Nordbau 2026
Bauwirtschaft rüstet sich für die Bauoffensive

Positive Bilanz: Mit 53.200 Besucherinnen und Besuchern sowie mehr als 700 Ausstellern schloss am Sonntag die 71. Nordbau in Neumünster. Im Fokus der Messe in den Holstenhallen standen praxisnahe Lösungen für den Infrastrukturbau, die Elektrifizierung von Baumaschinen sowie der serielle Holzbau. Zudem kündigte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident eine umfassende Bauoffensive an.

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Die Fachmesse startete mit politischen Impulsen für die regionale Baubranche: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther kündigte eine Bauoffensive für Schleswig-Holstein an, die gezielt den Wohnungs-, Straßen- und Radwegebau forcieren soll. „Allein in diesem Jahr wollen Land, Bund und Autobahn GmbH mehr als eine halbe Milliarde Euro in das Straßen- und Radwegenetz Schleswig-Holsteins investieren. Das verringert den Sanierungsstau unserer Infrastruktur und schafft wichtige Aufträge für die Bauwirtschaft“, betonte Günther.
Passend zu den anstehenden Aufgaben analysierte das Infrastrukturforum des VDBUM die praxisnahe Umsetzung von Großprojekten. Fachbesucher aus dem Bahn-, Bundeswehr- und Straßenbau diskutierten hier konkrete Lösungsansätze zur Bewältigung der zunehmenden Anforderungen an die Infrastruktur.

Baumaschinen Elektrifizierung: Emissionsfrei auf der Baustelle
Auf dem Freigelände zeigten Hersteller den aktuellen Stand der Technik zur Arbeitserleichterung im Baustellenalltag. Ein zentrales Thema war die Elektrifizierung des Maschinenparks – von der kompakten Handmaschine bis zum Großgerät. Das Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien (KLiB) ordnete diese Entwicklung fachlich ein und beleuchtete die Rolle von Speichersystemen als notwendiges Rückgrat der zukünftigen Energieinfrastruktur für Baustellen.
Schleswig-Holsteins Innen- und Bauministerin Magdalena Finke nutzte den Messefreitag für einen direkten Austausch mit der Praxis. Im Rahmen des „Tags der Bauministerin“ diskutierte sie mit Vertretern der Architekten, Planer und der Wohnungswirtschaft über zukunftsfähigen Wohnungsbau. Zentrale Schwerpunkte ihrer Keynote waren ein modernisiertes Baurecht, vereinfachte Planungsverfahren sowie die Stärkung des Bauens im Bestand. Ergänzt wurde der Branchendialog durch Fachexperten, unter anderem von der Architekten- und Ingenieurkammer, die konkrete Lösungsansätze für eine spürbar beschleunigte Vergabepraxis am Bau aufzeigten

Kanalsanierungstage: Wirtschaftliche Bestandserhaltung im Tiefbau
Ein zentraler Anlaufpunkt für die unterirdische Infrastruktur waren die Kanalsanierungstage auf der Nordbau. Planer, Vertreter von Kommunen und ausführende Bauunternehmen diskutierten hier den aktuellen Stand bei grabenlosen Verfahren und der effizienten Rohrnetzsanierung. Im Fokus standen lösungsorientierte Ansätze, um Sanierungsmaßnahmen bei laufendem Betrieb und mit minimiertem Eingriff in den Verkehrsraum umzusetzen. Moderiert wurde das Fachforum von Bernd Hinrichs, Verlagsleiter von B_I MEDIEN, der die praxisnahen Diskussionen rund um aktuelle Normen, Wirtschaftlichkeit und neue Sanierungstechniken fachlich begleitete.
Holz Handwerk Zukunft: Serieller Holzbau und digitale Prozesse
Mit den Hallen 4 und 6 etablierte die Messe erstmals eine zentrale Plattform für den modernen Holzbau. Unter dem Motto „Holz Handwerk Zukunft“ informierten sich Architekten, Planer und die Wohnungswirtschaft über die Potenziale des nachwachsenden Baustoffs für die urbane Nachverdichtung. In Kooperation mit dem Holzbauzentrum Nord (HBZ) standen vor allem das serielle Bauen sowie Gebäudeaufstockungen im Fokus. Neben praxisnahen Materialvorführungen auf einer zentralen Bühne lag ein weiterer Schwerpunkt auf der Digitalisierung: Fachleute diskutierten, wie sich durch BIM-gestützte Planung und automatisierte Vorfertigung Bauzeiten deutlich verkürzen und Prozesse ressourcenschonender steuern lassen.
Wärmewende und Nachwuchsgewinnung
Die integrierte Fachkonferenz Conbau Nord richtete den Blick auf bautechnische Standards und die Umsetzung der Wärmewende im Wohnungsbau. Ein weiterer strategischer Schwerpunkt der Messe lag auf der Fachkräftesicherung: Rund 1.300 Jugendliche nutzten die Plattform „Nordjob Bau:Technik“, um sich bei den Mitgliedsunternehmen der Bauverbände über Ausbildungswege und berufliche Perspektiven zu informieren.
Die 72. Nordbau findet vom 8. bis 12. September 2027 in den Holstenhallen in Neumünster statt.
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