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VW Crafter Kastenwagen im Test: Solider Arbeiter für den GaLaBau

Kastenwagen

Nummer sicher: Der VW Crafter im GaLaBau-Test

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Randolf Unruh
17.07.2026, 15:38, aktualisiert 17.07.2026, 16:17
KIEL
VW Crafter Kastenwagen im Test: Solider Arbeiter für den GaLaBau
Der VW Crafter als Kastenwagen mit Dieselmotor ist schon heute ein echter Transporter-Klassiker - und lässt die E-Konkurrenz beim schweren Anhängerbetrieb noch immer alt aussehen. | Foto: Randolf Unruh

Als unaufgeregter, aber bärenstarker Arbeiter ist der VW Crafter im GaLaBau eine Bank im Fuhrpark. Unser Test zeigt, wie sich der solide 3,5-Tonner mit kraftvollem 177-PS-TDI, modernem Cockpit und reichlich Ladevolumen im Arbeitsalltag schlägt – und warum der bewährte Diesel die E-Konkurrenz beim schweren Anhängerbetrieb noch immer alt aussehen lässt.


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Auf der Suche nach einem 3,5-Tonner der gehobenen Sorte gerät er unweigerlich ins Visier: Der VW Crafter gehört seit gut zehn Jahren zu den konstanten Größen. Dabei ist er im Grunde unspektakulär. So sah er nie richtig neu aus, voraussichtlich wird er aber auch niemals alt aussehen. Aber dieser Van ist eine Bank im Fuhrpark, längst befördert zum Vorarbeiter. VW eben, und im Unterschied zu seinem jungen und geklonten kleineren Bruder ein Transporter, über den man nicht viele Worte verlieren muss. Zu dem es aber gerade deshalb Einiges zu sagen gibt.

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Komfortabler Arbeitsplatz mit viel Stauraum

Geräumig, praktisch, hochwertig – ein Arbeitsplatz, der seinesgleichen sucht. | Foto: Randolf Unruh
Geräumig, praktisch, hochwertig – ein Arbeitsplatz, der seinesgleichen sucht. | Foto: Randolf Unruh

Da wäre ein geräumiges Fahrerhaus, hochwertig ausgestattet mit ansprechenden Materialien und prima verarbeitet. Mit Haltegriffen zum Ein- und Aussteigen links und rechts an den richtigen Positionen. Einem geradezu kuscheligen und langstreckentauglichen Sitz. Reichlich Ablagen einschließlich einer großen Sitztruhe und einem Rückenlehnen-Klapptisch in der Mitte.

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Modernes Cockpit trifft auf bewährte Ergonomie

Der Monitor inmitten des Cockpits bietet vielfältige Infos und lässt sich individualisieren. | Foto: Randolf Unruh
Der Monitor inmitten des Cockpits bietet vielfältige Infos und lässt sich individualisieren. | Foto: Randolf Unruh

Der Blick fällt auf ein Lenkrad mit richtigen Tasten, wie es sich gehört. Dahinter leuchtet das aktuelle, konfigurierbare Kombi-Instrument mit blauen Segmenten in den Rundarmaturen bei Anstieg von Tempo und Drehzahl, alles vor schwarzem Hintergrund. Die Ziffern vielleicht etwas klein geraten. Der Tacho reicht optimistisch bis 240 Sachen. Gleich nebenan wächst ein großflächiger Monitor in der Mitte des Cockpits. In Optik und Bedienung eine Zwischenlösung zwischen vermurksten Bedienexperimenten und der bei Pkw inzwischen eingeläuteten Rückkehr zu klassischen VW-Tugenden. Das heißt hier: konfigurierbar mit Direktwahltasten, aber ohne Drehregler für die Lautstärke des Radios und die Klimatisierung, stattdessen die vermaledeiten Slider. Hinzu kommen zeitgemäße Elemente wie schlüsselloser Start und elektronische Feststellbremse.

