Kastenwagen
Nummer sicher: Der VW Crafter im GaLaBau-Test

Als unaufgeregter, aber bärenstarker Arbeiter ist der VW Crafter im GaLaBau eine Bank im Fuhrpark. Unser Test zeigt, wie sich der solide 3,5-Tonner mit kraftvollem 177-PS-TDI, modernem Cockpit und reichlich Ladevolumen im Arbeitsalltag schlägt – und warum der bewährte Diesel die E-Konkurrenz beim schweren Anhängerbetrieb noch immer alt aussehen lässt.

Das Aufmaß bleibt im Team, die Genauigkeit auf dem Platz
Effiziente GaLaBau-Vermessung: Der GNSS-Empfänger UNI-GR2 ermöglicht zentimetergenaue Aufmaße und digitale Dokumentation komplett in Eigenregie.
Auf der Suche nach einem 3,5-Tonner der gehobenen Sorte gerät er unweigerlich ins Visier: Der VW Crafter gehört seit gut zehn Jahren zu den konstanten Größen. Dabei ist er im Grunde unspektakulär. So sah er nie richtig neu aus, voraussichtlich wird er aber auch niemals alt aussehen. Aber dieser Van ist eine Bank im Fuhrpark, längst befördert zum Vorarbeiter. VW eben, und im Unterschied zu seinem jungen und geklonten kleineren Bruder ein Transporter, über den man nicht viele Worte verlieren muss. Zu dem es aber gerade deshalb Einiges zu sagen gibt.
Gedeiht die grüne Branche?
Aktuelle Nachrichten zu den Entwicklungen im GaLa-Bau erfahren Sie in unserem Newsletter. Hier abonnieren!
Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz.


Komfortabler Arbeitsplatz mit viel Stauraum

Da wäre ein geräumiges Fahrerhaus, hochwertig ausgestattet mit ansprechenden Materialien und prima verarbeitet. Mit Haltegriffen zum Ein- und Aussteigen links und rechts an den richtigen Positionen. Einem geradezu kuscheligen und langstreckentauglichen Sitz. Reichlich Ablagen einschließlich einer großen Sitztruhe und einem Rückenlehnen-Klapptisch in der Mitte.
Jetzt Ausschreibungen finden
Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.


Bau


Dienstleistung


Lieferung
Modernes Cockpit trifft auf bewährte Ergonomie

Der Blick fällt auf ein Lenkrad mit richtigen Tasten, wie es sich gehört. Dahinter leuchtet das aktuelle, konfigurierbare Kombi-Instrument mit blauen Segmenten in den Rundarmaturen bei Anstieg von Tempo und Drehzahl, alles vor schwarzem Hintergrund. Die Ziffern vielleicht etwas klein geraten. Der Tacho reicht optimistisch bis 240 Sachen. Gleich nebenan wächst ein großflächiger Monitor in der Mitte des Cockpits. In Optik und Bedienung eine Zwischenlösung zwischen vermurksten Bedienexperimenten und der bei Pkw inzwischen eingeläuteten Rückkehr zu klassischen VW-Tugenden. Das heißt hier: konfigurierbar mit Direktwahltasten, aber ohne Drehregler für die Lautstärke des Radios und die Klimatisierung, stattdessen die vermaledeiten Slider. Hinzu kommen zeitgemäße Elemente wie schlüsselloser Start und elektronische Feststellbremse.

Niedrige Ladekante und üppiges Ladevolumen
Hinter der wohnlich verkleideten Trennwand erstreckt sich dank Frontantrieb und entsprechend niedrigem Boden – Ladekante hinten 570 mm – ein weitläufiger Laderaum. Mit fast 2,0 m Stehhöhe und knapp 3,5 m Länge. Doch aufpassen, das Maximalmaß gilt nur unten im mittleren Bereich des Bodens. Ebenso simple wie zuverlässige Aufsteller der Hecktüren prägen das Bild, auch die scheunentorgroße Schiebetür und praktische Haltegriffe zum Einsteigen. VW verteilt mehrere LED-Leuchten und verlegt die notwendigen Kabel gut geschützt.

Hohe Nutzlast und starke Anhängelast im Einsatz
Der Testwagen brachte leer 2,3 t auf die Waage, das ergibt als typischer 3,5-Tonner 1.200 Kilo für Fahrer und Fracht. Das wäre früher durchschnittlich gewesen, in Zeiten der E-Mobilität mit gewichtigen Batterien ist es ein prima Wert. Überdies darf der Crafter 3,0 t ziehen, wobei das Gesamtzuggewicht auf 6,0 t beschränkt ist. Also her mit dem Anhänger und der Palette mit Gehwegplatten für den Gartenweg, mit dem Fugensand oder dem Minibagger. Das zwingt E-Transporter schnell zur Ladesäule, der Crafter TDI fährt weiter. Getreu der uralten VW-Werbung: „Er läuft und läuft und läuft.“
Solides Fahrwerk mit hohen Sicherheitsreserven
Das Fahrwerk lässt sich von Ballast nicht aus der Ruhe bringen. Der Crafter knickt weder optisch ein noch lässt er im Verkehr nach. Er fährt sich vergleichsweise komfortabel, teilt auch leer nicht über Gebühr aus – trotz 5 bar Luft in den Hinterreifen. Mit zulässigen Achslasten von 1.800 Kilo vorn und deren 2.100 hinten bietet er Reserven für ungleichmäßige Lastverteilung. Nicht zuletzt überzeugt die gut abgestimmte Lenkung.
Kraftvoller TDI-Motor sorgt für zügiges Fortkommen


