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Nutzfahrzeuge im Einsatz: 360-Grad-Kamerasystem Backeye von Brigade für mehr Sicherheit

Nutzfahrzeuge im Einsatz: 360-Grad-Kamerasystem Backeye von Brigade für mehr Sicherheit
Mehr Sicherheit mit dem Brigade Kamerasystem Backeye 360°: Fahreugfahrerinnen und -fahrer können mit Hilfe des Monitors und der vier verbauten Kameras das ganze Fahrzeug überblicken - auch aus der Vogelperspektive. | Foto: B_I MEDIEN/Saric

Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel reinigt ihr rund 1.200 Kilometer langes Kanalnetz mit hochspezialisierten Saug- und Spülfahrzeugen aus dem Werk in Flensburg von FFG Umwelttechnik. Um im engen Stadtverkehr höchste Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, sind die Nutzfahrzeuge mit dem Backeye-360-System von Brigade Electronics ausgestattet.

Täglich rücken die Einsatzkräfte des Kieler Tiefbauamts aus, um die städtischen Schmutz- und Regenwasserkanäle (überwiegend im Trennsystem) in regelmäßigen Intervallen zu spülen.

Die Arbeitsschritte sind komplex: Mit einem Hochdruckschlauch werden die Leitungen bei bis zu 205 bar gespült, während gleichzeitig die gelösten Feststoffe abgesaugt werden. Doch bevor diese Arbeit überhaupt beginnen kann, muss das große kommunale Spezialfahrzeug sicher durch den oftmals dichten städtischen Verkehr zum Einsatzort navigiert werden.

Gerade in engen Straßen, bei unübersichtlichen Kreuzungen und im Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmenden zu Fuß, auf dem Fahrrad oder E-Scooter stoßen herkömmliche Spiegel und einfache Rückfahrkameras schnell an ihre Grenzen.

Toter Winkel eliminiert: 360-Grad-Kamerasysteme schützen Radfahrende beim Abbiegen

„Beim Rechtsabbiegen oder Anfahren an Ampeln ist die Situation oft unübersichtlich. Ein E-Roller ist deutlich schneller um die Ecke gebogen als ein klassisches Fahrrad“, berichtet Bernd Zimare, Spülwagenfahrer bei der Landeshauptstadt Kiel, aus seinem Arbeitsalltag.

Bernd Zimare, Fahrer der Kanalreinigungsfahrzeuge der Stadt Kiel. | Foto: B_I MEDIEN/Saric
Bernd Zimare, Fahrer der Kanalreinigungsfahrzeuge der Stadt Kiel. | Foto: B_I MEDIEN/Saric

Um hier präventiv einzugreifen, setzt das Tiefbauamt bereits seit rund neun Jahren auf Kamerasysteme von Brigade Electronics. Alle fünf Spezialfahrzeuge der Flotte sind mit dem System ausgestattet.

„Man fährt einfach sicherer“, sagt Spülwagenfahrer Zimare. „Besonders, wenn man in engere Straßen reinfährt. Durch die Draufsicht können wir genau sehen, wo sich unser Fahrzeug befindet, wo sich die Hindernisse oder Menschen befinden.“

Im Spülwagen verbaut ist das Backeye-360-System, welches aus vier hochauflösenden (720p HD) Ultraweitwinkelkameras besteht. Diese sind an der Front, am Heck sowie an der rechten und linken Fahrzeugseite montiert. Eine elektronische Steuereinheit fügt die vier Einzelbilder in Echtzeit zusammen und liefert dem Fahrer auf einem Monitor in der Kabine eine lückenlose Vogelperspektive des Fahrzeugs.

Mehr Überblick: Das Backeye-360-System denkt mit

Yannik Böttger, Brigade-Vertrieb. | Foto: B_I MEDIEN/Saric
Yannik Böttger, Brigade-Vertrieb. | Foto: B_I MEDIEN/Saric

Das System arbeitet dabei mitdenkend: Setzt der Fahrer den Blinker rechts oder links, schaltet der Monitor auf die rechte oder linke Seitenkamera um. Wird der Rückwärtsgang eingelegt, springt das Bild auf die Heckkamera. Der entscheidende Vorteil: Die 360°-Draufsicht bleibt auf dem Monitor permanent erhalten, sodass der Fahrer das komplette Umfeld stets im Blick behält.

Yannik Böttger aus dem Brigade-Vertrieb betont den Unterschied zu klassischen Lösungen: „Ein Spiegel ist ein starres Element, das den Fahrer zwingt, seinen Blickwinkel physisch zu verändern, um alles zu erfassen. Unser System bietet einen nahtlosen Rundumblick, den eine Kombination aus Spiegeln und einer normalen Rückfahrkamera schlichtweg nicht leisten kann.“

Ressourcenschonende Saug- und Spülfahrzeuge: Integrierte Wasseraufbereitung senkt Betriebskosten

Als Basis für die Kieler Fahrzeuge dient ein Mercedes-Benz Actros 2543 L 6x2. Den hochspezialisierten Aufbau liefert die FFG Umwelttechnik GmbH & Co. KG aus Flensburg. Unter der Bezeichnung „elephant C-line“ (das „C“ steht für Customized) konfigurieren FFG Umwelttechnik und das Kieler Tiefbauamt die Fahrzeuge nach den exakten individuellen Ansprüchen jenseits der Serie.