Blau gemacht: konfigurierbare Instrumente. Verbrauch unter Anspannung nach einer Tempo-Fahrt. | Foto: Randolf Unruh
Blau gemacht: konfigurierbare Instrumente. Verbrauch unter Anspannung nach einer Tempo-Fahrt. | Foto: Randolf Unruh

Niedrige Ladekante und üppiges Ladevolumen

Hinter der wohnlich verkleideten Trennwand erstreckt sich dank Frontantrieb und entsprechend niedrigem Boden – Ladekante hinten 570 mm – ein weitläufiger Laderaum. Mit fast 2,0 m Stehhöhe und knapp 3,5 m Länge. Doch aufpassen, das Maximalmaß gilt nur unten im mittleren Bereich des Bodens. Ebenso simple wie zuverlässige Aufsteller der Hecktüren prägen das Bild, auch die scheunentorgroße Schiebetür und praktische Haltegriffe zum Einsteigen. VW verteilt mehrere LED-Leuchten und verlegt die notwendigen Kabel gut geschützt.

Das Schaltgetriebe? Geht so, attraktiver und empfehlenswerter ist die verfügbare Achtgang-Automatik. | Foto: Randolf Unruh
Das Schaltgetriebe? Geht so, attraktiver und empfehlenswerter ist die verfügbare Achtgang-Automatik. | Foto: Randolf Unruh

Hohe Nutzlast und starke Anhängelast im Einsatz

Der Testwagen brachte leer 2,3 t auf die Waage, das ergibt als typischer 3,5-Tonner 1.200 Kilo für Fahrer und Fracht. Das wäre früher durchschnittlich gewesen, in Zeiten der E-Mobilität mit gewichtigen Batterien ist es ein prima Wert. Überdies darf der Crafter 3,0 t ziehen, wobei das Gesamtzuggewicht auf 6,0 t beschränkt ist. Also her mit dem Anhänger und der Palette mit Gehwegplatten für den Gartenweg, mit dem Fugensand oder dem Minibagger. Das zwingt E-Transporter schnell zur Ladesäule, der Crafter TDI fährt weiter. Getreu der uralten VW-Werbung: „Er läuft und läuft und läuft.“

Solides Fahrwerk mit hohen Sicherheitsreserven

Das Fahrwerk lässt sich von Ballast nicht aus der Ruhe bringen. Der Crafter knickt weder optisch ein noch lässt er im Verkehr nach. Er fährt sich vergleichsweise komfortabel, teilt auch leer nicht über Gebühr aus – trotz 5 bar Luft in den Hinterreifen. Mit zulässigen Achslasten von 1.800 Kilo vorn und deren 2.100 hinten bietet er Reserven für ungleichmäßige Lastverteilung. Nicht zuletzt überzeugt die gut abgestimmte Lenkung.

Kraftvoller TDI-Motor sorgt für zügiges Fortkommen

Crafter heißt auf absehbare Zeit TDI. Hier die kräftigste Variante mit reichlich Mumm. | Foto: Randolf Unruh
Crafter heißt auf absehbare Zeit TDI. Hier die kräftigste Variante mit reichlich Mumm. | Foto: Randolf Unruh
Der TDI tritt hier in der stärksten Ausführung auf, ein Zweilitermotor mit einer Leistung von 130 kW (177 PS) und 410 Nm maximales Drehmoment. Das ist ein ordentliches Pfund und die Basis für prima Fahrleistungen. Jedenfalls für einen Diesel, denn Transporter mit kräftigen E-Motoren schnellen müheloser aus dem Stand. Bis sie dann abriegeln, weil ihnen die Puste ausgeht und auch der Strom. Der Crafter aber zieht durch, läuft laut Papieren 165 Sachen, der Testwagen machte sogar erst bei Tacho 174 halt, das entspricht knapp über 170 km/h. Gab’s in grauer Vorzeit nicht mal den Begriff des Eiltransporters? Hier ist er und macht im Fahrerhaus trotz Diesel nicht mal über Gebühr Lärm. Der kurze erste Gang sichert Zugkraft beladen an Steigungen oder mit Anhänger. Der TDI lässt sich ebenfalls markentypisch vergleichsweise hoch drehen, schwächelt indes bei sehr niedrigen Touren, dann rappelt’s in der Kiste und der VW zeigt ein gewisses Missbehagen.
Das Schaltgetriebe? Geht so, attraktiver und empfehlenswerter ist die verfügbare Achtgang-Automatik. | Foto: Randolf Unruh
Das Schaltgetriebe? Geht so, attraktiver und empfehlenswerter ist die verfügbare Achtgang-Automatik. | Foto: Randolf Unruh