Wirtschaftlicher Verbrauch und enorme Reichweite
Der Verbrauch? Auf Kurzstrecken steht mitunter lediglich eine Sieben vor dem Komma. In voller Fahrt sind es rund 14 l/100 km. Aber da galoppiert der Crafter auch mit einem Tempo, dass sich so mancher die Augen reibt. Auf der gut gewürzten Testrunde, vollbeladen durch Stadt, über Land und auf der Autobahn waren es insgesamt im Schnitt 9,4 l/100 km. Ein guter Wert, wenn auch nicht sensationell. Belässt es VW doch bei einer für die Leistung relativ knappen Gesamtübersetzung. Das steigert die Fahrbarkeit, aber eben auch den Spritdurst auf schnellen Strecken.
Hohe Reichweite schlägt die elektrische Konkurrenz
Auf die Reichweite hat die Angelegenheit indes nur einen überschaubaren Einfluss, denn angesichts von 75 l Tankvolumen sind bei gelassener Fahrweise allemal 700 km oder mehr drin – da senken E-Transporter verschämt die Scheinwerfer. Auf das Rühren im Getriebe könnte man dagegen verzichten, die optionale Achtgang-Automatik anstelle des etwas knochigen Sechsgang-Schaltgetriebes ist gewiss eine lohnende Investition.
Gehobener Preis für erstklassige Qualität
Ebenfalls typisch VW: Ganz billig ist dieser Crafter mit einem Netto-Listenpreis von knapp über 50.000 € nicht. Selbst unter der Berücksichtigung, dass darin die stärkste Maschine und ein Hochdach eingeschlossen sind. Vorarbeiter sind eben ein wenig teurer, auch für den Fuhrpark.
Technische Daten im Überblick:VW Crafter L3H2 Kastenwagen
Fahrzeug & Motor
Merkmal | Spezifikation |
Modell | VW Crafter L3H2 Kastenwagen |
Grundpreis netto | 50.400 Euro |
Bauart Motor | Vierzylinder-Turbodiesel, Common-Rail-Direkteinspritzung, Abgas-Turbolader, Ladeluftkühlung, Oxidationskatalysator, Partikelfilter, SCR-Technik mit AdBlue-Einspritzung |
Hubraum | 1.968 cm³ |
Nennleistung | 130 kW (177 PS) bei 3.600/min |
Max. Drehmoment | 410 Nm bei 1.300–2.000/min |
Kraftübertragung, Fahrwerk & Bremsen
Merkmal | Spezifikation |
Kraftübertragung | Vorderradantrieb, Sechsgang-Schaltgetriebe mit Joystick |
Vorderachse | Einzelradaufhängung an McPherson-Federbeinen und unteren Dreiecks-Querlenkern, Stabilisator |
Hinterachse | Starrachse mit Einblatt-Parabelfedern, Stabilisator |
Reifen | 205/75 R 16 C |
Bremsen | Vorn und hinten innenbelüftete Scheibenbremsen, ESP mit ABS, ASR, elektronisch geregelte Bremskraftverteilung, Anfahrassistent, Bremsassistent, elektronisch betätigte Feststellbremse |
Maße & Gewichte
Merkmal | Spezifikation |
Länge/Breite/Höhe | 5.986 / 2.040 / 2.590 mm |
Radstand | 3.640 mm |
Wendekreis | 13.900 mm |
Leergewicht | 2.300 kg |
Nutzlast | 1.200 kg |
Zul. Gesamtgewicht | 3.500 kg |
Zul. Achslast vorn/hinten | 1.800 / 2.100 kg |
Zul. Anhängelast | 3.000 kg |
Testwerte & Verbrauch
Merkmal | Spezifikation |
Beschleunigung 0–50/80/100 km/h | 4,6 / 8,8 / 13,6 s |
Elastizität 60–100 km/h (4./5. Gang) | 7,7 / 10,1 s |
Elastizität 80–120 km/h (6. Gang) | 13,3 s |
Höchstgeschwindigkeit | 170 km/h |
Innengeräusche (Stand/50/100 km/h) | 43 / 55 / 63 dB(A) |
Normverbrauch (WLTP kombiniert) | 9,1–10,9 l/100 km |
Testverbrauch beladen | 9,4 l/100 km |
Testverbrauch AdBlue | nicht messbar |
Neueste Beiträge:
Meistgelesene Artikel
Verwandte Bau-Themen:
Top Bau-Themen:
Jetzt zum Newsletter anmelden:
Werden Sie Experte im Garten- und Landschaftsbau. Plus: Kommunaltechnik.
Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz





