Erdwärmebranche forciert den Hochlauf
Vom 18. bis 20. November 2025 tagte die Geothermiebranche anlässlich des Geothermiekongresses (DGK) in Frankfurt am Main im House of Logistics und Mobility (HOLM). Das größte Branchentreffen im deutschsprachigen Raum zog rund 590 Teilnehmende in die Metropole am Main. Der Veranstalter, der Bundesverband Geothermie e.V. (BVG), zieht ein positives Fazit.


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Der Bundesverband Geothermie e.V. (BVG) veranstaltete mit seinen Partnerorganisationen, der Fraunhofer IEG sowie der LandesEnergieAgentur Hessen (LEA) und dem Partnerland Großbritannien seinen jährlichen Kongress. Insgesamt besuchten rund 590 Teilnehmer den Kongress, rund sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der DGK ist das größte Branchentreffen im deutschsprachigen Raum und tagte in diesem Jahr in Frankfurt am Main.
Geothermiekongress 2025: Rückenwind für Tiefengeothermie und Wärmewende
Dr. Karin Thelen, Präsidentin des Bundesverbands Geothermie e.V., wertet den Kongress als wichtiges Signal in Richtung Ausbau und Skalierung. „Mit dem Hochlauf der Erdwärmenutzung schützen wir nicht nur Klima und Lebensgrundlagen, wir stärken auch die Energiesouveränität, die heimische Wertschöpfung und damit auch den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagte Thelen.
In seiner Keynote-Rede sprach Prof. Dr. Rolf Bracke, Leiter der Fraunhofer IEG, zur künftigen Industrialisierung der Geothermie. „Mit Blick auf das Langfristziel, bis 2045 ein Viertel des deutschen Wärmebedarfs mit Geothermie zu decken, müssen wir klären, wo und wie schnell Geothermie skaliert werden soll und eine technologische, wirtschaftliche und politische Zielarchitektur definieren. Das Ziel bis 2030 muss es sein, Geothermie aus dem Projektmodus in den serienfähigen Produktionsmodus zu überführen. Dazu gehören unter anderem die Skalierung von Bohrkapazitäten, die Standardisierung von Komponenten sowie die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren“, so Bracke.
Der BVG wählte den Tagungsort, weil sich das Land Hessen politisch zunehmend für die Geothermie stark macht. Der Vorstoß, die Oberflächennahe Geothermie dem Geltungsbereich des Bergrechts zu entziehen, beruht auf einer Initiative aus Hessen. Das Bundesland macht gegenwärtig den Ausbau einer nachhaltigen Wärmeversorgung zu seiner politischen Priorität.
Das Partnerland Großbritannien, wo im Juni 2024 ein National Geothermal Centre gegründet wurde, stand mit einem eigenen Workshop im Fokus. Prof. Dr. Jon Gluyas, der im Präsidium des National Geothermal Centres sitzt, hielt eine der Eröffnungsreden. Mit rund 280 Vorträgen aus 18 Ländern waren sowohl die Bandbreite der Themen als auch der internationale Fokus auf dem Geothermiekongress dieses Jahr enorm.
Tiefengeothermie-Projekte als Motor für kommunale Wärmeplanung

Traditionell wurden Preisträger am ersten Kongresstag ausgezeichnet. Prof. Dr. Simona Regenspurg (Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ) erhielt für ihre vielfältigen Beiträge zur Geothermie die Patricius-Medaille. Sie wurde unter anderem für ihre geochemischen Langzeituntersuchungen an Tiefbohrungen und die Chefredaktion der Zeitschrift „Geothermal Energies“ gewürdigt. Auch ihr Engagement für die Vernetzung von Experten, sei es mit der Gründung des Netzwerks „Women in Geothermal Deutschland“ oder der Geothermie-Allianz Berlin-Brandenburg, überzeugte die Jury.
Den Preis für den Jungwissenschaftler des Jahres 2025 erhielt Dr. Hesam Soltan Mohammadi für seinen herausragenden Beitrag zum nachhaltigen und optimierten Betrieb untiefer geothermischer Systeme. Seine Arbeit zu modellbasierten Ansätzen zur Verbesserung der Betriebsführung von Erdwärmesondenfeldern habe einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung erneuerbarer Wärmesysteme im urbanen Kontext geleistet, so Laudator Prof. Dr. Peter Bayer von der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg.
Einen Sonderpreis lobte die Jury in diesem Jahr für Dr. André Deinhardt aus, der als früherer Geschäftsführer des Bundesverbands Geothermie e.V. zwischen 2013 und 2023 einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet hat, der Geothermie in Öffentlichkeit und Politik deutlich mehr Beachtung zu verschaffen und unermüdlich für die Schaffung eines Geothermiebeschleunigungsgesetzes geworben hat. Im Posterwettbewerb der Science Bar, an dem Nachwuchswissenschaftler teilnehmen können, gewann Helen Krauß (TU Darmstadt) mit der Vorstellung ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Experimentelle Untersuchung zum Einfluss von Ausfällungsprozessen auf die thermischen Eigenschaften von Bettungsmaterialien“.
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Im kommenden Jahr kehrt der DGK nach Potsdam zurück und tagt vom 20. bis zum 22. Oktober 2026 im Kongresshotel Potsdam.
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Quelle: Bundesverband Geothermie e.V.
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