Verdichtung
Vertikale Schwingung statt Rüttelwellen: Stehr-Verdichter schont Bausubstanz

Beim Verdichten neben einem Gebäude drohte in Kalbach der Stillstand: Ein Walzenzug verursachte Risse im Mauerwerk. Die Firma Wende Erdbau wechselte auf den Plattenverdichter Stehr SBV 160-2. Durch rein vertikale Hochfrequenz wurden die Grenzwerte der DIN 4150 eingehalten und der Baustopp aufgehoben.

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Auf einer Baustelle der Wende Erdbau GmbH im hessischen Kalbach kam es während der Bodenverdichtung zu Zwischenfällen. Beim Einsatz eines herkömmlichen Walzenzugs traten an den Wänden eines unmittelbar angrenzenden Wohnhauses Risse auf. Eine baubegleitende Erschütterungsmessung gemäß DIN 4150-3 registrierte unzulässig hohe Schwingungen im Baugrund. Zum Schutz der Nachbarbebauung und zur Abwendung von Regressansprüchen ordnete die Bauüberwachung die sofortige Einstellung der Verdichtungsarbeiten an
Horizontale Scherkräfte gefährden Fundamente

Konventionelle Walzenzüge erzeugen ihre Verdichtungsleistung über rotierende Kreisunwuchten. Bei diesem Prinzip werden erhebliche Scherkräfte und unkontrollierte Rüttelwellen horizontal in den Baugrund eingeleitet. Befindet sich Bausubstanz in unmittelbarer Nähe des Verdichtungsbereichs, wandern diese Erschütterungswellen direkt in Fundamente und Mauern. Für das Bauunternehmen war eine Fortführung der Arbeiten mit Standardwalzen aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen. Eine alternative Verdichtungsmethode ohne horizontale Wellenausbreitung war zwingend gefordert.
Vertikale Hochfrequenz-Verdichtung mit 70 Hertz
Als technische Lösung kam in diesem Fall der Plattenverdichter SBV 160-2 der Stehr Baumaschinen GmbH zum Einsatz. Das Wirkungsprinzip des Anbaugeräts: Die Verdichtungsenergie wird mit einer Frequenz von 70 Hertz ausschließlich vertikal in den Boden gerichtet. Die Bodenpartikel lagern sich direkt unter den Aufstandsplatten um. Eine horizontale Schadensausbreitung in das anstehende Bauwerk wird dadurch physikalisch unterbunden. Bei den begleitenden Messungen blieben die Schwingungswerte an den Gebäudewänden weit unter den Grenzwerten der DIN 4150, während bei den dynamischen Lastplattendruckversuchen nach TP BF-StB hohe Evd-Werte nachgewiesen wurden.

Schneller Wechsel per Likufix am Radlader
Als Trägergerät für das Anbaugerät diente ein Liebherr-Radlader L 509 mit High-Flow-Hydraulik. Ausgestattet mit dem vollhydraulischen Schnellwechselsystem Likufix dockte der Fahrer den Plattenverdichter direkt aus der Kabine an. Sämtliche hydraulischen Leitungen wurden dabei automatisch gekuppelt, ohne dass manuelle Anschlussarbeiten im Gefahrenbereich erforderlich waren. Diese Kombination bot dem Bauunternehmen die nötige Wendigkeit auf dem beengten Areal direkt an der Hauswand.
Aufhebung des Baustopps sichert Bauzeitenplan
„Wenn direkt an einer Hauswand verdichtet werden muss und herkömmliche Walzenzüge bereits Risse in den Wänden hinterlassen haben, steht eine Baustelle vor dem Stillstand. Gemeinsam mit Wende Erdbau haben wir in Kalbach gezeigt: Mit unserer vertikalen Schwingungstechnik erreichen wir selbst unmittelbar an geschädigter Bausubstanz Spitzenwerte nach TP BF-StB – ohne das Gebäude auch nur minimal zu gefährden“, erklärt Stehr-Geschäftsführer Jürgen Stehr. Auf Basis der Messprotokolle hob die Bauüberwachung den Baustopp unverzüglich auf. Die geforderten Tragfähigkeiten des Planums wurden termingerecht erreicht, die nachfolgenden Gewerke konnten ohne Bauzeitverzögerung ansetzen.
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