Konjunktur
Baumaschinenindustrie spürt die Konjunkturflaute

Die Auftragsflaute am Bau und große wirtschaftliche Unsicherheiten belasten die Baumaschinenindustrie. Die Talfahrt, die im Herbst 2023 begann, setzt sich in diesem Jahr fort und stellt die Hersteller vor Probleme.
Die Baumaschinenindustrie bekommt die Folgen der konjunkturellen Abkühlung zu spüren. Ihr weltweit umsatzstärkstes Unternehmen Caterpillar hat im dritten Quartal 2024 einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Nachdem Caterpillar im Gesamtjahr 2023 noch 13 Prozent mehr Umsatz als im Jahr zuvor erzielt hatte – umgerechnet rekordverdächtige 63 Milliarden Euro –, schlägt im laufenden Jahr die Nachfrageschwäche, besonders in Europa, auf die Geschäfte der US-Amerikaner durch: Im dritten Quartal bedeutete dies einen Umsatzrückgang um 4,0 Prozent von umgerechnet 15,8 auf 15,1 Milliarden Euro. Allein der lateinamerikanische Markt entwickelte sich dank vieler Händlerbestellungen gegen den Trend positiv (+5 %), konnte aber wegen seiner geringen absoluten Größe das Gesamtergebnis von Caterpillar nicht wesentlich beeinflussen. Auf dem zuvor starken US-amerikanischen Markt machten sich die geringere Nachfrage der Endkunden und die Kaufzurückhaltung der Baumaschinenhändler bemerkbar, die im dritten Quartal 2023 noch in großem Umfang Baumaschinen eingekauft hatten. So verzeichnete auch der lange Zeit wachstumsstarke Heimatmarkt von Caterpillar einen Umsatzrückgang von 4,0 Prozent. In Europa (Region EMEA) betrug das Minus 6,0 Prozent.
Der Gewinn von Caterpillar sank im 3. Quartal 2024 um neun Prozent verglichen mit dem 3. Quartal 2023 auf rund 2,3 Milliarden Euro. Man habe im 3. Quartal 2024 „eine starke bereinigte Betriebsgewinnspanne und einen bereinigten Gewinn pro Aktie erzielt und gleichzeitig einen robusten freien Cashflow für ME&T [Maschinen-, Energie- und Transportgeschäft; Anm. d. Red.] generiert“, sagte der Caterpillar-Vorsitzende und -CEO Jim Umpleby. Dies sei auch der Vielfalt der Absatzmärkte des Unternehmens zu verdanken.
Auf die ersten neun Monate des Jahres 2024 gerechnet beträgt der Umsatzrückgang bei Caterpillar 2,8 Prozent, was auf die sich im Laufe des Jahres verschlechternde wirtschaftliche Lage hindeutet.
Wacker Neuson leidet unter „anhaltend schwacher Marktlage“

Wacker Neuson verzeichnet geringe Nachfrage in allen Regionen
In der Region Europa (EMEA), die gut drei Viertel des Gesamtgeschäfts von Wacker Neuson ausmacht, sank der Umsatz im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 um 12,1 Prozent auf 1.323,5 Millionen Euro. Diese Entwicklung in den europäischen Kernmärkten unterstreicht den Druck, dem die Bau- und Landwirtschaftsbranche auf dem gesamten Kontinent ausgesetzt ist. In der Region Amerikas ging der Umsatz um 20,3 Prozent auf 356,5 Millionen Euro zurück, wobei die ausgeprägte Höhe der Händlerläger weiterhin maßgeblich zur schwachen Entwicklung beiträgt. Auch in der Region Asien-Pazifik setzte sich der Abwärtstrend mit einem Umsatzrückgang von 30,1 Prozent auf 42,4 Millionen Euro fort – eine Veränderung, die größtenteils von der schwächeren Nachfrage in Australien getrieben ist.
Wacker Neuson korrigiert Prognose 2024 aufgrund anhaltender Konjunkturschwäche nach unten
Seine Prognose für das Gesamtjahr 2024 hat das Unternehmen wegen der anhaltenden Marktschwäche daher nach unten angepasst. Erwartet wird nun ein Umsatz zwischen 2,2 und 2,3 Milliarden Euro (zuvor: 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro) bei einer EBIT-Marge zwischen 5,5 und 6,5 Prozent (zuvor: zwischen 6,0 und 7,0 Prozent). Die erwarteten Investitionen im Gesamtjahr bleiben bei rund 100 Millionen Euro. Die Prognose bildet die Geschäftsentwicklung der ersten neun Monate des Jahres 2024 ab und berücksichtigt zum anderen, dass auch in den verbleibenden Wochen des Jahres noch nicht mit einer Trendumkehr im Markt zu rechnen ist.
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„Der Markt zeigt sich unverändert schwach, weshalb wir mit einem umfassenden Maßnahmenpaket gegensteuern und uns damit auch bestmöglich für 2025 aufstellen werden. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Marktindikatoren und die immer noch hohen Händlerläger, dass wir unsere Umsatz- und EBIT-Prognose anpassen müssen“, erklärt Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender und CEO der Wacker Neuson Group.
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