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Gebäudetyp E: VFF warnt vor Qualitätsverlust und falschen Signalen

Gebäudetyp E: VFF warnt vor Qualitätsverlust und falschen Signalen
Große Fensterflächen prägen moderne Wohngebäude – ihre Bedeutung für Tageslicht, Energieeffizienz und Wohnkomfort steht laut VFF auch im Fokus der aktuellen Debatte zum Gebäudetyp E. | Foto: GEALAN Fenster-Systeme GmbH

Der Verband Fenster + Fassade (VFF) bewertet das von BMJV und BMWSB vorgelegte Eckpunktepapier zum Gebäudetyp E als fachlich unausgewogen. Laut Verband gefährden die Vorschläge zentrale Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards und senden in der aktuellen Baukrise negative Signale.

Wie der VFF mitteilte, seien baufachliche Ansätze aus Pilotprojekten ungeprüft in das Papier übernommen worden. Die Ministerien hätten weder Verbände noch weitere fachlich relevante Gruppen einbezogen. Damit sei die Chance vergeben worden, wissenschaftlich fundiertes Know-how in die Planungsgrundsätze einzubeziehen. Nach Einschätzung des Verbands betreffen die vorgeschlagenen Eingriffe Bau- und Qualitätsstandards. Ein Verfahren ohne strukturierten Austausch mit Fachleuten sei laut VFF nicht tragfähig.

Fensterflächen: Reduktionsvorschlag fachlich nicht belastbar

Das Eckpunktepapier nennt die Verringerung von Fenster- und Glasflächen als möglichen Kostenhebel und empfiehlt Abweichungen beim sommerlichen Wärmeschutz. Nach Angaben des VFF senke dies die Baukosten jedoch kaum, gefährde aber Tageslichtversorgung, Gesundheit, Klimaanpassung und bauphysikalische Grundsätze.Der Verband verweist darauf, dass Fenster, Türen und Fassaden Lebensdauern von 50 Jahren und mehr aufweisen. Entscheidungen zur Dimensionierung dürften daher nicht als kurzfristige Sparmaßnahme betrachtet werden. VFF-Geschäftsführer Frank Lange sagte dazu: „Wer billig baut, baut nicht effizient – und langfristig meist deutlich teurer.“

Wissenschaft: Einseitige Grundlage kritisiert

Laut VFF stützen sich die Ministerien bei Empfehlungen zur transparenten Gebäudehülle auf lediglich eine Studie mit vereinfachten „Daumenregeln“. Eine umfassende Betrachtung energie- und bauphysikalischer Faktoren fehle dagegen. Der Verband verweist auf zahlreiche Studien der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG) sowie Kooperationen mit dem Ingenieurbüro Prof. Dr. Hauser (IBH) und dem Institut für Fenstertechnik ift Rosenheim. Untersucht wurden unter anderem Energieeffizienz, Tageslicht, Gesundheit, Sommer- und Winterwärmeschutz, Schallschutz, Sicherheit, Barrierefreiheit und Lebenszykluskosten.

Wirtschaft: Belastung in schwieriger Marktsituation

In der aktuell schwierigen Situation der Bauwirtschaft sei ein pauschaler Aufruf zu „reduzierten Fensterflächen“ kontraproduktiv. Er treffe eine bedeutende Wertschöpfungskette und gefährde Arbeitsplätze in Produktion, Vertrieb und Montage. Der Verband fordert stattdessen Innovationsförderung und Planungssicherheit.

Gebäudetyp E: VFF fordert grundlegende Überarbeitung

Der VFF appelliert an die Ministerien, das Eckpunktepapier zu überarbeiten und auf wissenschaftlich fundierte, sozial ausgewogene und bauphysikalisch sinnvolle Leitlinien zurückzukommen. Ziel müsse sein, zeitgemäße Standards zu sichern, ohne Qualität, Energieeffizienz oder Nutzerkomfort abzusenken. „Einfaches Bauen ja – aber nicht durch Abschaffung von Tageslicht, Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz“, so Lange. Der Verband werde jetzt aktiv das Gespräch mit Abgeordneten und zuständigen Ressorts suchen.

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