Pflasterbau
Worauf Ochtendung beim Belag für den Raiffeisenplatz achtete

Der Raiffeisenplatz in Ochtendung hat einen neuen Pflasterbelag bekommen. Das „Vulkaneifel-Pflaster“ wurde speziell für dieses Projekt und die Anforderungen im öffentlichen Raum entwickelt. Eine Palettenlage besteht aus 13 verschiedenen Steingrößen, die sich in vier Bahnenbreiten frei kombinieren lassen.

Das Aufmaß bleibt im Team, die Genauigkeit auf dem Platz
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Die Neugestaltung von städtischen Plätzen ist keine einfache Aufgabe. Funktionale und gestalterische Anforderungen treffen auf die Erwartungen der Bevölkerung. Besonders brisant ist dies in kleineren Gemeinden, in denen es eventuell nur einen zentralen Platz gibt, der den Ortsmittelpunkt bildet. Ein solcher Platz beheimatet nicht nur Märkte oder Dorffeste, er ist gleichzeitig ein Treffpunkt und vielleicht sogar eine historisch gewachsene Identifikationsmöglichkeit für die dort lebenden Menschen.
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Die Eifeler Ortsgemeinde Ochtendung im Kreis Mayen-Koblenz zeigt, wie die Neugestaltung eines Platzes gelingen kann. Nach etwas mehr als einem Jahr Planungs- und Bauzeit erstrahlt der Raiffeisenplatz nun in neuem Glanz. Das Vulkaneifel-Pflaster von den Jasto Baustoffwerken erfüllt alle Anforderungen, die ein solches Projekt mit sich bringt. Bauherr des Projekts war die Ortsgemeinde Ochtendung. Die Planung übernahm die Ingenieurgesellschaft Dr. Siekmann + Partner aus Thür.
Zwischen Historie und Moderne: Die Ausgangslage am Raiffeisenplatz
Der Raiffeisenplatz liegt an der Buslinie, die den Ort entlang der Hauptstraße durchquert. Rathaus und Feuerwehr rahmen den Platz ein und betonen seine zentrale Bedeutung. Die Gestaltung und das Pflaster des ursprünglichen Platzes stammten noch aus den späten 1980er-Jahren, doch der alte Belag war in keinem repräsentativen Zustand mehr. Nur einige Bereiche des Pflasters am Rande der Fläche, waren so gut erhalten, dass sie nach einer intensiven Reinigung weiterverwendet werden konnten.
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An einigen Stellen hatte das Wurzelwerk der dort stehenden Bäume das Pflaster angehoben und so Stolperfallen geschaffen. Um das neue Pflaster in Zukunft vor ausgreifenden Wurzeln zu schützen, wurden die vorhandenen Bäume – soweit dies möglich war – vorsichtig ausgegraben und umgesiedelt. Als Ersatz wurden Bäume angepflanzt, deren Wurzeln keine Gefahr mehr für das Pflaster darstellen.
Belastbar und barrierefrei: Hohe Anforderungen an die neue Fläche
So wie viele kommunale Plätze ist auch der Raiffeisenplatz im Alltag für den Verkehr gesperrt, zu den Dorffesten oder zum Weihnachtsmarkt befahren allerdings Lkw den Bereich, um Stände aufzubauen oder Waren anzuliefern. Der Pflasterbelag muss diesen Belastungen standhalten. Das Ingenieurbüro empfahl deswegen ein befahrbares Pflaster mit einer Stärke von zehn Zentimetern.
Bei der Suche nach einem neuen Erscheinungsbild entschieden sich die Ortsgemeinde und das Ingenieurbüro für eine Verlegung mit unterschiedlichen Bahnenbreiten, die dem Pflaster eine aufgelockerte Anmutung verleihen sollen. Bei der Planung des Platzes spielte die Barrierefreiheit ebenfalls eine wichtige Rolle. Dies spiegelt sich in einer Fläche ohne große Vertiefungen und mit stufenlosen Zugangsmöglichkeiten zu allen Bereichen wider. Zudem wurde ein Pflaster mit großen Formaten und einem geringen Fugenanteil ausgewählt.
Fördermittel sichern: Barrierefreiheit als Schlüssel zur Finanzierung

