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GaLaBau 2026: Neue Leiterin Isabel Grundner im Interview

GaLaBau 2026: Neue Leiterin Isabel Grundner im Interview
Möchte die Fachmesse GaLaBau in Nürnberg noch zukunftsorientierter gestalten: Isabel Grundner. | Foto: NürnbergMesse/Thomas Geiger

Ihrer enormen Verantwortung ist sich Isabel Grundner, GaLaBau-Veranstaltungsleitung, bewusst. Gleichzeitig stellt sie sich den Herausforderungen und freut sich auf die Fachmesse in Nürnberg – und spricht im B_I galabau-Interview über neue Formate, Standmieten und welcher Programmpunkt in ihren Augen besonders faszinierend ist.

Die GaLaBau in Nürnberg ist das emotionale und wirtschaftliche Herzstück der grünen Branche. Was war Ihr erster Gedanke als feststand, dass Sie die Leitung dieser internationalen Leitmesse übernehmen?


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Isabel Grundner: Im ersten Moment empfand ich große Freude und auch Stolz. Die GaLaBau ist als Leitmesse ihrer Branche nicht nur eine beeindruckend große Veranstaltung, sondern bringt auch eine enorme Verantwortung und zahlreiche spannende Herausforderungen mit sich. Ich habe mich bereits im Vorfeld mit der Messe beschäftigt und muss ehrlich sagen: Je näher die Messe rückt, desto mehr freue ich mich darauf!

Wie haben Sie die grüne Branche in Ihren ersten Monaten der Einarbeitung und im Austausch mit den Betrieben und Verbänden wie dem Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) bisher kennengelernt?

Grundner: Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern konnte ich in kurzer Zeit viele spannende Menschen kennenlernen und mich mit ihnen austauschen. Obwohl so unterschiedliche Personengruppen aufeinandertreffen, wirkt die Branche auf mich dennoch familiär – man trifft wiederholt dieselben Personen. Der Umgang untereinander ist durchweg professionell und herzlich, selbst wenn die Meinungen auseinandergehen. Letztlich verbindet alle derselbe Antrieb: die Leidenschaft für die Branche.

Gedeiht die grüne Branche?

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Ihr Vorgänger Stefan Dittrich hat die Messe über Jahre stark geprägt und bleibt als Executive Director an Bord. Wie sieht die Aufgabensteilung zwischen Ihnen beiden aus, und wo werden Sie ganz bewusst eigene, neue Akzente setzen?

Grundner: Ich bin dankbar, Herrn Dittrich weiterhin an meiner Seite zu haben. Seine Erfahrung war entscheidend für meinen schnellen Einstieg in die Branche, und auch heute tauschen wir uns regelmäßig aus. Es ist mir wichtig, die GaLaBau zukunftsorientiert zu gestalten und relevant zu bleiben. Deshalb halte ich mich über aktuelle Entwicklungen informiert und passe unsere Formate an den konkreten Marktbedarf an.

Das Führungsteam hat angekündigt, die GaLaBau „internationaler, digitaler und nachhaltiger“ aufzustellen. Können Sie uns konkret verraten, wie sich das im Messebild und im Programm für die kommende Veranstaltung widerspiegeln wird?

Grundner: Zum Thema Nachhaltigkeit präsentieren wir wieder den „GRÜN-BLAUEN PFAD“, der Innovationen hervorhebt, die den GaLaBau zukunftsfähig machen – mit Fokus auf Klimaanpassung. Mit dem neuen Format „ZUKUNFTSRAUM“ schaffen wir einen interaktiven Hub für die Digitalisierung im GaLaBau. Von KI-gestützten Planungstools über papierlose Prozesse bis zu modernen Recruiting-Strategien zeigen wir, wie digitale Transformation in der Praxis funktioniert. Mit 30 Prozent internationalen Ausstellern unterstreichen wir die globale Relevanz der Branche.

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Warum lohnt es sich für einen Unternehmer im Jahr 2026 mehr denn je, seine Kolonne für einen Tag einzupacken und nach Nürnberg zu schicken, statt sie auf der Baustelle zu lassen?

Grundner: Die GaLaBau erfüllt zwei zentrale Funktionen: Erstens ist sie eine Wissensplattform. Unternehmen präsentieren Innovationen, die Arbeitsabläufe grundlegend transformieren und die aktuellen Trends der Branche widerspiegeln – Wissen, das für jeden branchenweit relevant ist. Einzigartig ist vor allem das Angebotsspektrum: Es vereint die gesamte Wertschöpfungskette vom Design über die Umsetzung bis zur Instandhaltung – ob Grünflächen, Sportanlagen oder Spielplätze. Das ist unser „All-in-One-Marktplatz“. Zweitens bietet die GaLaBau unersetzbare Netzwerkchancen. Alte Bekannte, neue Partner, Konkurrenten – alle treffen sich hier und bauen echte, nachhaltige Geschäftsbeziehungen auf. Das ist das Kontrastprogramm zur digitalen Distanz: eine Branche, die sich physisch trifft und gemeinsam wächst.

