Tarifverhandlungen
IG Bau lehnt Arbeitgeber-Angebot ab

Die Tarifverhandlungen für die rund 800.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe gestalten sich abermals sehr schwierig. Nach zwei Verhandlungstagen sind die Gespräche gestern weiter vertagt worden. Die nächste und wahrscheinlich letzte Runde findet Mitte April statt.
Wegen des umfangreichen Forderungskatalogs der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt hätten sich die Verhandlungen „überaus schwierig“ gestaltet, sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Frank Dupré. Schon die erste Verhandlungsrunde war mit Ärger gestartet. Laut dem stellvertretenden IG Bau-Vorsitzenden Dietmar Schäfers hätten die Gespräche nun sogar „kurz vor dem Scheitern“ gestanden. Ein Schwerpunkt war die Ost-West-Angleichung von Löhnen und Gehältern. Ausgehend vom Tarifgebiet Ost bezifferten der ZDB und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie den Verteilungsspielraum mit 6 % bei einer Laufzeit von 24 Monaten. „Eine konkrete Ausdifferenzierung für das Tarifgebiet West haben wir nicht vorgenommen. Die Gewerkschaft war nicht bereit, darüber zu diesem Zeitpunkt weiter zu verhandeln“, so Dupré.
Arbeitgeber-Angebot „vergiftet“
Nach Rechnung der Gewerkschaft habe das Arbeitgeber-Angebot für die Beschäftigten im Westen maximal eine tabellenwirksame Lohnerhöhung von 1,65 Prozent für zwölf Monate vorgesehen, für die Beschäftigung im Osten sollten noch 1,35 Prozent Ost-West-Angleichung hinzukommen. Nicht eingegangen seien die Arbeitgeber auf die Forderung nach einem 13. Monatseinkommen und einer Regelung zur Übernahme der Ausbildungskosten, auch habe es keinen Schritt in Richtung Arbeitszeit gleich Wegezeit gegeben. „Dieses ,vergiftete‘ Angebot ist unakzeptabel“, so Schäfers. Zur Vermeidung eines drohenden Arbeitskampfes habe die Gewerkschaft einem weiteren Verhandlungstermin zugestimmt. Die Arbeitgeber hätten nun die Möglichkeit, die Verhältnisse in ihren Verbänden zu klären.
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Weiter verhandelt wird am 16. und 17. April in Leipzig – ein letzter Versuch für eine Einigung, so Schäfers. Man wolle möglichst in freien Verhandlungen zu einem Abschluss kommen, und zwar beide Seiten, sagte Dupré. „Am Ende muss das Gesamtpaket stimmen“.
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