Wie Komatsu aus der Wirtschaftskrise steuert
Zuversicht bei Komatsu in Hannover trotz anhaltender Wirtschaftsflaute, US-Zöllen und Iran-Krieg: Marco Maschke, Deutschland-Vertriebschef des Baumaschinenherstellers, rechnet mit einem Aufwärtstrend in der Branche. Bei einem Werksrundgang zeigte das Unternehmen, welche neuen Entwicklungen den Absatz ankurbeln sollen – eine Besonderheit sind Mikrobagger mit Elektro-Antrieb.

Das Werksgelände in Hannover misst stolze 200.000 Quadratmeter. Auf dem ehemaligen Hanomag-Areal entwickelt und produziert Komatsu Radlader (55 bis 531 PS) und Mobilbagger (14 bis 22 Tonnen). In den Hallen herrscht reger Betrieb: Schweißen, Schrauben und Lackieren. Menschen und Roboter sind im Einsatz. Letztlich landen die Baumaschinen auf dem Prüfstand, um zu testen, ob auch alles sitzt, und dann in der Waschanlage, bevor es in den Versand geht.
Von der Absatzkrise war auch der Standort Hannover betroffen, Ende 2024 wurden 235 von 1.000 Stellen gestrichen. Doch Marco Maschke, Leiter des Komatsu-Deutschlandbüros, geht davon aus, dass die Talsohle nun durchschritten ist. Die Iran-Krise ist in dem Szenario zwar noch nicht so ganz eingepreist, dennoch erwartet der Manager nach dem Tiefpunkt im vergangenen Jahr nun eine Erholung.
Für Zuversicht sorgt nicht nur das deutsche Infrastrukturpaket mit 500 Milliarden Euro. Der europäische Markt wachse im Gegensatz zu anderen Regionen, und gerade Deutschland spiele dabei eine Rolle, so Maschke. Komatsu wolle seine Präsenz auf dem Kontinent beibehalten und sogar stärken.

Elektro-Mikrobagger: Baumaschinen für den Lastenaufzug
Womit der Baumaschinenhersteller in der Branche punkten möchte, wurde bei besagtem Werksrundgang gezeigt. Zu den neuen Entwicklungen aus Japan gehören elektrische Mikrobagger. Im Herstellerland sind die Modelle schon auf dem Markt, in Europa noch nicht. Maschke ist allerdings zuversichtlich, dass dies in Deutschland gelingen sollte: „Bei den derzeitigen Kraftstoffpreisen haben wir eine vermehrte Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen.“ Für die neuen Mikrobagger spreche nicht zuletzt der einfache Akkutausch.
Die tragbare Batterietechnologie ermöglicht laut Komatsu einen Batteriewechsel in weniger als zehn Minuten, wodurch Stillstandzeiten reduziert werden. Das Ladegerät lässt sich an jede handelsübliche Haushaltssteckdose anschließen und erfordert keine spezielle Infrastruktur.

Der PC01E-2 (Motorleistung: 2,1 kW, Löffelvolumen: 0,006 Kubikmeter) hat ein Betriebsgewicht von gerade einmal 330 Kilo und eine Gesamtbreite von 580 Millimetern, der PC05E-1 (Motorleistung: 3,3 kW, Löffelvolumen: 0,011 Kubikmeter) wiegt 520 Kilo und ist 690 Millimeter breit. Aufgrund dieser Abmessungen passen die Maschinen in einen handelsüblichen Lastenaufzug. Laut Komatsu eröffnet dies neue Möglichkeiten für Sanierungs- und Bauarbeiten in Gebäuden und Kellern sowie auf beengten innerstädtischen Baustellen und an anderen schwer zugänglichen Orten.
„Die Modelle PC01E-2 und PC05E-1 wurden in Japan erfolgreich eingeführt und von Bauunternehmen sehr gut angenommen“, berichtet Emanuele Viel, Group Manager Utility bei Komatsu Europe, „nun freuen wir uns, sie auch in Europa zu evaluieren und gemeinsam mit unseren Kunden und Händlern neue Einsatzmöglichkeiten für den europäischen Markt zu erschließen.“
Neue Mobilbagger: Wendigkeit durch Allradlenkung und Hightech
Ein paar Nummern größer sind die neuen Mobilbagger PW148‑11 und PW190‑11. Komatsu beschreibt die Maschinen als kompakt, leicht zu transportieren und trotz ihrer Größe wendig – auf Wunsch gibt es sie mit Allradlenkung. Für mehr Einsatzflexibilität sind die Mobilbagger für Tiltrotatoren, 3D‑Anzeigesysteme sowie zusätzliche Features wie Joysticklenkung oder Werkzeugmanagement vorbereitet.
Als technologisch fortschrittlichste Hydraulikbagger, die Komatsu je entwickelt hat, bezeichnet der Konzern die neuen Modelle PC220LC-12 und PC220LCi-12. Eine neue Maschinensteuerung (iMC 3.0) soll die Leistungsfähigkeit unabhängig vom Erfahrungsniveau des Fahrers steigern. Ob nahtlose Tiltrotator-Integration, 3D-Arbeitsraumbegrenzung oder automatische Linienführung: Neue Technologien sollen Präzision, Konsistenz und Sicherheit verbessern.
Muldenkipper HM460-6: Betriebskosten einsparen

Zudem bringt Komatsu einen neuen knickgelenkten Muldenkipper auf den Markt. Herzstück des HM460-6 ist die Motor- und Getriebekombination. Bei der Entwicklung lag das Hauptaugenmerk auf Leistung und Kraftstoffeffizienz. Letztere wurde laut Hersteller im Vergleich zu früheren Modellen um 22 Prozent gesteigert, was zu Einsparungen bei den Betriebskosten und einer geringeren Umweltbelastung während der gesamten Lebensdauer der Maschine beitragen soll. Das Muldenvolumen wurde auf 25,7 Kubikmeter vergrößert, womit der HM460-6 die für typische Materialdichten im Bergbau erforderliche Nutzlast bietet.
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Smarte Baustelle: Fahrerassistenzsysteme steigern Effizienz
Für die Radlader WA475-11 und WA485-11 präsentierte Komatsu in Hannover ein neues Fahrerassistenzsystem. Mehr Übersicht lautet die Devise: Sämtliche Assistenzfunktionen sind auf einem Monitor abrufbar – Wiegesystem, Effizienz-Trainer und Rückfahrkamerasystem. Bei Bedarf lässt sich das System um ein Rundum-Kamerasystem und ein Reifendruckkontrollsystem erweitern.
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