gilt, am nĂ€chsten kommt.
Da die Festlegung dieser Grenze stark von der Vorgehensweise des jeweiligen Betreibers abhĂ€ngt, ist sie benutzerdefiniert einstellbar. Die Abnutzungsgrenze des Modells wurde in dieser Arbeit durch eine detaillierte ingenieurtechnische Analyse einer Auswahl reprĂ€sentativer Haltungen kalibriert. Die ermittelten Werte liegen im Bereich von 25 % bis 35 % fĂŒr Nennweiten †1000 mm sowie 40 % bis 50 % fĂŒr gröĂere Nennweiten. GrundsĂ€tzlich kann der Betreiber eine beliebige Abnutzungsgrenze festlegen; diese kann sich jedoch bei anderen DatensĂ€tzen unter anderen Rahmenbedingungen verĂ€ndern.
Ergebnisse und GegenĂŒberstellung mit dem dynamischen Kostenvergleich
Die entwickelte Methodik wurde an realen Kanalabschnitten erprobt und mit ingenieurtechnischen SanierungsvorschlĂ€gen verglichen. Durch iterative Anpassungen der Abnutzungsgrenze konnte die automatisierte Bewertung eine Ăbereinstimmung von 83âŻ% mit den ingenieurtechnischen Empfehlungen erreichen. Unter idealen Rahmenbedingungen ist eine Ăbereinstimmung von bis zu 95âŻ% möglich.
Die festgestellten Abweichungen zwischen automatisierter Bewertung und ingenieurmĂ€Ăiger Sanierungsplanung sind nicht auf MĂ€ngel der Methodik zurĂŒckzufĂŒhren, sondern auf die subjektive Komponente technischer Entscheidungen. Ingenieure berĂŒcksichtigen neben normativen Vorgaben auch persönliche Erfahrungswerte, individuelle RisikoeinschĂ€tzungen sowie strategische Zielsetzungen. Dadurch können unter identischen objektiven Voraussetzungen unterschiedliche MaĂnahmen gewĂ€hlt werden. Bei konsequenter Anwendung der DWA-Regelwerke und einer einheitlichen Entscheidungsstrategie lĂ€sst sich die Ăbereinstimmung mit den automatisierten Ergebnissen jedoch deutlich steigern â bis hin zu 95âŻ%.
Der dynamische Kostenvergleich (DKV) wird sehr hĂ€ufig als Entscheidungskriterium zur Auswahl des Sanierungshauptverfahrens eingesetzt, berĂŒcksichtigt jedoch ausschlieĂlich die Kostenseite. Die ZweckmĂ€Ăigkeit und Genauigkeit wurden im Rahmen dieser Arbeit fĂŒr die möglichen Sanierungshauptverfahren (Reparatur, Renovierung und Erneuerung) untersucht. Die Nutzungsdauern dieser Varianten sind benutzerdefiniert und werden in der Praxis oft recht willkĂŒrlich so festgelegt, dass nach Ende des Betrachtungszeitraums keine Restnutzungsdauern bei einzelnen Hauptverfahren verbleiben, die das Ergebnis verfĂ€lschen.
Abbildung 3 zeigt die SanierungsvorschlĂ€ge auf Basis der substanzbezogenen Vorgehensweise (SubKanS-Ansatz) im Vergleich zu den Ergebnissen des dynamischen Kostenvergleichs (DKV) bei drei unterschiedlichen angenommenen Reparatur-Nutzungsdauern (10, 15 und 20 Jahre). Von den drei Varianten weist DKV15 die gröĂte Ăbereinstimmung mit SubKanS-Ansatz auf, wĂ€hrend DKV10 und DKV20 deutlichere Abweichungen zeigen. Dies unterstreicht den erheblichen Einfluss der angenommenen Nutzungsdauer auf das wirtschaftliche Ergebnis im DKV.
Besonders kritisch ist dabei die Festlegung der Nutzungsdauer â insbesondere bei Reparaturverfahren â, da sie mit hoher Unsicherheit behaftet ist. Belastbare empirische Daten fehlen weitgehend, was die Aussagekraft und Genauigkeit des DKV deutlich einschrĂ€nkt.

Auch die potenzielle Entwicklung weiterer SchĂ€den an anderen Stellen infolge fortschreitender Alterung kann im DKV lediglich ĂŒber spekulative Annahmen zu Kostensteigerungen ĂŒber die Nutzungsdauer berĂŒcksichtigt werden.
Auch die Annahme weiterer Reparaturen im Rahmen zukĂŒnftiger Reinvestitionen sowie die EinschĂ€tzung, ab wann ausschlieĂlich investive MaĂnahmen sinnvoll und zielfĂŒhrend sind, unterliegt erheblichen Spekulationen. HĂ€ufig fehlt auch hierfĂŒr eine belastbare wissenschaftliche Grundlage, was die Planungssicherheit und Aussagekraft entsprechender Bewertungen deutlich einschrĂ€nkt.