Die ausgeprägte Barrierefreiheit war auch Voraussetzung dafür, dass die Gemeinde auf das „Förderprogramm Ländliche Zentren – Kleinere Städte und Gemeinden“ zugreifen konnte. Dabei handelt es sich um ein Bund-Länder-Programm, das bei passenden Projekten einen großen Teil der Kosten übernimmt.
Das Erscheinungsbild des Pflasters sollte mehrere Funktionen erfüllen. Neben einer lang anhaltend attraktiven Optik sollte es unempfindlich gegen Verschmutzungen sein und sich leicht reinigen lassen. Ein dunkler Farbton wäre den letzten beiden Anforderungen zwar besonders entgegengekommen, doch gleichzeitig hätte er zu einer Aufheizung des Mikroklimas auf dem Platz beigetragen. Deshalb entschied man sich schon vor der konkreten Auswahl eines Pflasters gegen eine allzu dunkle Variante.
Maßgeschneiderte Innovation: Jasto entwickelt das Vulkaneifel-Pflaster
Die Jasto Baustoffwerke boten dem Ortsgemeinderat für das Pflaster mehrere Farben zur Auswahl an. Nach einer ersten Bemusterung tendierte dieser zunächst zu einer hellen Variante in „kristall-grau“. Aufgrund der voraussehbaren Beanspruchung empfahl das Jasto-Team jedoch eine strukturiertere und etwas weniger helle Oberfläche, auf der sich die zu erwartenden Verschmutzungen weniger stark bemerkbar machen. So fiel die Wahl schließlich auf den Farbton „anthrazit-weiß-nuanciert“.
Maximale Gestaltungsfreiheit: Das 13-Formate-System im Bahnenverband

Das Vulkanstein-Pflaster besteht aus 13 verschiedenen Formaten in vier Breiten (15 Zentimeter, 18,75 Zentimeter, 22,25 Zentimeter und 26,25 Zentimeter). Für jede Breite gibt es drei beziehungsweise vier verschiedene Steinlängen. Die Längen reichen von 22,5 Zentimeter in der kleinsten Breite bis zu 45 Zentimeter in der größten Breite. Mit diesen vier unterschiedlichen Bahnenbreiten und dem Formatmix lässt sich ein sehr flexibler Bahnenverband verlegen.
Aufgrund der unterschiedlichen Abmessungen der Pflastersteine haben Verarbeiter weitreichende Möglichkeiten zur Individualisierung: Sie können Steine gleicher Breite innerhalb einer Reihe verschieben oder die Abfolge ganzer Reihen tauschen. So entsteht mit etwas zusätzlichem Aufwand bei der Verlegung ein aufgelockertes und abwechslungsreiches Erscheinungsbild ohne Kreuzfugen, das in seiner Gesamtheit dennoch harmonisch bleibt.
Höchste Rutschhemmung und Hydrophobierung: Technische Details im Überblick
Das zehn Zentimeter starke Vulkaneifel-Pflaster verfügt über eine ganze Reihe an weiteren praktischen Details. Es bietet Abstandshalter und eine Verschiebesicherung mit verdeckt angeordneten Verzahnungsnocken. So entsteht eine etwa vier bis fünf Zentimeter breite Fuge. Die Ränder des Pflasters besitzen eine flach anlaufende Fase, die zu einem stimmigen Gesamtbild beiträgt. Das Pflaster bietet auch bei Nässe und starker Verschmutzung guten Halt und ist der höchsten Rutschhemmungsklasse R13 zugeordnet. Darüber hinaus ist das Vulkaneifel-Pflaster mit einer Hydrophobierung ausgestattet. Diese ist unsichtbar in den Stein eingebunden und vermindert deutlich das Eindringen von Feuchtigkeit und wasserlöslichem Schmutz. Auch die Reinigung der Pflasterflächen wird durch diesen Schutz erleichtert.
Die Firma Norbert Lerchen aus dem nahe gelegenen Hillscheid hat das neue Pflaster auf einer Fläche von rund 1.700 Quadratmetern verlegt. Es ruht auf einer Schottertrag- und Frostschutzschicht sowie einem vier Zentimeter starken Pflasterbett aus Splitt. Die Stärke des gesamten Aufbaus beträgt etwa 50 Zentimeter. Die Fugen wurden mit einem Basalt-Einkehrsand gefüllt. Einzig ein mittig auf dem Platz gelegenes, quadratisches Feld wurde in gebundener Weise ausgeführt. Unter einem großen, schattenspendenden Sonnensegel bilden Fontänen hier den zentralen Blickfang des Platzes. Die wasserdichte Ausführung der Fläche sorgt dafür, dass das wertvolle Nass den Wasserkreislauf nicht verlässt.
Abwechslung im Stadtbild: Jasto Verschub-Pflaster für Gehwege und Gassen

