Sicherheit statt Bäume? Fachverband widerspricht Wolfgang Ischinger
Nach dem Stromausfall in Berlin sorgt Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, mit einem Post im Kurznachrichtendienst X für Wirbel. Ein Fachverband kritisiert, dass der Jurist Baumpflanzungen und innere Sicherheit gegeneinander ausspiele.

In dem sozialen Netzwerk hatte Ischinger geschrieben: „Stromausfall Berlin: Beispiel für die Verletzlichkeit unserer Infrastruktur. Statt viele Millionen für Baumpflanzungen, sollten Bund und Berlin das Sondervermögen besser dafür einsetzen, dass nicht ein einzelner professioneller Sabotagetrupp die gesamte Hauptstadt stillegen kann.“ Nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Kraftwerk Lichterfelde in der Bundeshauptstadt waren tausende Haushalte und Betriebe ohne Strom. Zu der Tat hat sich eine linksextremistische Gruppe bekannt.
Sicherheit und Klimaresilienz nicht gegeneinander ausspielen

„Die Aussagen von Herrn Ischinger stehen in einer Reihe von Forderungen, Investitionen in grüne Infrastruktur zurückzufahren und stattdessen ausschließlich Sicherheit oder Wirtschaft zu priorisieren. Dieser Ansatz greift zu kurz“, sagt Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des Bundes deutscher Baumschulen (BdB). Selbstverständlich sei es zwingend notwendig, die innere Sicherheit zu stärken und Anschläge wie zuletzt in Berlin wirksam zu verhindern. „Daran gibt es keinen Zweifel. Der Schutz der Bevölkerung hat oberste Priorität“, so der BdB. „Aber Sicherheit und Klimaresilienz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.“
Die pauschale Abwertung von Baumpflanzungen als überflüssig oder falsch verkennt nach Einschätzung des Fachverbandes die tatsächlichen Herausforderungen. „Investitionen in klimaresiliente Städte, gesunde Bäume und grüne Infrastruktur sind kein Luxusprojekt, sondern eine notwendige Vorsorge angesichts zunehmender Hitze, Dürre und Extremwetterereignisse“, betont Guhl. Zudem sei die Behauptung, es fehle grundsätzlich an finanziellen Mitteln, nicht haltbar. „Es ist ausreichend Geld vorhanden, um sowohl Maßnahmen zur inneren Sicherheit als auch Investitionen in Klimaresilienz aus dem Sondervermögen zu finanzieren. Die Politik muss beides leisten – nicht entweder oder.“
Klimaanpassungsgesetz: Mehr Bäume für Berlin

Der Bund deutscher Baumschulen fordert daher eine sachliche Debatte, die den komplexen sicherheits- und klimapolitischen Herausforderungen gerecht wird. „Eine resiliente Gesellschaft braucht Sicherheit – und sie braucht eine intakte, widerstandsfähige Umwelt.“
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Erst im vergangenen Jahr hatte das Abgeordnetenhaus in Berlin ein Klimaanpassungsgesetz verabschiedet. Bis 2040 soll sich die Zahl der Bäume in der Bundeshauptstadt verdoppeln.
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