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SuedLink ElbX: Erfolgreicher Tunnel-Durchbruch unter der Elbe

SuedLink ElbX: Erfolgreicher Tunnel-Durchbruch unter der Elbe
Der Mixschild für ElbX bei der Werksabnahme im Juli 2024. | Foto: Herrenknecht

Hightech aus Deutschland zeigt Spitzenleistung: 5,2 Kilometer Kabeltunnel für die Elbquerung von SuedLink wurden im Auftrag von TenneT Germany in weniger als 18 Monaten Bauzeit erstellt. Am 22. Juni 2026 feierte die Tunnelbohrmaschine „Elsa“ ihren erfolgreichen Durchbruch unter der Elbe. Damit wurde ein wichtiger Meilenstein bei einem der größten Netzausbauprojekte Deutschlands erreicht.

Das Großprojekt SuedLink ist eine tragende Säule der deutschen Energiewende. Als rund 700 Kilometer lange „Stromautobahn“ wird die Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) künftig Windstrom aus Norddeutschland in die südlichen Industriezentren transportieren.

Das Projekt „ElbX“ im Überblick

  • Verlauf: 5,2 Kilometer langer Tunnel von Wewelsfleth (Schleswig-Holstein) nach Wischhafen (Niedersachsen).
  • Leistung: Übertragungskapazität von 4 Gigawatt bei einer Spannung von 525 Kilovolt (6 Erdkabel plus Sicherheits- und Wartungstechnik).
  • Bauzeit: Vortrieb von Februar 2025 bis Juni 2026. Monatlich wurden durchschnittlich 303 Meter Tunnel (233 Betonringe) fertiggestellt.
  • Projektpartner: Bau durch die ARGE Tunnel ElbX (PORR und Wayss & Freytag) im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers TenneT.

Die Herausforderung: TBM „Elsa“ im Härteeinsatz

Mixschild „Elsa“ erreicht den Zielschacht der ElbX-Baustelle. | Foto: Herrenknecht
Mixschild „Elsa“ erreicht den Zielschacht der ElbX-Baustelle. | Foto: Herrenknecht

Der Vortrieb unter dem Flussbett war extrem anspruchsvoll. Die von Herrenknecht maßgeschneiderte Mixschild-TBM (190 Meter lang, 700 Tonnen schwer) musste unter herausfordernden Bedingungen arbeiten:

  • Wechselhafte Geologie: Der Mix aus Sand, Kies, Findlingen und extrem klebrigem Lauenburger Ton forderte das Schneidrad. Eine starke Zentrumsspülung und stündlich 1.200 Kubikmeter Bentonitsuspension verhinderten ein Verkleben der Werkzeuge.
  • Hoher Wasserdruck: Rund 20 Meter unter dem Flussbett herrschte ein Druck von bis zu 3,8 Bar, dem ein mehrfaches Dichtungssystem standhielt.
  • Kompakter Raum: Die gesamte Logistik (Hydraulik, Elektrik, Versorgung) musste auf knapp 5 Metern Durchmesser Platz finden und wurde auf zwölf Nachläufer aufgeteilt.

Die Maschine grub jedoch nicht nur, sondern verlegte gleichzeitig die Betonfertigteile (Tübbinge). Der fertige Tunnel besitzt nun einen Innendurchmesser von 4 Metern.

Umfangreiche Separationstechnologie und maßgenaue Schalungen für 24.000 Tübbinge

Für den Projekterfolg lieferten spezialisierte Herrenknecht-Tochtergesellschaften wichtige Systemkomponenten:

  • Separationstechnologie: Herrenknecht Separations lieferte zudem eine maßgeschneiderte Separationsanlage zur Feinstoffentwässerung sowie zwei Wasseraufbereitungsanlagen an Start- und Zielschacht. Die Separationsanlage stellte den kontinuierlichen Slurry-Kreislauf sicher und ermöglichte damit eine stabile und leistungsfähige Vortriebsleistung der Tunnelbohrmaschine. Kammerfilterpressen entwässerten feinste Partikel effizient, während die Wasseraufbereitungsanlagen für eine umweltschonende Rückführung des Prozesswassers in die Elbe sorgten.
  • Präzisions-Schalungen: Für die Produktion der insgesamt 24.000 benötigten Tübbinge (4.000 Ringe aus je 6 Segmenten) kamen Schalungen mit integrierter 3D-Vermessung zum Einsatz, um höchste Passgenauigkeit zu garantieren.
Montage der Tunnelbohrmaschine im Startschacht. Einblick in die hochkomplexe Technik des Mixschilds. | Foto: Herrenknecht
Montage der Tunnelbohrmaschine im Startschacht. Einblick in die hochkomplexe Technik des Mixschilds. | Foto: Herrenknecht

Die Elbquerung zeigt exemplarisch, wie moderne Tunnelbautechnologie den Netzausbau beschleunigt. Allein in Deutschland sind im Zuge der Dekarbonisierung rund 4.500 solcher unterirdischen Querungen von Infrastruktur und Gewässern geplant.


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