So verändern sich die Tariflöhne im Frühjahr 2026
Zum Jahresbeginn 2026 sind die Mindestlöhne im Dachdecker- und Gerüstbauerhandwerk gestiegen. Im Bauhauptgewerbe und weiten Teilen der Baustoffindustrie bleibt das tarifliche Lohnniveau dagegen bis März noch stabil. Lohnerhöhungen folgen aber ab April.

Zum Jahresbeginn sind die Mindestlöhne in baunahen Handwerken gestiegen. Seit Januar 2026 liegt der Mindestlohn für ungelernte Kräfte im Dachdeckerhandwerk bei 14,96 €/Stunde. Für Fachkräfte bleibt der Mindestlohn im Rahmen des bis 2028 angelegten Tarifvertrags stabil, die nächste Stufe folgt erst später.
Im Gerüstbau hat es bereits im November 2025 eine Lohnerhöhung gegeben. Die kräftige Lohnsteigerung aus dem Tarifabschluss – +7,5 % ab November 2025 – wirkt weiter. Zum Jahresbeginn ist zudem der Branchenmindestlohn im Gerüstbauhandwerk angehoben worden: Seit dem 1. Januar 2026 liegt er bei 14,35 €/Stunde.
Bauhauptgewerbe: Lohnerhöhung im April
Für das Bauhauptgewerbe bleibt das Lohnniveau im ersten Quartal 2026 unverändert. Die letzte Tarifstufe vom 1. April 2025 (+4,2 % im Westen, +5,0 % im Osten und in Lohngruppe 1) wirkt fort. Die nächste Erhöhung folgt laut Tarifvertrag zum 1. April 2026: Dann steigen die Löhne im Westen um 3,9 % und die Ost-Entgelte werden vollständig auf das Westniveau angeglichen.
Derweil bereitet die IG BAU die nächste Tarifrunde im Bauhauptgewerbe vor, die voraussichtlich im März 2027 starten soll. Am 30. Oktober 2025 fand in Wiesbaden eine erste Verhandlung statt, bei der die Arbeitgeber allerdings ohne Mandat erschienen waren.
Baustoffindustrie: Erste Erhöhungen ab März
In der Baustoffindustrie greifen Anfang 2026 nur wenige neue Stufen. Die meisten Tarifbereiche steigen erst im Frühjahr oder Sommer.
Im Bereich Steine und Erden Bayern wird zum 1. März 2026 die nächste Stufe fällig: Die Löhne und Gehälter erhöhen sich um 3,3 %. Zuvor galt seit Juni 2025 ein Plus von 2,45 %.
In der Beton- und Fertigteilindustrie Mecklenburg-Vorpommern sowie Mitte-Ost bleibt es bis Ende April bei der Stufe von August 2025. Lediglich das das Urlaubsgeld wird ab dem 1. Januar 2026 um 150 Euro erhöht.
Auch in der Ziegelindustrie Nord bleibt das Lohnniveau bis März unverändert. Die Tarifrunde 2025 wurde vertagt; das bisherige Arbeitgeberangebot sieht 1,8 % mehr Lohn ab 1. März 2026 vor. Ein Abschluss liegt nicht vor, wie die Gewerkschaft betont.
Regionale Tarifbewegungen in der Ziegelindustrie
Zwischen Januar und April 2026 haben sich die Entgelte in der Ziegelindustrie je nach Region unterschiedlich entwickelt. In Nordrhein-Westfalen und im südlichen Niedersachsen galten die Tabellenwerte aus 2025 noch bis Ende Januar weiter. Für Januar wurde eine Einmalzahlung von 90 Euro vereinbart, die im Juni ausgezahlt wird. Seit 1. Februar 2026 steigen die Ecklöhne um 100 Euro, zudem erhöhen sich die Ausbildungsvergütungen um 40 Euro je Ausbildungsjahr.
In der Ziegelindustrie Ost greifen die höheren Entgelte schon seit 1. Januar 2026: Die Eckentgelte wurden rückwirkend um 2,4 Prozent angehoben, auch die Ausbildungsvergütungen steigen deutlich. Im Tarifgebiet Südwest hingegen lag bis Mitte Februar noch kein Abschluss vor, sodass es dort im Zeitraum Januar bis April zunächst bei den bisherigen Entgelten blieb.
Mehr Bewegung ab April 2026
Im ersten Quartal fällt die Bilanz damit eindeutig aus: Nur Mindestlöhne im Bauhandwerk verändern sich spürbar, tarifliche Tabellenlöhne hingegen kaum. Die großen Stufen folgen ab April 2026, wenn im Bauhauptgewerbe die 3,9-%-Erhöhung greift und mehrere Baustoffbereiche in die nächste Verhandlungsrunde gehen.
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