Gebäudegrün
Weltweit größte pflegefreie Moos-Fassade

Es begann mit Gestecken für Gräber, jetzt begrünt das Unternehmen ganze Fassaden mit Moos. Auf stattlichen 1.600 Quadratmetern zieren die Landpflanzen nun die Außenwände eines Parkhauses im bayerischen Neu-Ulm. Laut MoosMoos, eine Marke der Floristikfirma Bergermann, ist es die weltweit größte pflegefreie Gebäudefront.

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Das Parkhaus am neuen Standort des IT-Dienstleisters Bechtle in Neu-Ulm ist ein Blickfang. „Für uns war neben der reinen Fassadenbegrünung wichtig, dass die Außenfassade auf Jahre hundertprozentig pflegefrei bleibt“, sagt Raphael Marquardt vom Neckarsulmer Architekturbüro Kreor, das für die Planung verantwortlich war. „Aktuell geben wir auf unsere Außenflächen mindestens sechs Jahre Garantie – auf Flächen in Innenräumen sogar lebenslang, denn das Moos regeneriert sich immer wieder von selbst“, erläutert MoosMoos-Chef Andreas Bergermann.
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Wie das Moos ans Gebäude kommt
Für die Verarbeitung im sächsischen Oppach wird das Moos nach Unternehmensangaben aktuell vor allem in Lettland, wo es eine Tochtergesellschaft gibt, Polen, der Ukraine und in Skandinavien gesammelt. Die Endkunden wiederum sitzen demnach zu 80 Prozent im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz). „Mit unseren pflegefreien Moos-Fassaden wollen wir im Sommer kühlen und Wärmeinseln, gerade in den Großstädten, abschaffen“, so Bergermann.
Das zuvor präparierte Moos wird mit einem Spezialkleber auf Aluminiumplatten aufgebracht, diese werden dann in Stahlelemente eingebracht. Moos könne bis zu acht Liter Wasser auf den Quadratmeter aufnehmen und dieses dann wieder verdunsten lassen, teilt das Unternehmen mit. Es regeneriere sich immer wieder selbst. Zudem funktioniere Moos wie eine Schallschutzwand und absorbiere die Sonneneinstrahlung.
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Von Moosgestecken für Gräber zur begrünten Fassade im Skigebiet

In der Wendezeit gegründet, konzentrierte sich das Unternehmen zunächst auf Moosgestecke, die am Totensonntag oder Allerheiligen auf die Gräber gelegt wurden. „Wir haben damit deutschlandweit die Gärtnereien versorgt“, blickt Bergermann zurück, „2015 sahen wir dann ein Wandbild aus Moos und haben uns gesagt, das können wir besser.“ Aufgrund der Vorkenntnisse ging das Unternehmen schon zwei Jahre später mit den eigenen Wandbildern auf den Markt. „Und seit 2021 sind wir Marktführer“, sagt der Chef. Irgendwann entstand die Idee, auch im Außenbereich Mooswände zu platzieren. Es folgten allerhand Tests: Los ging’s im eigenen Garten, weiter auf über tausend Metern Höhe im österreichischen Skigebiet Hochkössen, und letztlich kam dann auch noch eine Wand auf dem Dach eines Hauses auf Mallorca hinzu.
Moos-Fassaden in Bayern

Die zwei weltweit größten pflegefreien Moos-Fassaden befinden sich nach Unternehmensangaben in Bayern: Neben Neu-Ulm mit 1.600 Quadratmetern wurde in Kürnach bei Würzburg eine 160-Quadratmeter-Fassade am Edeka-Markt Didis eingeweiht. „Eine Moos-Außenwand hatten wir noch nie, aber mit dem Ergebnis können wir mehr als zufrieden sein“, sagt Sven Schemann, Regionalleiter Expansion/Immobilienmanagement bei der Edeka-Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen. Auch Kürnachs Bürgermeister René Wohlfart zeigt sich begeistert: „Wir haben ringsherum nur grüne Felder, so wirkt der Edeka-Markt nicht mächtig, sondern passt sich vielmehr seiner Umwelt an.“
Quelle: MoosMoos
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