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Regenwassermanagement/

Hafen Fehmarn: Modernisierung & nachhaltige Entwässerung mit Ablauffiltern

Filter für Fehmarn-Hafen

Sicherer Betrieb und saubere Ostsee machen Fischer froh

08.06.2026, 07:01
HAMM
Hafen Fehmarn: Modernisierung & nachhaltige Entwässerung mit Ablauffiltern
Mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen wurde im Fehmarn-Hafen Burgstaaken der Rahmen für einen langfristig wirtschaftlich tragfähigen Betrieb geschaffen, der auch für den Tourismus ansprechend gestaltet werden konnte. | Foto: Funke Kunststoffe

Es war eines der bedeutendsten kommunalen Hafenbauprojekte der vergangenen Jahre: die Modernisierung des Kommunal- und Fischereihafens Burgstaaken auf Fehmarn, die auch die Erneuerung der Oberflächen- und Entwässerungsstrukturen umfasste. In der Kaianlage kamen unter anderem Filtersysteme zum Einsatz, die das Abwasser reinigen und die Ostsee nachhaltig schützen.


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Für die Region ist es ein regelrechtes Leuchtturmprojekt. Ausgangspunkt war der fortgeschrittene Sanierungsbedarf an wesentlichen Hafenelementen. Ein Problem vor allem für Berufsfischer, die hier schlechte Arbeitsbedingungen vorfanden. Nach der Modernisierung erhöhen erneuerte Spundwände, Kaianlagen und Stege die Sicherheit beim Anlanden und Manövrieren; tragfähigere Betriebs- und Arbeitsflächen und eine optimierte Entwässerung erleichtern den täglichen Umgang mit Fanggerät, Fahrzeugen und Fanggut. Gleichzeitig sorgt die Neuordnung der Funktions- und Verkehrsflächen für effizientere Abläufe und reibungslose Logistik.

Hafenplanung und Bauwerksprüfung per Drohne

Die Planung übernahm die Inros Lackner SE aus Hamburg. „Wir haben im ersten Schritt eine umfassende Bauwerksprüfung inklusive Restwanddickenmessung an den Steggründungspfählen sowie den Anlegedalben durchgeführt“, erläutert Chefingenieur Frank Spickermann. Zudem wurde ein Baugrundgutachten erstellt und eine Vermessung des Planungsgebiets mit Hilfe eines Drohnenflugs durchgeführt, wobei eine orthophotographische Darstellung der Hafenanlagen und die aufgenommenen Daten für die Entwurfsplanung hinterlegt wurden. „Das führte zu einer modifizierten Bewertung des Baufeldes und – entgegen der ursprünglichen Planung – zu einer Verlängerung der neuen Spundwand und einer Vergrößerung der vorhandenen Kaianlage, wobei sämtliche Oberflächenabflüsse zukünftig in die Ostsee geleitet werden“, so Spickermann weiter.

Optimierung der Oberflächenentwässerung nach gesetzlichen Vorgaben

Zur Modernisierung der Kaianlage zählte auch die Optimierung der Oberflächenentwässerung durch leistungsfähige Entwässerungs- und Sammelleitungen zur Verbesserung der Betriebsbedingungen und Reduzierung des Unterhaltungsaufwands. Dabei galt es insbesondere, gesetzliche Vorgaben und Auflagen seitens der Unteren Wasserbehörde (UWB) des Kreises Ostholstein (OH) zur Vorreinigung des anfallenden Niederschlagwassers vor Ableitung zu beachten.

„Da im Altbestand keine Klärung vorhanden war und der Einbau eines zentralen Bauwerks an dieser Stelle aus baulichen Gründen nicht möglich war, suchten wir moderne, möglichst wartungsarme Systeme, mit denen wir in 14 neuen Straßenabläufen eine Reinigung der oberflächlichen Niederschlagsabflüsse sicherstellen konnten“, erläutert Sascha Deisinger, Stadtwerke Fehmarn. Zu den Verunreinigungen zählen in erster Linie Betriebs- und Hilfsstoffe wie Motoröle sowie von Verkehrs- und Parkflächen abgespülter Reifenabrieb von Pkw und Lkw. „Aufgrund bisheriger guter Erfahrungen haben wir uns letztendlich für Straßenabläufe von Funke Kunststoffe entschieden, die im System mit der Filtereinheit CompactClean kombiniert sind“, so Deisinger weiter.

