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17. Projektdialog Microtunneling: Rohrvortrieb-Praxis, KI und Technik

17. Projektdialog Microtunneling: Rohrvortrieb-Praxis, KI und Technik
Full House in der Buhlschen Mühle. Hier wurde u.a. ein Projekt aus Backnang vorgestellt, bei dem eine ursprünglich als offene Bauweise vorgesehene Maßnahme in einen 334 Meter langen Rohrvortrieb DN 1800 umgeplant wurde. | Foto: VMT GmbH

Die Buhlsche Mühle in Ettlingen war mit mehr als 150 Teilnehmern erneut ausgebucht. Das Konzept der Projektdialoge, mit fachlichem Austausch, Erfahrungen aus der Praxis und technischen Innovationen den grabenlosen Leitungsbau weiter voranzubringen, wurde auch in diesem Jahr eindrucksvoll bestätigt.


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Wie lassen sich komplexe Bauvorhaben unter schwierigen geologischen, technischen und räumlichen Bedingungen erfolgreich umsetzen? Welche Möglichkeiten bieten digitale Lösungen und künstliche Intelligenz für den Rohrvortrieb? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des 17. Projektdialogs Microtunneling in der Buhlschen Mühle in Ettlingen. Die von VMT GmbH und Jackcontrol AG gemeinsam ausgerichtete Fachveranstaltung brachte Experten aus Planung, Bauausführung und Technologie zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und neue Impulse für die grabenlose Bauweise zu gewinnen.

Praxisnahe Einblicke in anspruchsvolle Bauprojekte

Einen besonderen Schwerpunkt bildeten konkrete Projektberichte, die deutlich machten, wie vielfältig die Herausforderungen im modernen Rohrvortrieb sind. Dabei ging es nicht nur um technische Lösungen, sondern auch um die Koordination unterschiedlicher Projektbeteiligter, anspruchsvolle Baustellenlogistik und den verantwortungsvollen Umgang mit den örtlichen Gegebenheiten.

Theodor Berhalter, selbständiger Bauleiter, und Kunturam Poker von der KP Construktion und Engineering Company berichteten über den Einsatz von Rohrschirmen in Bangkok. | Foto: VMT GmbH
Theodor Berhalter, selbständiger Bauleiter, und Kunturam Poker von der KP Construktion und Engineering Company berichteten über den Einsatz von Rohrschirmen in Bangkok. | Foto: VMT GmbH
Ein Beispiel dafür lieferte das Projekt Wehrenbachhalde in Zürich. Matthias Ullmann von der Firmengruppe Max Bögl und Jonas Germann vom Ingenieurbüro GoBau berichteten unter dem Titel „Wehrenbachhalde Zürich – Infrastrukturprojekt mit tierischen Herausforderungen“ über den erfolgreichen Vortrieb eines neuen innerstädtischen Stauraumkanals. Nicht nur enge Platzverhältnisse und Schwertransporte in einem Wohngebiet stellten das Projektteam vor besondere Aufgaben. Eine zusätzliche Herausforderung war ein großer, weit verzweigter Bau einer Dachsfamilie direkt über der Vortriebstrasse. Dies führte nach der Betrachtung unterschiedlicher Varianten schließlich zu der Lösung, den Vortrieb in gleicher Trasse, aber tiefer auszuführen. In der dort vorherrschenden festeren Geologie und der größeren Tiefenlage konnte eine Beschädigung des geschützten Dachsbaus ausgeschlossen werden.

Das Projekt veranschaulichte, wie technische Kompetenz, sorgfältige Planung und die Zusammenarbeit verschiedener Partner dazu beitragen, komplexe Bauaufgaben auch unter besonderen Randbedingungen erfolgreich abzuschließen.

Matthias Ullmann von Max Bögl und Jonas Germann von der Go Bau AG schilderten, welche Folgen ein Dachsbau in Zürich auf die Vortriebsarbeiten hatte. | Foto: VMT GmbH
Matthias Ullmann von Max Bögl und Jonas Germann von der Go Bau AG schilderten, welche Folgen ein Dachsbau in Zürich auf die Vortriebsarbeiten hatte. | Foto: VMT GmbH

Digitalisierung und künstliche Intelligenz im Fokus

Neben den Erfahrungen aus der Baupraxis standen digitale Technologien im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Diskussionen zeigten, welches Potenzial digitale Werkzeuge, KI-Chatbots und intelligente Dokumentationslösungen für den Arbeitsalltag im Tunnelbau und Rohrvortrieb bieten.

Ziel ist es, Informationen effizienter verfügbar zu machen, Arbeitsabläufe transparenter zu gestalten und die Dokumentation auf Baustellen weiterzuentwickeln. Gerade bei komplexen Vortriebsprojekten, an denen zahlreiche Fachdisziplinen beteiligt sind, können strukturierte Daten und digitale Kommunikationswege einen wichtigen Beitrag zur Zusammenarbeit leisten.

Dabei wurde deutlich: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, dass neue Lösungen konkrete Anforderungen aus der Praxis aufgreifen und die Arbeit auf der Baustelle tatsächlich erleichtern. Der direkte Austausch zwischen Anwendern, Planern und Technologieanbietern schafft dafür eine wichtige Grundlage.

Charlotte Kiesele leitet die Abteilung Technology and Innovation Digitalization bei der Herrenknecht AG, und erklärte, welchen Einfluss Digitalisierung und die KI auf den Rohrvortrieb haben. | Foto: VMT GmbH
Charlotte Kiesele leitet die Abteilung Technology and Innovation Digitalization bei der Herrenknecht AG, und erklärte, welchen Einfluss Digitalisierung und die KI auf den Rohrvortrieb haben. | Foto: VMT GmbH

Wissen teilen, Erfahrungen nutzen

Der Projektdialog lebt von der Verbindung technischer Fachthemen mit offenem Austausch zwischen den Beteiligten. Die Vorträge lieferten Impulse, die in persönlichen Gesprächen und fachlichen Diskussionen vertieft werden konnten. Unterschiedliche Perspektiven aus Planung, Ausführung und Technologieentwicklung trugen dazu bei, Herausforderungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und Lösungsansätze gemeinsam weiterzudenken.

Auch nach dem offiziellen Tagungsprogramm wurde der Dialog fortgesetzt. Beim gemeinsamen Abendessen bot sich Gelegenheit, Kontakte zu pflegen, neue Verbindungen zu knüpfen und die angesprochenen Themen in entspannter Atmosphäre weiter zu diskutieren.

Gemeinsam die Zukunft des Microtunnelings gestalten

Der 17. Projektdialog Microtunneling in Ettlingen unterstrich erneut die Bedeutung des Wissenstransfers für die Weiterentwicklung des grabenlosen Bauens. Die vorgestellten Projekte machten deutlich, dass erfolgreiche Vortriebslösungen nicht allein auf leistungsfähiger Technik beruhen. Ebenso wichtig sind Erfahrung, vorausschauende Planung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Bereitschaft, neue Ansätze zu erproben.

Mit dem Zusammenspiel aus praxisnahen Projektberichten, digitalen Zukunftsthemen und persönlichem Austausch bot die Veranstaltung auch in diesem Jahr wichtige Anregungen für die Branche.



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