Praxistest
Großflächenpflege mit Akku: Funkgesteuertes Mähwerk schafft 4.000 Quadratmeter

Zur Fachmesse GalaBau 2026 rollte eine technische Neuerung in die professionelle Grünpflege: Ein konfigurierbarer, vollkommen akkubetriebener Großflächenmäher soll Kommunen und Landschaftsbau-Betrieben ab Herbst emissionsfreie Effizienz auf schwierigen Arealen garantieren. Die Redaktion hat das System vorab im Praxistest auf einem hügeligen Gelände unter die Lupe genommen.

Das Aufmaß bleibt im Team, die Genauigkeit auf dem Platz
Effiziente GaLaBau-Vermessung: Der GNSS-Empfänger UNI-GR2 ermöglicht zentimetergenaue Aufmaße und digitale Dokumentation komplett in Eigenregie.
Ein weitläufiger, stark hügeliger Garten im Bergischen Land. Normalerweise würde hier jetzt das unüberhörbare Knattern eines schweren Einzylinders die Luft erfüllen, begleitet von bläulichen Abgasen. Stattdessen hört man fast nichts – nur ein dumpfes, sattes Surren der rotierenden Messer, das sich mit dem Rascheln des fallenden Grases vermischt. Der neue Mowit Pro RC zieht seine Bahnen. Die Bewirtschaftung von topografisch anspruchsvollen Flächen fordert Dienstleister zunehmend heraus, doch dieses Fahrzeug verzichtet komplett auf fossile Brennstoffe.
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„Wir merken in den Gesprächen mit Kommunen und Dienstleistern, dass der Druck zur Dekarbonisierung massiv steigt“, erklärt Torsten Witte, Anwendungsberater bei Sabo, während er entspannt neben dem Gerät hergeht. Eine Unterhaltung in normaler Lautstärke ist direkt neben der laufenden Maschine problemlos möglich. Der technische Kern basiert auf einem dualen Elektromotor-Konzept mit jeweils 2,5 Kilowatt Leistung. Gespeist wird das System aus bis zu vier wechselbaren Lithium-Ionen-Akkumulatoren, die eine Gesamtkapazität von rund 9,08 Kilowattstunden bereitstellen. Für Bauhöfe bedeutet dies in der Praxis eine kontinuierliche Betriebszeit von bis zu sechs Stunden, bevor die Energieeinheiten an das Schnellladegerät müssen.
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Funkferngesteuerte Mähwerke: Arbeitssicherheit auf Distanz und Steilhängen

Wir wechseln das Terrain: Der Hang im oberen Teil des Gartens weist eine spürbare Steigung auf. Wo Bediener mit handgeführten Geräten körperlich an ihre Grenzen stoßen oder Aufsitzmäher kippgefährdet sind, bleibt der Anwender hier sicher auf dem flachen Bereich stehen. Die Steuerung erfolgt komplett über eine kompakte Funkfernsteuerung mit bis zu 250 Metern Reichweite. Sie liegt ergonomisch gut in der Hand, die Befehle werden verzögerungsfrei umgesetzt. Nach wenigen Minuten wird klar: Die Bedienung ist intuitiv und das Manövrieren der Maschine per Joystick bringt einen echten Spaßfaktor in den Arbeitsalltag.
Mit einer nachgewiesenen Hangtauglichkeit von bis zu 30 Grad – was einer Steigung von 60 Prozent entspricht – zieht das Gerät unbeirrt seine Spur quer zum Hang. „Sicherheit und Ergonomie stehen im Profi-Einsatz an erster Stelle“, betont Witte. „Der Bediener steht außerhalb jeder Gefahrenzone und steuert den Mäher präzise aus der Distanz.“ Durch die Bauhöhe von nur 50 Zentimetern qualifiziert sich das Modell im Test auch für das Unterfahren von tief stehenden Hindernissen, wie man sie typischerweise in Solarparks vorfindet. Für die nötige Agilität sorgt ein Lenksystem mit Zero-Turn-Funktion, welches ein Drehen auf der Stelle ermöglicht.
Akkubetriebene Landschaftspflege: Variabilität bei Mähdeck und Bereifung

Für Planer und GaLaBauer ist die modulare Konfigurierbarkeit ab Werk das wichtigste Kriterium. Unser Testkandidat ist mit einem robusten Drei-Messer-System inklusive Federstahlmessern bestückt. Je nach primärem Einsatzzweck lässt sich das Fahrzeug flexibel auf ein 130-Zentimeter-Mulchdeck oder ein 120-Zentimeter-Heckauswurfdeck umrüsten. Die Schnitthöhe lässt sich flexibel zwischen 20 und 120 Millimetern justieren, um auf unterschiedliche Vegetationsphasen zu reagieren. Ein schwenk- und kippbares Mähdeck erleichtert zudem die Reinigung nach dem Einsatz.
Auch beim Bodenkontakt lässt sich das System den Gegebenheiten anpassen. Für empfindliche, urbane Grünflächen steht eine bodenschonende Gartenbereifung zur Auswahl. Auf unserem feuchten Test-Hang greift das System hingegen auf ein tiefes Ackerstollenprofil zurück, um die nötige Traktion ohne Schlupf auf den Boden zu bringen.
Vorbereitung auf autonome Grünpflege: Sensorik und digitale Upgrades
Am Ende des Rundgangs zeigt sich die strategische Ausrichtung der Entwickler für kommende Ausschreibungen. Die Basisvariante verfügt bereits über eine integrierte GPS-Vorbereitung sowie eine elektronische Lenkunterstützung (Compass Servo Drive). Dies ermöglicht es Betrieben, das Fahrzeug schrittweise für zukünftige Automatisierungsstufen nachzurüsten.
Laut Sabo sind erweiterte Modellvarianten, die mittels GPS- und RTK-Technologie komplett autonome Fahrbefehle ausführen können, bereits fest in der Pipeline. Die offizielle Messe-Premiere der konfigurierbaren Basismaschine erfolgt auf der GalaBau 2026 in Nürnberg, die Markteinführung ist für die darauffolgenden Monate terminiert.
Funkgesteuerter Großflächenmäher im Härte-Test: Fazit der Redaktion

Der Praxistest auf der Fläche zeigt: Sabo liefert mit dem neuen Großflächenkonzept eine Antwort auf den anhaltenden Elektrifizierungs- und Automatisierungsdruck im GaLaBau. Die Kombination aus Reichweite, ergonomischer Funksteuerung und der modularen Konfiguration überzeugt. Besonders der Verzicht auf aufwendige Wartungszyklen verbrennungsmotorischer Antriebe dürfte sich bei hoher Auslastung schnell amortisieren
Zwei Sabo-Mäher im Test
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