14 Funke Straßenabläufe wurden bei der Sanierung der Kaianlagen eingebaut. | Foto: Funke Kunststoffe
14 Funke Straßenabläufe wurden bei der Sanierung der Kaianlagen eingebaut. | Foto: Funke Kunststoffe

Robuste Straßenabläufe ohne reparaturanfällige Mörtelfugen

„Straßenabläufe von Funke sind eigens so konstruiert, dass sie alle auftretenden Lasten aufnehmen und über eine Grundplatte in das Erdreich ableiten können. Dank mitgelieferter Auflagebacken und Ausgleichsringen kommen sie ganz ohne reparaturanfällige Mörtelfuge aus“, nennt Funke-Fachberater Marc Iken einen entscheidenden konstruktiven Vorteil. Der Funke-Straßenablauf ist für Aufsätze 300 x 500 mm und 500 x 500 mm konstruiert. Er besteht aus einer Betongrundplatte, einem wandverstärkten Unterteil aus PVC-U mit einer Nennweite von DN/OD 500 sowie einer zweiteiligen, in der Längsneigung verstellbaren Konusplatte aus Guss. Das Unterteil verfügt über eine Wanddicke von 19 mm. Die Nassschlammabläufe, die auf Fehmarn verbaut wurden, können projektspezifisch individuell angepasst werden.

Funke-Schnellkupplung einfach und flexibel zu bedienen

Die Funke-Schnellkupplung bietet den großen Vorteil, Funktionselemente/Einbauteile von der Oberfläche aus entnehmen zu können. | Foto: Funke Kunststoffe
Die Funke-Schnellkupplung bietet den großen Vorteil, Funktionselemente/Einbauteile von der Oberfläche aus entnehmen zu können. | Foto: Funke Kunststoffe

Der Straßenablauf in der Ausführung mit Nassschlammfang kann auf Wunsch am Auslauf mit der Fest-Seite der Funke-Schnellkupplung vorgerüstet werden. Diese Fest-Seite ist besonders robust ausgeführt – so besteht keinerlei Gefahr, dass Bauteile bei Reinigungs- oder Wartungsarbeiten beschädigt werden. „Die Schnellkupplung bietet den großen Vorteil, den Tauchbogen, den CompactClean oder sonstige Funktionselemente/Einbauteile von der Oberfläche aus mit einem Handgriff entnehmen und wieder einsetzen zu können“, so Iken weiter. Für die Entnahme genügt ein herkömmlicher Kanalhaken.

Um die Zugänglichkeit zur Ablaufleitung deutlich zu verbessern, kann eine sogenannte Kamera- und Spülrampe benutzt werden. Dieses Funktionselement kann wiederum von der Oberfläche aus in die Fest-Seite der Schnellkupplung eingehängt werden. Die geplanten Arbeiten wie Revision, Spülung, aber auch Sanierung, können so sehr viel einfacher durchgeführt werden.

Filter CompactClean: Mikroplastik- und Reifenabrieb-Rückhalt

Die 14 Straßenabläufe wurden alle mit einem Straßenablauffilter zur Behandlung von Niederschlagswasser ausgerüstet. Mit dem CompactClean von Funke können Niederschlagsabflüsse direkt in Abläufen behandelt werden. Hierbei werden Rückhaltewerte für Stoffeinträge von 75 % (AFSgesamt) und für Stoffeinträge < 63 μm (AFS63) von 54,4 % erreicht. Somit wird durch den CompactClean zukünftig verhindert, dass Reifenabrieb, Schuhsohlenabrieb, Tropföle oder Mikroplastik von verlorenem Abfall von der Kaianlage in die Ostsee gelangen. Ein jährliches Absaugen entfernt diese Feststoffe dann dauerhaft. Die Besonderheit dabei: Durch die Verwendung des Straßenablauffilters wird außerhalb der Straßenabläufe kein weiterer Bauraum benötigt und an der Oberfläche sind keine zusätzlichen Schachtdeckel sichtbar.

