Baumaschinen
Mit neuer Technik gegen Preisdruck und Fachkräftemangel

Das Coreum hat sich in der Baubranche etabliert. Das Schulungs-, Ausstellungs- und Testzentrum im hessischen Stockstadt am Rhein zählt stolze 20.000 Gäste im Jahr. Beim „Kiesel Innovationstag“ tauschten sich jetzt 250 Fachbesucher über neue Maschinen, Digitalisierung, die Verbesserung von Arbeitsabläufen und Herausforderungen in Zeiten der Wirtschaftskrise aus.

Dauerhafte stabile keramische Terrassenflächen
SAKRET Hydraulischer Systemaufbau: Denn das Verlegesystem darunter entscheidet über die Langlebigkeit keramischer Außenbelägen.
Wo der Schuh drückt, kommt gleich zum Start in den Innovationstag zur Sprache. Chefs und Mitarbeiter aus Garten- und Landschaftsbau- sowie Bauunternehmen, Corum-Partner und Branchenexperten haben sich im sogenannten Sandkasten des Forums versammelt, einer XL-Indoorfläche für Maschinen- und Anbaugeräte, die Tests selbst bei schlechtem Wetter ermöglicht. An diesem Vormittag sitzen die Profis allerdings nicht in der Baggerkabine, sondern an Tischen vor einer großen Bühne.
Von Moderator Björn Hickmann, mit Kathrin Kiesel gemeinsam Coreum-Geschäftsführer, gefragt nach den größten Herausforderungen im täglichen Tun liefern die Gäste Stichworte wie Preisdruck, Fachkräfte, Organisation und Digitalisierung. Eine Steilvorlage für die Speaker aus der Branche, die Praxiseinblicke und Impulse für den Arbeitsalltag geben. Denn im Coreum lautet das Motto zwar „Testen ausdrücklich erwünscht“, doch genauso ist dort Wissensvermittlung angesagt.
Maschinen der nächsten Generation im Coreum: Smarte Lösungen im Fokus
Claus Engel, Geschäftsführer des GaLaBau-Betriebs Hornung Garten im Spessart, und Vorarbeiter Benedikt Weis gehen auf die Frage „Brauchen wir wirklich noch drei Maschinen auf der Baustelle?“ ein. Sie berichten aus dem Arbeitsalltag, wie sich mithilfe eines Hitachi-Baggers nebst„KTEG P-Line“ (Assistenzsystem, Rotationsschnellwechsler, Anbaugeräten) die Prozesse auf der Baustelle vereinfachen lassen.
Um „Bauen nach Modell statt nach Gefühl – der neue Standard im digitalen Tiefbau“, dreht sich alles im Vortrag von Denis Kägbein, Prokurist im baden-württembergischen Bauunternehmen wk-bau, und Steven Cazacu, Fachberater für digitale Lösungen beim Bauprozessoptimierer Makineo. Beide stellen die Vorteile der 3D-Planung dar. Probleme und Fehler fielen so schneller auf, sagt Kägbein. Liege ein neuer Auftrag vor, erstelle sein Unternehmen daher gleich ein dreidimensionales Modell. Denn gebe es lediglich eine zweidimensionale Zeichnung, müsse im Kopf erst ein reales Bauobjekt entstehen, sagt Cazacu. Allerdings wachse nun eine Generation heran, für die 2D kaum noch nachvollziehbar sei.
Digitale Zwillinge für die Baustellen der der Zukunft

Über die Vorteile „digitaler Zwillinge“ spricht Theo Heitkamp, Geschäftsführer des münsterländischen Bauunternehmens Klaus Stewering. Durch virtuelle, datengetriebene Abbilder ließen sich beispielsweise im Großkanalbau im städtischen Raum Risiken minimieren und Kosten reduzieren. Zudem steige die Effizienz.
Als einzigartig in Europa bezeichnet sich das Coreum. Eröffnet wurde die Innovations- und Kommunikationsplattform im Jahr 2018. Es ist eine Marke der Kiesel Group, Baumaschinenhändler und Familienbetrieb (1.200Mitarbeitende, 600Millionen Euro Umsatz) mit Sitz in Baden-Württemberg. Initiator und Gründervater des Coreums ist Toni Kiesel, Geschäftsführer der internationalen Unternehmensgruppe.
Was ursprünglich als internes Ausbildungszentrum gedacht war, entwickelte sich zum Innovationszentrum für die Baubranche. Auf dem insgesamt 120.000 Quadratmeter großen Gelände befindet sich neben Schulungszentrum und Hotel ein 80.000 Quadratmeter großer Expo-Park mit Aktionsflächen. Über 50 Marken-Partner zeigen dort Maschinen, Fahrzeuge, Anbaugeräte und digitalen Assistenzsysteme, die Besucher testen können.
Vom Ausstellungsstück zum Baustelleneinsatz: Technik live
Beim Innovationstag sind auf dem Areal geführte Rundgänge angesagt. GaLaBau, Gleis-, Kanal-, Netz- und Infrastruktur-, Verkehrswege-, Spezial- und Tief- oder Pflasterbau: An mehr als ein Dutzend Stationen bekommen die Besucher diverse Maschinen zu sehen. Auf einer Aktionsfläche sind Minibagger als Multi-Tool-Carrier im Kompaktbereich von einer bis zehn Tonnen zu sehen – inklusive Anbaugeräten, Auslegersystemen, Transportlösungen und digitaler Assistenz. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Optimas werden praxisnahe Anwendungen für den GaLaBau und Straßenbau präsentiert: Pflasterverlegung, Planieren oder auch Vakuumtechnik.
Baumaschinen mit Elektro-Antrieb

Auf einer „Zero Emission“-Aktionsfläche erleben die Besucher elektrische Minibagger, die sich für Einsätze in Umweltzonen, Arbeiten in Innenräumen oder lärmsensiblen Gegenden eignen. Durch den Kauf von Baumaschinen mit E-Antrieb stiegen die Chancen auf zusätzliche Aufträge, sagte Kiesel-Produktmanager Jonas Lange. Nicht nur Abgase und Lärm, sondern auch Konflikte mit Anwohnern ließen sich so vermeiden.
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Er zeigte zudem größere Elektro-Bagger, mit denen sich sechseinhalb bis acht Stunden durcharbeiten lasse: Vom 9-Tonner ZE 85 und 15-Tonner ZE 135 seien insgesamt schon über 150 Einheiten verkauft worden – vor allem nach Norwegen. Lange präsentierte dann auch gleich den Schnellladeanschluss KTEG Powertree, ein weißer Container mit viereinhalb Tonnen Betriebsgewicht (Batteriekapazität: 126 kWh).
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