Milliarden-Sanierungsstau
Bauindustrie fordert Tempo beim Hochschulbau

Der Sanierungsstau an Hochschulen in Niedersachsen und Bremen beläuft sich auf über 10 Milliarden Euro. Um dringende Investitionen in die Wissenschafts-Infrastruktur zügiger umzusetzen, rückt ein dezentrales Baumanagement in den Fokus. Davon könnten ausführende Bauunternehmen durch deutlich schnellere Vergabeverfahren profitieren.

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Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs beziffert den aktuellen Sanierungsstau an den Hochschulen und der Universitätsmedizin auf mehr als 10 Milliarden Euro. Im Rahmen einer Veranstaltung der Bauindustrie Niedersachsen-Bremen in Hannover räumte der Minister ein, dass jahrelange Verzögerungen die infrastrukturelle Situation massiv verschärft haben. Nun stehe der Staat in der Pflicht, vorhandene Mittel zügig in konkrete Baumaßnahmen umzusetzen.
Dezentrales Baumanagement als Beschleuniger für Bauprojekte
Für Bauunternehmen und planende Berufe ergibt sich aus den politischen Diskussionen eine strategisch wichtige Perspektive: Um die Bauprozesse künftig zu beschleunigen, soll die dezentrale Verantwortung gestärkt werden. Hochschulen, die über eine eigene Bauherreneigenschaft verfügen und öffentliche Bauaufträge selbst steuern, realisieren Baumaßnahmen im Durchschnitt drei Jahre schneller als das staatliche Baumanagement. Für ausführende Betriebe bedeutet diese Verschiebung hin zu dezentralen Vergabestellen perspektivisch effizientere Abläufe, weniger bürokratische Hürden und einen schnelleren Baubeginn bei Infrastrukturprojekten im Bildungssektor.
Infrastruktur als kritischer Standortfaktor
Jörn P. Makko, Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie Niedersachsen-Bremen, betonte die Dringlichkeit der Sanierungsmaßnahmen.

Die bauliche Qualität der Gebäude sei ein maßgeblicher Standortfaktor im Wettbewerb um Fachkräfte, Studierende und Lehrpersonal. Eine zeitgemäße Wissenschafts-Infrastruktur müsse stärker priorisiert werden, um den Standort langfristig zu sichern.
Branchenübergreifender Dialog in Hannover
Die Notwendigkeit neuer Beschaffungs- und Baustrategien spiegelte sich auch in der Zusammensetzung der Veranstaltung im hannoverschen Leibnizhaus wider. Neben Vertretern der Bauwirtschaft und der Landespolitik nahmen der Bremer Senatsbaudirektor Arend Bewernitz sowie Abgesandte der Universitäten Göttingen, Oldenburg, Bremen und der TU Braunschweig an dem Dialog teil.
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