Zur Person

Isabel Grundner wurde im oberbayerischen Peiting geboren und ist auch dort aufgewachsen. Jetzt lebt sie im Nürnberger Gemeindeteil Kornburg. Einen persönlichen Bezug zum Thema Garten hat Grundner (Bachelor in Angewandte Medien und Master in Business Administration) nicht erst, seitdem sie die Veranstaltungsleitung der GaLaBau-Messe in Nürnberg übernommen hat, denn ihre Leidenschaft für Wasser, Pflanzen und Natur besteht bereits seit der Kindheit. In der Freizeit treibt sie gern Sport, weitere Hobbys sind Kochen und Reisen.

Der Messe-Samstag wurde gestrichen, die Laufzeit liegt nun von Dienstag bis Freitag. Wie ist das erste Feedback der Aussteller auf diese neue Struktur bei den Buchungen?

Grundner: Fachmessen unter der Woche ermöglichen es Unternehmen, Besuche als betriebliche Weiterbildung zu integrieren – ein klarer Vorteil gegenüber Wochenendformaten, die eher Endkunden ansprechen. Dadurch, dass wir unter der Woche stattfinden, bekräftigen wir unser Commitment zu echter Fachexpertise statt Massenpublikum. Die Aussteller unterstützen diese Haltung vollumfänglich – sie wissen, dass Qualität statt Quantität sich auszahlt. Das ist strategisch: Wir wissen, dass unsere Besucher nicht zum Flanieren kommen – sie kommen, um zu investieren.

Ein Stand auf einer Leitmesse ist für die Hersteller mit Blick auf Miete, Personal und Logistik der Maschinen eine enorme Investition. Wie unterstützen Sie als neue Messeleiterin insbesondere den Mittelstand und kleinere Manufakturen dabei, dass sich dieser finanzielle Aufwand messbar auszahlt?

Grundner: Wir wissen, dass ein Messeauftritt eine echte Investition ist – deshalb haben wir verschiedene Wege geschaffen, damit jedes Unternehmen an der GaLaBau teilnehmen kann. Standflächen sind bereits ab zwölf Quadratmetern buchbar, mit Kosten, die im Einstiegsbereich bleiben. Das senkt die Hürde erheblich. Parallel bietet unsere Startup-Area jungen Unternehmen stark reduzierte Preise und maßgeschneiderte Unterstützung – ein klares Signal: Innovation braucht eine Plattform. Darüber hinaus ermöglicht unser Mitaussteller-Modell Koalitionen mit etablierten Partnern oder Distributoren – kostengünstiger und strategisch sinnvoll für alle Beteiligten.

Sie wollen Frauen in der grünen Branche mehr Sichtbarkeit geben, deswegen wird es auf der Messe das neue Format „Women@GaLabau“ geben: Was verbirgt sich genau dahinter und was soll die Aktion ändern oder verbessern?

Grundner: „Women@GaLaBau“ ist ein gemeinsames Projekt mit TASPO, das wir gegründet haben, um Frauen in der GaLaBau-Branche sichtbarer und vernetzter zu machen. Drei Ziele treiben es: Frauen in einer männerdominierten Branche zusammenbringen und Netzwerke aufbauen. Nachwuchs für Berufe und Ausbildung gewinnen. Wissenstransfer und gegenseitiges Wachstum ermöglichen. Das Event zur GaLaBau mit Fachvorträgen ist der Startpunkt; aus ihm entwickelt sich eine ganzjährig aktive Community. Webinare, eine Social-Media-Community und regelmäßige Treffen vor Ort sichern kontinuierliche Vernetzung – zwischen und nach der Messe. So wird aus einem Event eine Bewegung.

Stellen Sie sich vor, Sie haben am Messe-Donnerstag eine Stunde zur freien Verfügung: In welcher Halle oder an welchem Stand würde man Sie erwischen, wie Sie einfach nur fasziniert zuschauen?

Grundner: Das ist eine schwierige Frage, wenn man so viel Zeit und Herzblut in die Planung dieser großartigen Veranstaltung und ihres Rahmenprogramms investiert. Es gibt viele Programmpunkte, auf die ich mich auch persönlich sehr freue. Ein besonderes Highlight ist für mich der Landschaftsgärtner-Cup. Schon beim letzten Mal hat es mich fasziniert zu sehen, mit welcher Präzision und Leidenschaft die jungen Talente die Mustergärten gestalten – vor allem, wenn man eine Vorstellung davon hat, wie viel Vorbereitung, handwerkliches Können und Teamarbeit dahinterstecken.

Mehr zum Thema:

Frau Grundner, vielen Dank für das Gespräch.

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