Wirtschaftlicher Verbrauch und enorme Reichweite

Der Verbrauch? Auf Kurzstrecken steht mitunter lediglich eine Sieben vor dem Komma. In voller Fahrt sind es rund 14 l/100 km. Aber da galoppiert der Crafter auch mit einem Tempo, dass sich so mancher die Augen reibt. Auf der gut gewürzten Testrunde, vollbeladen durch Stadt, über Land und auf der Autobahn waren es insgesamt im Schnitt 9,4 l/100 km. Ein guter Wert, wenn auch nicht sensationell. Belässt es VW doch bei einer für die Leistung relativ knappen Gesamtübersetzung. Das steigert die Fahrbarkeit, aber eben auch den Spritdurst auf schnellen Strecken.

Hohe Reichweite schlägt die elektrische Konkurrenz

Auf die Reichweite hat die Angelegenheit indes nur einen überschaubaren Einfluss, denn angesichts von 75 l Tankvolumen sind bei gelassener Fahrweise allemal 700 km oder mehr drin – da senken E-Transporter verschämt die Scheinwerfer. Auf das Rühren im Getriebe könnte man dagegen verzichten, die optionale Achtgang-Automatik anstelle des etwas knochigen Sechsgang-Schaltgetriebes ist gewiss eine lohnende Investition.

Gehobener Preis für erstklassige Qualität

Ebenfalls typisch VW: Ganz billig ist dieser Crafter mit einem Netto-Listenpreis von knapp über 50.000 € nicht. Selbst unter der Berücksichtigung, dass darin die stärkste Maschine und ein Hochdach eingeschlossen sind. Vorarbeiter sind eben ein wenig teurer, auch für den Fuhrpark.

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Technische Daten im Überblick:VW Crafter L3H2 Kastenwagen

Fahrzeug & Motor

Merkmal

Spezifikation

Modell

VW Crafter L3H2 Kastenwagen

Grundpreis netto

50.400 Euro

Bauart Motor

Vierzylinder-Turbodiesel, Common-Rail-Direkteinspritzung, Abgas-Turbolader, Ladeluftkühlung, Oxidationskatalysator, Partikelfilter, SCR-Technik mit AdBlue-Einspritzung

Hubraum

1.968 cm³

Nennleistung

130 kW (177 PS) bei 3.600/min

Max. Drehmoment

410 Nm bei 1.300–2.000/min

Kraftübertragung, Fahrwerk & Bremsen

Merkmal

Spezifikation

Kraftübertragung

Vorderradantrieb, Sechsgang-Schaltgetriebe mit Joystick

Vorderachse

Einzelradaufhängung an McPherson-Federbeinen und unteren Dreiecks-Querlenkern, Stabilisator

Hinterachse

Starrachse mit Einblatt-Parabelfedern, Stabilisator

Reifen

205/75 R 16 C

Bremsen

Vorn und hinten innenbelüftete Scheibenbremsen, ESP mit ABS, ASR, elektronisch geregelte Bremskraftverteilung, Anfahrassistent, Bremsassistent, elektronisch betätigte Feststellbremse

Maße & Gewichte

Merkmal

Spezifikation

Länge/Breite/Höhe

5.986 / 2.040 / 2.590 mm

Radstand

3.640 mm

Wendekreis

13.900 mm

Leergewicht

2.300 kg

Nutzlast

1.200 kg

Zul. Gesamtgewicht

3.500 kg

Zul. Achslast vorn/hinten

1.800 / 2.100 kg

Zul. Anhängelast

3.000 kg

Testwerte & Verbrauch

Merkmal

Spezifikation

Beschleunigung 0–50/80/100 km/h

4,6 / 8,8 / 13,6 s

Elastizität 60–100 km/h (4./5. Gang)

7,7 / 10,1 s

Elastizität 80–120 km/h (6. Gang)

13,3 s

Höchstgeschwindigkeit

170 km/h

Innengeräusche (Stand/50/100 km/h)

43 / 55 / 63 dB(A)

Normverbrauch (WLTP kombiniert)

9,1–10,9 l/100 km

Testverbrauch beladen

9,4 l/100 km

Testverbrauch AdBlue

nicht messbar

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