101 Meter
Betonpumpe kommt ins Guinness-Buch

Ende September stellten Zoomlion und Cifa im chinesischen Changsha die weltweit größte Betonpumpe vor. 101 Meter Höhe und sieben Armsegmente – die letzten vier aus Kohlefaser – sorgten für einen Eintrag ins Rekordbuch.
Der Anstoß zur Realisierung der weltweit größten Pumpe sei von Zoomlion gekommen, sagte Alessandro Macera aus der F&E-Abteilung von Cifa in Senago. Bei der Entwicklung der Kohlefaser-Technologie arbeiteten die technischen Abteilungen von Zoomlion in Changsha (China) und Cifa in Senago (Italien) zusammen. „Das Team von Changsha hat die strukturellen und hydraulischen Aspekte umgesetzt, während sich das italienische Team auf die Struktur und die vier Kohlefaser-Sektionen konzentriert hat“, so Macera. Zoomlion-Cifa hat nach eigenen Angaben für die Kohlefaser in der Pumpe 101 hochelastische Moduln verwendet, die sich von dem bisher für die Carbotech-Serie verwendeten Material deutlich unterscheiden. Für die Entwicklung und Produktion des neuen Materials wurde eigens in einem Joint-Venture mit der Riba Composites SRL die neue Gesellschaft Top Carbon SRL gegründet.

Ein Jahr nach der Präsentation einer 80 Meter hohen Pumpe gelingt Cifa mit der 101-Meter-Pumpe erneut ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Vorgestellt wurde sie Ende September 2012 im Rahmen der 20-Jahresfeier von Zoomlion. Cifa betonte, dass die Pumpe kein Sonderfahrzeug, sondern auf einem Fahrgestell montiert sei. Dadurch würden die Abmessungen für den Straßentransport eingehalten. „Die Pumpe 101 ist zurzeit ein Prototyp, an dem eine sorgfältige strukturelle und funktionelle Analyse vorgenommen wird – mit sehr strengen Tests“, sagte Davide Cipolla, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Cifa. „Der Bezugsmarkt für dieses Produkt ist ganz sicherlich der chinesische Markt, aber es ist nicht gesagt, dass es dafür nicht auch in Europa in Zukunft eine Nachfrage geben kann.“

Zoomlion-Cifa fühlt sich mit der 101-Meter-Pumpe als Technologieführer und hat dem Wettbewerb gezeigt, wozu die eigenen Ingenieure in der Lage sind. Mit dieser Entwicklung, mit den neuen Materialien und elektronischen Systemen hat die Gruppe ihre Fähigkeit zur Innovation bewiesen, und wir haben gelernt, dass die Kooperation zwischen Italienern und Chinesen zu funktionieren scheint. Dass die Wettbewerber im Bereich Betonpumpen jetzt nervös werden, ist trotzdem eher unwahrscheinlich. Geeignete Baustellen für die Mammutpumpe dürften auf längere Sicht Mangelware bleiben und sich ausschließlich in China oder im Nahen und Mittleren Osten finden. Für alle anderen Märkte gilt: Derartige Förderhöhen sind wirtschaftlicher mit Stationärpumpensystemen zu erzielen – einmal wegen des im Vergleich mit Stahl ungleich teureren – und mutmaßlich weniger robusteren – Karbons, aber auch im Hinblick auf den Straßentransport. So dürften die Wettbewerber diese italienisch-chinesische Co-Produktion kaum als Bedrohung empfinden. Es ist mehr als nur reiner Zufall, dass bis heute keiner der beiden deutschen Vertreter im Betonpumpenmarkt eine Maschine in dieser Größenordnung in seinem Produktangebot führt.
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