Einige weitere Produkte aus dem Werk in Ochtendung kamen ebenfalls auf dem Raiffeisenplatz zum Einsatz. So fand das Jasto Verschub-Pflaster auf einem angrenzenden Gehweg und einer Gasse Verwendung, die sich beide in östlicher Richtung anschließen. In der etwas dunkleren Farbvariante „anthrazit“ grenzt sich das Verschub-Pflaster optisch vom Vulkaneifel-Pflaster ab.
Mit den hier vorgestellten Herausforderungen sehen sich nicht nur kleinere Gemeinden konfrontiert. Auch in den Städten steht die Planung des öffentlichen Freiraums vor ähnlichen Aufgaben. Kommunale Außenanlagen oder Plätze sind oft durch großflächige Pflasterbereiche gekennzeichnet. Umso wichtiger sind eine durchdachte Komposition und ein charaktervolles Erscheinungsbild. Auch viele der restlichen Anforderungen teilen sich die Städte und Gemeinden. Die Fläche muss verschiedene Funktionen von der Befahrbarkeit über die Barrierefreiheit bis hin zur einfachen Reinigung mit einem dauerhaft hochwertigen Aussehen vereinen.
Von der Vision zur Realität: Mehr Lebensqualität für die Bürger in Ochtendung
Das Vulkaneifel-Pflaster mit seinen vier unterschiedlichen Bahnenbreiten und dem Mix aus 13 Formaten bietet sich hier als harmonische und gut umsetzbare Option an. Durch die Auswahl an Farben, die Unempfindlichkeit und die Rutschfestigkeit soll das Pflaster gut ins Stadtbild passen. Die Jasto Baustoffwerke haben das Vulkaneifel-Pflaster in ihr laufendes Sortiment aufgenommen. Es ist in den fünf Farben „anthrazit“, „anthrazit-nuanciert“, „anthrazit-weiß-nuanciert“, „korall“ und „kristall-grau“ erhältlich. Die „kristall-graue“ Variante ist zusätzlich mit einem speziellen Glitzereffekt ausgestattet.
Die Ochtendunger können nun die Zeit im Freien auf dem neu gestalteten Platz genießen. Das Wasserspiel im Zentrum wurde auf Wunsch der Bevölkerung installiert. Der Platz wirkt nun offener und moderner. Im Rahmen der Sanierung wurde ein alter Holzpavillon durch ein Sonnensegel ersetzt, das eine deutlich größere Fläche überspannt. Einige der um das Wasserspiel angeordneten Bänke bieten somit auch bei starkem Sonnenschein ein schattiges Plätzchen.
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Quelle: Jasto
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