Abbildung 4 zeigt eine Beispielhaltung, fĂŒr die der dynamische Kostenvergleich die Variante Reparatur als Vorzugsvariante ausweist.

Fazit und Ausblick
Mit der entwickelten Methode kann im Sinne eines EntscheidungsunterstĂŒtzungssystems die Sanierungsplanung auf Konzeptebene fundierter, transparenter und effizienter erfolgen, wobei sie keine detaillierte Sanierungsplanung ersetzt. Die Methode ermöglicht eine erste grobe EinschĂ€tzung des Netzzustands sowie eine entsprechende AbschĂ€tzung der Kosten und des Personalbedarfs. Dadurch unterstĂŒtzt sie eine schnelle und fundierte strategische Entscheidungsfindung sowohl in kaufmĂ€nnischer als auch in personeller Hinsicht.
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Dabei ist zu beachten, dass bei der automatisierten Ermittlung von SanierungsvorschlĂ€gen ausschlieĂlich die innerhalb des Rohres erfassten Randbedingungen berĂŒcksichtigt werden, insbesondere das festgestellte Schadensbild. In der detaillierten ingenieurmĂ€Ăigen Sanierungsplanung hingegen flieĂen zusĂ€tzlich weitere Rahmenbedingungen der Ărtlichkeit ein, wie etwa die Anfahrbarkeit der Baustelle, die Art und IntensitĂ€t der Ăberbauung, vorhandene PlatzverhĂ€ltnisse oder sonstige logistische EinschrĂ€nkungen. Diese externen Faktoren können maĂgeblichen Einfluss auf die Wahl des Sanierungsverfahrens, den Zeitplan sowie die Kosten haben und sind daher im nachfolgenden detaillierten Planungsprozess unverzichtbar.
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ZukĂŒnftig könnten weitere Verbesserungen erzielt werden durch:
- Erweiterung der Datengrundlage des Modells um gröĂere Nennweiten und Sonderprofile
- Optionale Einstellung zu SchÀden untergeordneter Schadensklassen 3 bis 4
- Einbeziehung von Prognosen zur Restnutzungsdauer auf der Basis von Kanalalterungsmodellen.
- VerknĂŒpfung mit GIS-Systemen, um die SanierungsmaĂnahmen rĂ€umlich zu optimieren.
Die Arbeit zeigt, dass eine datenbasierte, automatisierte Sanierungsplanung auf der Grundlage von Betrachtungen zur baulichen Substanz eine frĂŒhzeitige realistische EinschĂ€tzung des Sanierungsbedarfs ohne aufwĂ€ndige Einzelauswertungen erlaubt.
Sie trÀgt so dazu bei, knappe personelle und finanzielle Ressourcen zielgerichtet bei der Sicherung der Lebensdauer von Kanalnetzen einzusetzen.
Weiterlesen:
Literatur
[1] | Zustandserfassung von EntwĂ€sserungssystemen auĂerhalb von GebĂ€uden â Teil 2: Kodiersystem fĂŒr die optische Inspektion Gemeinschaftspublikation DIN EN 13508-2 / DWA-M 149-2, ergĂ€nzte Fassung: Stand September 2023. Hennef: DWA. ISBN 978-3-88721-814-0 |
[2] | Leitlinien zur DurchfĂŒhrung dynamischer Kostenvergleichsrechnungen (KVR-Leitlinien) Deutsche Vereinigung fĂŒr Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.âŻV. (Hrsg.). (2012). (8., ĂŒberarb. Aufl.). Hennef: DWA. ISBN 978-3-941897-55-7 |
[3] | Inspektion, Instandsetzung, Sanierung und Erneuerung von AbwasserkanĂ€len und -leitungen â Teil 2: Optische Inspektion (ATV-M 143-2) Abwassertechnische Vereinigung, Ausgabe April 1999, Hennef. (ZurĂŒckgezogen, ersetzt durch DIN EN 13508-2 und DWA-M 149-2) |
[4] | Zustandserfassung und -beurteilung von EntwĂ€sserungssystemen auĂerhalb von GebĂ€uden â Teil 3: Beurteilung nach optischer Inspektion (Merkblatt DWA-M 149-3) Deutsche Vereinigung fĂŒr Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA), Hennef: DWA, Mai 2024. ISBN 978-3-96862-701-4 (Print), ISBN 978-3-96862-702-1 |
[5] | Abschlussbericht des Verbundvorhabens âEntwicklung eines Standards zur Bewertung und Klassifizierung der baulichen Substanz von Kanalisationen (SubKanS)â im Förderschwerpunkt Wissenstransfer durch Normung und Standardisierung des BMWi, Förderkennzeichen 03TNH007 A-J |
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