Baumaschinen
Worauf es Liebherr beim neuen Bagger-Prüfstand ankam

Belastungen auf der Baustelle simulieren, die Leistung der Maschinen verbessern: Liebherr hat an seinem Entwicklungs- und Produktionsstandort im französischen Colmar in einen neuen Prüfstand für Raupenbagger investiert. Der Hersteller will Schwachpunkte früher erkennen und schnellstmöglich beheben.
Die Investition in Höhe von fast 2,5 Millionen Euro ist Teil eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, der darauf abzielt, die Leistung und Robustheit der Raupenbagger zu optimieren. Wie Liebherr mitteilt, solle die Anlage eine beschleunigte Alterung der Baggerkonstruktionen simulieren. Demnach werden die Maschinen einer Reihe intensiver Tests unterzogen, die die Arbeitsbedingungen auf der Baustelle nachbilden: Vibrationen, Torsionen, Stöße und Biegungen.
Der Prüfstand besteht aus einer Fahrbahn und einem Graben innerhalb einer geschlossenen Halle. Eine Betonmauer mit sechs Meter hohen Schallschutzelementen sorgt dafür, dass die geltenden Lärmschutznormen in dem Industriegebiet, in dem Liebherr-France SAS ansässig ist, eingehalten werden.
Liebherr schafft Testfeld für die Baustelle von morgen
Der Prüfstand läuft ohne direkte Anwesenheit von Personal. Die Steuerung und Überwachung der Verfahren erfolgt aus der Ferne von einem externen Kontrollraum aus, wobei ein Kamerasystem den Technikern eine kontinuierliche visuelle Kontrolle gewährt. Da sich die Tests beliebig oft wiederholen lassen, sind die auf dem Prüfstand eingesetzten Maschinen so ausgestattet, dass sie autonom arbeiten können. Damit bilde die Anlage ein Testfeld für die Förderung der Autonomie der Liebherr-Maschinen, teilt das Unternehmen mit.
Lückenlose Sicherheit per GPS und Lasersensorik
Die Sicherheit der Anlage beruht auf einer Kombination aus sich ergänzenden Maßnahmen: physische Schutzeinrichtungen (gesicherter Bereich, Torsystem), elektrische und elektronische Systeme (Sensoren, Öffnungsmelder, Lasersensoren) sowie IT-Systeme, IT-Lösungen, insbesondere die GPS-Ortung der Maschinen, die ein unbefugtes Verlassen des Geländes durch die autonomen Maschinen verhindert.
16 Monate von der Planung bis zur Fertigstellung
Das Projekt wurde von der technischen Leitung initiiert und von der Testabteilung geleitet. Die Konstruktion des Prüfstands erforderte neun Monate Planungsarbeit, darauf folgten sieben Monaten Bauzeit. Ein Großteil der im Bau verwendeten mechanischen Stahlbaugruppen wurde intern gefertigt, wobei das Know-how der Produktionsteams am Standort Colmar zum Einsatz kam.
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Quelle: Liebherr
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