Mit CompactClean können Niederschlagsabflüsse direkt in Straßenabläufen behandelt werden. | Foto: Funke Kunststoffe
Mit CompactClean können Niederschlagsabflüsse direkt in Straßenabläufen behandelt werden. | Foto: Funke Kunststoffe

Funktionsweise und Notüberlauf bei Starkregen

Das mit Fest- und gelösten Stoffen angereicherte Niederschlagswasser fließt in den mit CompactClean ausgerüsteten Straßenablauf. In dem Nassschlammfang setzen sich erste, größere Sedimente ab. Das Niederschlagswasser passiert die Substratschicht des Filters, durch welche die feineren Feststoffe zurückgehalten und gelöste Stoffe gebunden werden. Das auf diese Weise dezentral gereinigte Wasser wird über den Anschluss abgeleitet. Untersuchungen in Anlehnung an das Prüfverfahren des Deutschen Institutes für Bautechnik (DIBt) haben belegt, dass auch Kunststoffpartikel zwischen 63 μm und 1 mm zu 95 % zurückgehalten werden.

Für Starkregenereignisse verfügt der CompactClean über einen Notüberlauf mit Tauchwand, sodass eine ausreichende Entwässerung der Fahrbahnen auch bei Extremwetter sichergestellt ist, die zurückgehaltenen Feststoffe aber nicht ausgespült werden. Neben der bereits beschriebenen Schnellkupplung im Straßenablauf ermöglicht zusätzlich ein Klemmverschluss den Einsatz der Filtereinheit in Betonstraßenabläufen nach DIN 4052, falls ein Austausch der Straßenabläufe nicht möglich ist.

Schneller und unkomplizierter Einbau der Kunststoffbauteile

„Der Einbau verlief zügig und problemlos“, beschreibt Dennis Quast, SAW Schleswiger Asphaltsplitt-Werke GmbH. „Zunächst haben wir das Planum aus Splitt der Körnung 8/11 mm fachgerecht hergestellt und verdichtet. Anschließend setzten wir die Grundplatte auf und richteten sie präzise mit der Wasserwaage aus. Danach wurden das Kunststoffunterteil sowie die zweiteilige Konusplatte aus Guss aufgesetzt und entsprechend den Planvorgaben nivelliert. Im Anschluss konnte der Ablauf an das Rohr angeschlossen werden.“ Auch die Montage des Straßenablauffilters funktionierte laut Aussage von Polier Quast dank der Schnellkupplung schnell und unkompliziert.

Das mit Fest- und gelösten Stoffen angereicherte Niederschlagswasser fließt in den mit CompactClean ausgerüsteten Straßenablauf, wo die feineren Feststoffe zurückgehalten und gelöste Stoffe gebunden werden. | Foto: Funke Kunststoffe
Das mit Fest- und gelösten Stoffen angereicherte Niederschlagswasser fließt in den mit CompactClean ausgerüsteten Straßenablauf, wo die feineren Feststoffe zurückgehalten und gelöste Stoffe gebunden werden. | Foto: Funke Kunststoffe

Zukunftsfähige Hafen-Infrastruktur geschaffen

Trotz komplexer Rahmenbedingungen im Bestand erfolgte die Umsetzung innerhalb des vorgesehenen Zeitplans und konnte im August 2025 abgeschlossen werden. Moderne Bauverfahren, eine enge Abstimmung zwischen Planung, ausführenden Firmen und Hafenbetreibern sowie ein präzise gesteuertes Bauphasenmanagement ermöglichten einen durchgängigen Hafenbetrieb und eine zeitgerechte Realisierung.

„Mit der abgeschlossenen Modernisierung verfügen wir in Zukunft über eine robuste, sichere und verlässliche Infrastruktur, die den Anforderungen der Fischerei und des Hafenbetriebs langfristig gerecht wird“, erklärt Linda Lafrenz, Stadt Fehmarn. Auch zeigt sich für sie an dem Hafenprojekt, wie eng Zusammenarbeit und direkte Rückmeldungen zu spürbaren Verbesserungen führen können. „Den Fischern fällt natürlich immer mal etwas auf, das im täglichen Betrieb noch nicht optimal passt. Dann reden wir miteinander und bauen es entsprechend um.“

Parallel zur Modernisierung der Kaianlage wurden zusätzliche Sitzgelegenheiten am Hafen geschaffen. Zwei neue Bänke direkt vor den historischen Kuttern sind bereits installiert. Dort sitzen die Fischer jetzt wieder zusammen, halten ihren Klönschnack und bringen damit ein Stück lebendige Tradition zurück an den Hafen.

Quelle: Funke Kunststoffe


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