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B_Ibaumagazin

Wie KI und Digitalisierung die Bauindustrie wachrĂĽtteln

Lange galt die Baubranche als wenig produktiv. Richard Vestner, Vizepräsident im Bereich industrielle Lösungen bei Bentley Systems, bestätigt diesen Eindruck: Die Bauwirtschaft gehöre „nach wie vor im Vergleich mit anderen Industrien zu den Schlusslichtern“, so seine Einschätzung.

Digitaler Bau: KI und Daten für mehr Produktivität – Richard Vestner im Gespräch
Digitale Modelle und Datenintegration sind entscheidend fĂĽr effiziente Bauprojekte. | Foto: Bentley Systems

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Doch das ändert sich gerade. Digitalisierung und künstliche Intelligenz bringen frischen Wind. Sie verändern Planung, Ausführung und Verwaltung von Bauprojekten grundlegend. Die Branche steht vor einem großen Umbruch.

Daten verbinden: SchlĂĽssel fĂĽr eine effiziente Baustelle

Ein großes Problem im Bauwesen sind die vielen getrennten Datenbestände. Diese sogenannten Datensilos erschweren die Zusammenarbeit. „Wenn wir über Bauprozessoptimierung sprechen, geht es in erster Linie darum, die durchgängige Verfügbarkeit der Daten herzustellen und zu ermöglichen“, erklärt Vestner. Bentley Systems setzt hier auf ein „Connected Data Environment“ (CDE).

Was ist ein CDE? Richard Vestner beschreibt es nicht als eine einzige, monolithische Plattform. Stattdessen sei es eine Lösung, die den Informationszusammenhang gewährleistet und das Informationsmanagement unterstützt. Es unterstütze das Management in Bereichen wie Daten, Vernetzung, Regeln und Kontrolle. Das Ziel ist klar: Digitale Werkzeuge wie Computer-Aided Design (CAD) und Building Information Modeling (BIM) sollen nahtlos mit der Bauausführung und dem späteren Gebäudemanagement zusammenarbeiten. Dieser ganzheitliche Ansatz, idealerweise in einen digitalen Zwilling mündend, soll die Akzeptanz neuer Technologien fördern und die Daten schrittweise integrieren.

KI als Motor: Konkrete Vorteile in Planung und Betrieb

Künstliche Intelligenz ist im Bauwesen längst keine Zukunftsmusik mehr. Sie sorgt bereits für spürbare Verbesserungen. Vestner berichtet von Erfolgen, besonders bei der Automatisierung von Routineaufgaben. Ein Beispiel: Programme wie OpenSight+ von Bentley Systems ermöglichen die „schnelle Erstellung von Lage- und Standortentwurfsvarianten“. Dabei rechnet die KI in kurzer Zeit Hunderte oder Tausende von Optionen durch. Sie liefert dem Planer optimierte Vorschläge.

Auch Methoden wie „Scan to BIM“ steigern die Effizienz. Hierbei werden Laserscans automatisch in 3D-Modelle umgewandelt. Eine genaue Kollisionsprüfung im CAD-Tool hilft zudem, Planungsfehler frühzeitig zu finden.

Trotz aller Automatisierung bleibt der Mensch unersetzlich. „Der Mensch muss die Endentscheidung stets innehaben“, betont Richard Vestner. | Foto: Bentley Systems
Trotz aller Automatisierung bleibt der Mensch unersetzlich. „Der Mensch muss die Endentscheidung stets innehaben“, betont Richard Vestner. | Foto: Bentley Systems

Besonders im Betrieb zeigt die Computer-Vision-Technologie ihr Potenzial. Vestner erläutert, dass durch automatische Erkennung frühzeitig „Warnungen ausgegeben werden, beispielsweise wenn ein Zebrastreifen erneuert werden muss“. Auch Schäden an Leitplanken können so erkannt und direkt ins System eingepflegt werden, um Bestellungen auszulösen.