Neben der Arbeitssicherheit – FFG Umwelttechnik verbaut Brigade-Systeme bereits seit über zehn Jahren erfolgreich – steht hier vor allem die Nachhaltigkeit im Fokus. Christoph Knöpke vom Tiefbauamt der Landeshauptstadt Kiel erklärt: „Von unseren fünf Fahrzeugen sind vier mit einer integrierten Wasseraufbereitung ausgestattet. Das Spülwasser wird aufgesaugt, aufbereitet und kann den gesamten Tag über wiederverwendet werden.“

Christoph Knöpke, Tiefbauamt der Landeshauptstadt Kiel. | Foto: B_I MEDIEN/Saric
Christoph Knöpke, Tiefbauamt der Landeshauptstadt Kiel. | Foto: B_I MEDIEN/Saric

Das fünfte Fahrzeug ist nach Angaben von Knöpke als Kombispülwagen ohne Wasseraufbereitung im Einsatz, primär für Saugarbeiten und Regenwasserkanäle.

Das Tiefbauamt geht in Sachen Ressourcenschonung auch noch einen Schritt weiter: Anstatt morgens wertvolles Trinkwasser zu tanken, nutzen die Fahrzeuge auf dem Betriebshof gesammeltes Regenwasser aus einem Stauraumkanal als initiales Spülwasser.

Lisa Sönnichsen, Vertriebsleiterin bei FFG Umwelttechnik, ergänzt die umweltschonenden Aspekte der Aufbauten: „Durch die Wasseraufbereitung entfallen unnötige Fahrten zur Wasserentnahme, was den Dieselverbrauch signifikant senkt. Zudem verbauen wir eine ölfreie Wasserringpumpe, die nicht nur die Umwelt schont, sondern auch deutlich leiser ist als herkömmliche Vakuumpumpen.“

Lisa Sönnichsen, Vertriebsleiterin FFG Umwelttechnik. | Foto: B_I MEDIEN/Saric
Lisa Sönnichsen, Vertriebsleiterin FFG Umwelttechnik. | Foto: B_I MEDIEN/Saric

Arbeitssicherheit für Kommunalfahrzeuge: Nachrüstbare KI-Personenerkennung verhindert Unfälle

Die Entwicklung im Bereich der Kamerasysteme bleibt nicht stehen. Das aktuell in Kiel genutzte Backeye 360 befindet sich mittlerweile in der vierten Entwicklungsgeneration. Laut Yannik Böttger liegt der nächste logische Schritt in der Implementierung von Künstlicher Intelligenz. Brigade bietet inzwischen KI-fähige Kamerasysteme an, die Personen aktiv erkennen. Befindet sich ein Fußgänger oder Radfahrer im Gefahrenbereich, erhält der Fahrer einen zusätzlichen akustischen Warnton. Diese KI-Personenerkennung lässt sich auch bei bestehenden Kamerasystemen per Zusatzbox nachrüsten – ein entscheidendes Plus für die Investitionssicherheit kommunaler Flotten.

Technische Daten im Überblick:
Das Saug- und Spülfahrzeug

  • Fahrgestell: Mercedes-Benz Actros 2543 L 6x2 (Zulässiges Gesamtgewicht: 26 t)
  • Aufbau: FFG Umwelttechnik elephant multi 11.003 (Customized-Ausführung: elephant C-line)
  • Ausstattung: Multifunktionsausleger XL (Arbeitsbereich 6,20 m)
  • Pumpentechnik:
    • Samson truck Master 2500 Wasserringpumpe (ölfrei, geräuscharm)
    • Uraca Hochdruckpumpe (Spülleistung: 340 l/min bei 205 bar)
  • Besonderheit: Automatische Wasseraufbereitung für autarkes, ressourcenschonendes Arbeiten ohne ständige Frischwasserzufuhr.

Das Sicherheitssystem:

  • Hersteller/Modell: Brigade Electronics / Backeye 360
  • Komponenten: 4 HD-Ultraweitwinkelkameras (182° Blickwinkel)
  • Funktionsweise: Elektronische Zusammenfügung der Einzelbilder zu einer 360°-Vogelperspektive in Echtzeit auf den Kabinenmonitor.
  • Erweiterbarkeit: KI-Modul zur aktiven Personenerkennung und akustischen Warnung nachrüstbar.

Das Backeye-360-Kamerasystem lässt sich an fast jedem Nutzfahrzeug oder jeder Maschine installieren. „Das 360°-System ist für alle Fahrzeuge interessant, bei denen es tote Winkel gibt“, erläutert Yannik Böttger, „also überall dort, wo es insbesondere beim Rechtsabbiegen oder das Fahrzeug generell unübersichtlich ist“ – darunter Lkw, Vans, Busse/Reisebusse, Abfall- und Recyclingfahrzeuge, Baumaschinen oder auch landwirtschaftliche Maschinen.

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Nutzfahrzeuge im Einsatz: 360-Grad-Kamerasystem Backeye von Brigade für mehr Sicherheit: Weitere Bilder

Vier am Fahrzeug verbaute Kameras liefern den kompletten Rundum-Blick um das Fahrzeug. | Foto: B_I MEDIEN/Saric
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