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Gebäudebegrünung: Hitzeschutz & Starkregen-Retention im GaLaBau

Gebäudebegrünung

Schutz gegen Hitze und Überflutungen

26.06.2026, 14:29, aktualisiert 26.06.2026, 14:51
BERLIN
Gebäudebegrünung: Hitzeschutz & Starkregen-Retention im GaLaBau
Dreifacher Nutzen: Artenreiche Extensivbegrünungen fördern die Biodiversität, speichern Regenwasser und sorgen für natürliche Kühlung. | Foto: Bundesverband GebäudeGrün

Angesichts der hohen Temperaturen in diesem Sommer gerät der Hitzeschutz in Kommunen im stärker in den Fokus. Dach- und Fassadenbegrünungen schirmen Gebäude vor direkter Sonneneinstrahlung ab und sorgen durch Verdunstung für Kühlung. So leisten sie einen Beitrag zur Klimaanpassung und zur Verbesserung der Lebensqualität in urbanen Räumen, teilt der Bundesverband Gebäudegrün (BuGG) mit.


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Zunehmende Temperaturrekorde und Extremwetterereignisse verdeutlichen, wie dringend Städte an die Folgen des Klimawandels angepasst werden müssen. Hitzestress und Überflutung vorzubeugen, gehört zur Stadtentwicklung der Zukunft. Darauf weist der BuGG hin. Im Fokus steht eine wassersensible Planung mit Gründächern, um Überschwemmungen vorzubeugen. Gleichzeitig spielten Pflanzen auf Dächern und an Fassaden bei der Hitzeanpassung eine Rolle. Durch Verschattung und Verdunstung tragen sie demnach zur Kühlung von Gebäuden und ihrer Umgebung bei und wirken so dem städtischen Hitzeinseleffekt entgegen. Der Fachverband nennt Fakten zu den positiven Wirkungen von Gebäudegrün.

Umgebung wird gekühlt

Wie der BuGG berichtet, zeige eine gemeinsame Modellanalyse mit dem Deutschen Wetterdienst für die Stadt Essen, dass Orte mit einem sehr hohen Flächenanteil an Dachbegrünung von der kühlenden Wirkung der Dachbegrünung (-0,7 Kelvin) profitieren. 850 Quadratmeter Fassadenbegrünung erbringen die Transpirationsleistung und Sauerstoffproduktion von 45 Klimakühlgeräten mit acht Stunden Betriebsdauer und einer Leistung von 3.000 Watt, teilt der Verband mit Verweis auf das Ergebnis einer Studie der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und der Technischen Universität Wien (TU) mit.

Laut einer Studie der TU Berlin könne eine flächendeckende Begrünung an der Fassade die sommerliche Wärmebelastung um bis zu 52 Prozent senken, gerade in Bereichen mit hohem Versiegelungsgrad und geringer Luftzirkulation.

Wiederum eine internationale Analyse zur Wirkung von Fassadenbegrünungen auf urbane Wärmebelastungen in mehreren europäischen Städten kommt laut BuGG zu dem Ergebnis, dass vertikale Begrünungen die lokale Lufttemperatur im Umgebungsbereich um bis zu fünf Grad senken können – abhängig von Exposition, Begrünungsdichte und Bewässerung.

Wasser wird bei Starkregen zurückgehalten

Gründächer, besonders Retentionsgründächer, speichern Niederschlagswasser in einer speziellen Dränschicht und geben es zeitverzögert über eine Drossel wieder ab, erläutert der Verband. Dadurch würden besonders bei Starkregenereignissen große Wassermengen zurückgehalten und die Kanalisation deutlich entlastet. Das reduziere den Bedarf an großen Rohrdimensionierungen und zusätzlichen Regenwasserrückhaltebecken. Zugleich stehe ein Teil des gespeicherten Wassers den Pflanzen zur Verfügung.

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Der Spitzenabflussbeiwert (Cs) bei einer höheren extensiven Dachbegrünung (16 Zentimeter) liegt bei 0,3, das heißt 70 Prozent eines Starkregens wird nicht abgeleitet und entlastet die Kanalisation, so der Fachverband.

Dachabdichtung hält länger

Zudem weist der BuGG noch auf eine gemeinsame Umfrage mit dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks unter Dachdeckerbetrieben hin: Diese habe ergeben, dass die Lebensdauer einer Dachabdichtung bis zur ersten größeren Reparatur unter einem Gründach in rund 55 Prozent der Fälle und unter einem Solargründach in rund 45 Prozent der Fälle mehr als 20 Jahre beträgt.

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Demgegenüber liege die Lebensdauer einer ungeschützten Dachabdichtung bis zur ersten größeren Reparatur in etwa 35 Prozent der Fälle zwischen 16 und 20 Jahren und nur in rund 25 Prozent der Fälle darüber. Bei nicht begrünten Dachabdichtungen mit Photovoltaik-Anlage liege dieser Anteil bei etwa 25 Prozent für 16 bis 20 Jahre und bei rund 15 Prozent für mehr als 20 Jahre.

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Quelle: BuGG

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