Die Ergebnisse sind eindrucksvoll. Bei einem Projekt gab es „95 Prozent weniger Bedarf an manuellen Inspektionsbegehungen“. In einer texanischen Stadt war die Kostenersparnis durch automatisierte Überwachung 23-mal so hoch, als wenn man die Arbeiten manuell erledigt hätte, so Vestner. Diese Vorteile sparen nicht nur Kosten, sondern entlasten auch die Mitarbeiter – wichtig angesichts des Fachkräftemangels. Die Devise sei: „Konzentriere dich darauf, das Problem zu beheben, statt es zu finden.“

Verantwortungsvoller Einsatz: Datensicherheit und Mensch als Entscheider

Bentley Systems verfolge laut Vestner einen Ansatz für KI, der den respektvollen Umgang mit Nutzerdaten betone. Das Unternehmen biete zwei Arten von KI-Modellen an, erklärt Vestner. Einerseits gebe es allgemeine Modelle, die mit externen Daten (etwa von Google) und aggregierten Nutzerdaten trainiert werden – letzteres nur mit ausdrücklicher Zustimmung. Andererseits gebe es kundenspezifische Modelle, die ausschließlich Daten eines einzelnen Kunden nutzen und nicht in die Entwicklung allgemeiner Produkte einfließen.

Vestner beobachtet, dass „immer mehr Kunden bereit sind, ihre Daten für die Weiterentwicklung der allgemeinen Modelle zu teilen.“ Er ist überzeugt: „Wenn man etwas gibt, profitiert man vielleicht zehnmal davon.“ Dies zeige ein modernes Verständnis von Digitalisierung, bei dem das Teilen von Daten allen nützt. Die Nutzer behalten dabei immer die volle Kontrolle über ihre Daten. Sie entscheiden selbst, wie diese für das Training der Modelle verwendet werden.

Trotz aller Automatisierung bleibt der Mensch unersetzlich. „Der Mensch muss die Endentscheidung stets innehaben“, betont Richard Vestner. Die KI sei ein Co-Pilot, nicht ein Pilot. Sie übernehme Routineaufgaben und mache Vorschläge. Die menschliche Expertise bleibe jedoch für die endgültige Entscheidung und die Verantwortung unerlässlich. Diese Zusammenarbeit von Mensch und KI ist entscheidend für eine zukunftsfähige Baubranche.

Den Wandel gestalten: Strategien fĂĽr Akzeptanz und Entwicklung

Für die erfolgreiche Einführung von KI und Digitalisierung braucht es eine klare Strategie. Vestner rät, „zunächst einmal eine klare Strategie zu haben“. Diese soll Ziele, Budgets und den Mitarbeitereinsatz festlegen. Ein guter Startpunkt sei ein kleines „Leuchtturm-Team“. Es erzielt mit überschaubaren Projekten erste Erfolge. So kann es andere Mitarbeiter für neue Technologien begeistern. Es gehe darum, die Vorteile – wie Arbeitserleichterung und höhere Effizienz – aufzuzeigen. Ängste vor Jobverlust sollen so vermieden werden. „Mitnehmen, erklären, ausbilden“, lautet Vestners Devise.

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Digitales Grundverständnis und Neugier seien dabei wichtig. Der Weg führe über kleine, aufeinander aufbauende Schritte, die Integration bestehender Systeme und die Nutzung bewährter Methoden.

Große Investitionen und die Einführung von BIM bei Bundesprojekten beschleunigen die Digitalisierung. Der KI-Markt im Bauwesen soll bis 2026 auf über 6 Milliarden US-Dollar wachsen. Innerhalb von zehn Jahren werden sogar 35 Milliarden erwartet. Richard Vestner blickt optimistisch nach vorn: „Die Zukunft des Bauens ist digital, das heißt vernetzt, datengesteuert und nachhaltig, aber immer noch menschlich.“ Die Verbindung von menschlicher Expertise und KI verspricht eine effizientere Infrastruktur. Auch ein attraktiveres Arbeitsumfeld für kommende Generationen ist ein Ziel.

Richard Vestner, Vizepräsident im Bereich industrielle Lösungen bei Bentley Systems, sprach mit dem B_I bauamagazin über die digitale Zukunft des Bauens. | Foto: Bentley Systems
Richard Vestner, Vizepräsident im Bereich industrielle Lösungen bei Bentley Systems, sprach mit dem B_I bauamagazin über die digitale Zukunft des Bauens. | Foto: Bentley Systems

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