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Mit Bobcat-Raupenlader 400 km zur Messe: 74-Stunden-Trip

Roadtrip

Baumpfleger sind 74 Stunden mit Raupenlader unterwegs

28.07.2025, 06:30, aktualisiert 13.10.2025, 19:26
MAINZ
Mit Bobcat-Raupenlader 400 km zur Messe: 74-Stunden-Trip
Fuhren mit einem Bobcat-Raupenlader (MT100) 400 Kilometer querfeldein nach Augsburg: Jan Seeliger und Malte Höhn aus dem Mainzer Betrieb Baumpflege Blattwerk. | Foto: Baumpflege Blattwerk Mainz

Es mag wie eine Schnapsidee klingen, doch im Kollegenkreis stieß die Aktion durchaus auf Bewunderung: Jan Seeliger und Malte Höhn reisten zu den Deutschen Baumpflegetagen 2025 nicht mit Bus, Bahn oder Auto an, sondern einem Raupenlader. FĂŒr 400 Kilometer von Mainz nach Augsburg brauchte das Duo 74 Stunden. Auf dem Roadtrip gab‘s nur eine Schwachstelle.


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Den Raupenlader, ein Bobcat MT100 (Kipplast: 1.290 Kilo, Motorleistung: 17,5 kW), haben Jan Seeliger und sein Bruder Leon gleich bei der GrĂŒndung ihres Betriebs Baumpflege Blattwerk in Mainz im Jahr 2023 angeschafft. Denn in schwer zugĂ€nglichen Gartenbereichen lĂ€sst sich die kompakte 1,5-Tonnen-Maschine bequem per Kran-Lkw absetzen, dann transportieren die BrĂŒder damit Ast- und Schnittmaterial. „Ich möchte auch in 20 Jahren noch meinen Job ausĂŒben können“, sagt Jan Seeliger schmunzelnd, „außerdem sind wir mit dem Bobcat zwei- bis dreimal schneller.“ Ebenso kommt der Mini-Lader (Hubhöhe: 2,1 Meter) bei FĂ€ll- und Wurzelarbeiten zum Einsatz. Aber als Fahrzeug fĂŒr eine Reise von Mainz nach Augsburg?

Bobcat-Raupenlader fĂŒr Fahrt zu Baumpflegetagen umgerĂŒstet

Wie kommt jemand auf solch eine Idee? Ganz einfach: Jan Seeliger vertrieb sich die Wartezeit an einem BahnĂŒbergang mit einer nicht ernst gemeinten Instagram-Story: „Der erste Tag von 100 Tagen mit dem Bobcat durch Deutschland...“, hieß es darin. Doch was ursprĂŒnglich bloß als Scherz gedacht war, nahm plötzlich Fahrt auf – auch durch stimulierende Reaktionen befreundeter Gartenpfleger. Also rĂŒstete Jan Seeliger gemeinsam mit seinem Kollegen Malte Höhn den Raupenlader fĂŒr die Reise zu den Baumpflegetagen. Die klassischen AnbaugerĂ€te wichen Handyhalterung und USB-Ladekabel – als provisorisches Navigations- und Entertainmentsystem. Die Kommunikation zwischen den Fahrern lief ĂŒber Helmfunk. Die Schaufel wurde zu einer Transportbox fĂŒr Sprit, Wasser und Verpflegung umfunktioniert. In einen selbstgebauten AnhĂ€nger mit Vollgummireifen von einer Schubkarre stellte das Duo einen Schaukelstuhl als Sitzgelegenheit fĂŒr den Beifahrer. Alle drei bis vier Stunden wechselten sich die Baumpfleger beim Fahren ab.

Verdutzte Blicke auf der RheinfÀhre

Jan Seeliger (links) und Malte Höhn schafften es bis nach Augsburg: Auch der Bobcat-Raupenlader hat problemlos durchgehalten – die Schubkarrenreifen des AnhĂ€ngers allerdings nicht. | Foto: Baumpflege Blattwerk Mainz
Jan Seeliger (links) und Malte Höhn schafften es bis nach Augsburg: Auch der Bobcat-Raupenlader hat problemlos durchgehalten – die Schubkarrenreifen des AnhĂ€ngers allerdings nicht. | Foto: Baumpflege Blattwerk Mainz

Immerhin 74 Stunden waren Seeliger und Höhn unterwegs – zumeist auf Feld- und Wanderwegen, Wiesen und in WaldstĂŒcken. Bewohnte Gebiete mieden sie bewusst, um LĂ€rmbelĂ€stigungen in der Nacht zu vermeiden. Der Beifahrer im Schaukelstuhl hatte die Aufgabe, die Route zu optimieren. „UrsprĂŒnglich hatte uns der Routenplaner eine Strecke direkt vorbei am Heidelberger Hauptbahnhof vorgeschlagen – aber das haben wir dann doch nicht gemacht“, denkt Höhn zurĂŒck. Bei Gernsheim ĂŒberquerten sie per FĂ€hre den Rhein – und ernteten verdutzte Blicke. Es waren nicht die einzigen auf ihrer Tour. Auch so mancher BrieftrĂ€ger fragte sich wohl morgens um vier, ob er diese Szene gerade trĂ€ume, vermuten die beiden Baumpfleger.

400 Kilometer ohne jede Beanstandung

Pausen machte das Duo nur zum Tanken und fĂŒr eine Stippvisite im Baumarkt. „Wir waren sehr positiv ĂŒberrascht, wie wenig Sprit unser Bobcat verbraucht. Wir hatten mit mehr gerechnet“, erzĂ€hlt Höhn. In 24 Arbeitsstunden kam der MT100 lediglich auf rund 80 Liter Diesel – dabei waren die beiden Baumpfleger stets mit einer Vollgaslast von 90 bis 95 Prozent unterwegs.

So erreichten Seeliger und Höhn in den frĂŒhen Morgenstunden Augsburg – und zwar auf der Felge. Denn wĂ€hrend der Bobcat die rund 400 Kilometer ohne jede Beanstandung durchhielt, entpuppte sich der selbstgebaute AnhĂ€nger als Schwachstelle. Gleich mehrfach mussten unterwegs die Schubkarrenreifen gewechselt werden. „Unser MT100 hat sich super gehalten“, freut sich Seeliger, „das hĂ€tte vorher keiner unserer Kollegen gedacht. Auch unser Mechaniker war begeistert vom Top-Zustand der Maschine, und direkt seit unserer RĂŒckkehr ist unser Bobcat wieder tĂ€glich im Einsatz.“

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Quelle: Bobcat


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