Baukonjunktur auch in Niedersachsen gespalten
Ein kräftiges Auftragsplus im Wirtschaftsbau, aber weiterhin tiefrote Zahlen im Wohnungsbau: Die Halbjahresbilanz der Baukonjunktur fällt auch in Niedersachsen sehr durchwachsen aus. Das leichte Umsatzwachstum hat seinen Ursprung in erhöhten Baupreisen, so der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen.

Nach den Zahlen der Statistischen Landesämter für Niedersachsen und Bremen gab es bei den Auftragseingängen im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine deutlich zwiegespaltene Entwicklung. Während der Wirtschaftsbau im Bereich Hochbau um 15,6 Prozent und im Tiefbau sogar um 34,8 Prozent zulegte, brachen die Auftragseingänge im Wohnungsbau um 14,3 Prozent ein. Der baugewerbliche Umsatz nahm im gleichen Zeitraum nur um magere 2,6 Prozent zu. Dieser ohnehin niedrige Wert dürfte im Wesentlichen auf gestiegene Baupreise und ein gestiegenes Lohnniveau zurückzuführen sein, so die Einschätzung von Prof. Bernd Afflerbach, seit Juni neuer Präsident des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen. Das zeige auch ein Blick auf die Bauproduktion: Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden sei im Halbjahresvergleich insgesamt um 2,1 Prozent gesunken. Im kriselnden Wohnungsbau gab es hier sogar einen Rückgang von 11 Prozent. Bei einem Rückgang der Baugenehmigungen um 30,2 Prozent im ersten Halbjahr sei nach Aussage Afflerbachs in dieser Sparte auch keine Besserung in Sicht.
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