Baukonjunktur läuft, Tarifrunde stockt
Die Konjunktur im Baugewerbe läuft weiterhin rund, auch im Winter lagen die Baustellen kaum still. Die Erwartungen tendieren weiter nach oben – so haben es die Arbeitgeber derzeit nicht leicht, die Forderungen der Gewerkschaft in der aktuellen Tarifrunde abzuwehren.

Das dritte Jahr in Folge hat die Witterung das Arbeiten auf den Baustellen zum Jahresbeginn weitestgehend zugelassen. Die hohe Nachfrage im Wohnungsbau sorgte für eine insgesamt verbesserte Auftragssituation zum Jahresende. Wie die monatliche Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes unter seinen Mitgliedsunternehmen für Februar weiter ergeben hat, wird die Geschäftslage von den Bauunternehmen überwiegend als gut bis befriedigend eingestuft, im Hochbau saisontypisch besser als im Tiefbau. Aber auch im Tiefbau wird die Nachfrage zurzeit besser beurteilt als vor einem Jahr. Das hohe Nachfrage-Niveau im Wohnungsbau hält sich weiter. Entsprechend hoch sind die Auftragsbestände, die werden im Tiefbau mit knapp zwei Monaten angegeben – im Vorjahr waren es 1,7 Monate. Im Hochbau wurden 2,5 Monate gemeldet, ein halber Monat mehr als im Vorjahr.
Wettbewerb drückt auf die Preise
Lediglich die Erwartungen zur Baupreisentwicklung bleiben verhalten, überwiegend wird mit einem unveränderten Niveau gerechnet. Der Wettbewerb im Straßenbau werde noch intensiver beurteilt als im Hochbau, so der ZDB.
„Die niedrigste Winterarbeitslosigkeit seit zehn Jahren hat sich natürlich positiv für die Baubranche ausgewirkt“, räumt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes ein. „Aber die positiven Zahlen und Erwartungen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ertragslage der Bauunternehmen nach wie vor wenig auskömmlich ist. Der starke Wettbewerb drückt auf die Baupreise; von einer Überhitzung des Baumarktes sind wir weit entfernt.“
Erste Tarifverhandlung ohne Ergebnis
Das den Vertretern der IG Bau zu vermitteln, scheint bisher nicht geglückt zu sein, trotz intensiver Diskussion am Dienstag. Die Gewerkschaft sieht ihre Forderung nach einer Lohnerhöhung von 5,9 Prozent durch die gute Baukonjunktur gestützt. „Statt uns ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, haben die Arbeitgeber uns lang und breit zu erklären versucht, warum unsere Forderung zu hoch sein soll“, sagte der stellvertretende IG Bau-Vorsitzende Dietmar Schäfers. „Es ist ihnen aber nicht gelungen, den Widerspruch zwischen ihren eigenen sehr guten Erwartungen für die Bauwirtschaft und ihrer Weigerung einer kräftigen Lohnerhöhung aufzulösen. Die Beschäftigten haben eine faire Beteiligung an der sehr guten Entwicklung verdient und erwarten diese auch.“
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So blieb die erste Gesprächsrunde in den Tarifverhandlungen gestern ohne Ergebnis. Die Verhandlungen wurden auf den 5. April vertagt.
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