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B_Iumweltbau

Eine Erfolgsgeschichte unter der Erde

Ob Energiewende oder Breitbandausbau, leistungsfĂ€hige Infrastruktur braucht höchste BauqualitĂ€t. Im Jahr ihres 40-jĂ€hrigen JubilĂ€ums steht die GĂŒtegemeinschaft Leitungstiefbau e. V. (GLT) mehr denn je fĂŒr fundierte QualitĂ€tsanforderungen und technische Expertise. Seit vier Jahrzehnten etabliert sie mit objektivierten PrĂŒfverfahren und dem RAL-GĂŒtezeichen 962 ein belastbares QualitĂ€tssicherungssystem, das AusfĂŒhrungsstandards definiert, ĂŒberprĂŒfbar macht und dauerhaft absichert.

GĂŒtegemeinschaft Leitungstiefbau: 40 Jahre QualitĂ€t & RAL-GĂŒtezeichen 962
Wolfgang Krah, der GrĂŒndervater der GLT. Krah erhielt im Jahr 2014, unter anderem fĂŒr sein Engagement im Bereich einer qualitĂ€tsorientierten BauausfĂŒhrung, das Bundesverdienstkreuz. Hier im Bild mit seiner Frau Nicola, die maßgeblich an der GrĂŒndung der GLT Service GmbH beteiligt war. | Foto: GLT

Als sich im Dezember 1986 „neun Herren und eine Dame“ zur GrĂŒndung der GĂŒtegemeinschaft Leitungstiefbau zusammenfanden, ahnte wohl niemand, dass sie ein QualitĂ€tssicherungssystem auf den Weg bringen wĂŒrden, das bis heute Bestand hat. Aus ihrer Initiative entstand eine Organisation, die heute fĂŒr fachliche Expertise, technische PrĂ€zision, hochwertige AusfĂŒhrung und Sicherheit auf der Baustelle steht. PĂŒnktlich zum JubilĂ€umsjahr ĂŒberschreitet auch die Zahl der GLT-Mitgliedsunternehmen die Marke von 300, ein sichtbares Zeichen fĂŒr die gewachsene Bedeutung der GĂŒtegemeinschaft.

Leitungstiefbau: 40 Jahre QualitĂ€tssicherung mit dem RAL-GĂŒtezeichen

Übersichtsgrafik: diese Normen sind Bestandteil des RAL-GĂŒtezeichens 962. | Foto: GLT
Übersichtsgrafik: diese Normen sind Bestandteil des RAL-GĂŒtezeichens 962. | Foto: GLT

Seit der Entstehung vor 40 Jahren hat die GĂŒtegemeinschaft Leitungstiefbau e.V. viel erreicht, um die einheitliche und objektive ÜberprĂŒfung der ArbeitsqualitĂ€t im (Kabel-)Leitungstiefbau zu fördern. „Ein erster Meilenstein, der bis heute am Markt Orientierung schafft und mit dem Unternehmen sich von Mitbewerbern positiv abheben, war die EinfĂŒhrung des GĂŒtesiegels RAL-GZ 962 Kabelleitungstiefbau, das die GLT schon seit 1992 verleiht“, erlĂ€utert GLT-PrĂ€sident Matthias Fiedler. 2014 wurde das GĂŒtezeichen auf Wunsch von Auftraggeberseite in RAL-GZ 962/1 fĂŒr den Bereich Leitungstiefbau und RAL-GZ 962/2 fĂŒr den Kabelleitungstiefbau gegliedert. Heute tragen 10 Prozent der GLT-Mitglieder das RAL-GZ 962/1, wĂ€hrend die Mehrheit (90 Prozent) das RAL-GZ 962/2 vorweisen kann.

QualitÀt im Leitungstiefbau: Normen und Standards als Grundlage

QualitĂ€t braucht klare und verlĂ€ssliche MaßstĂ€be. „Deshalb gehört es zur Aufgabe unserer Experten sich von Beginn an in normgebende Gremien einzubringen und die fachlichen Grundlagen der Branche aktiv mitzugestalten“, beschreibt GLT-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Susanne Hake das hohe Engagement der GĂŒtegemeinschaft. Das zeigte sich bereits 1994 bei der Neuauflage der „ZusĂ€tzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien fĂŒr Aufgrabungen in VerkehrsflĂ€chen“ (ZTV A), an der die GLT maßgeblich beteiligt war. Auch das Instrument der „EigenĂŒberwachungen“ – ein HerzstĂŒck der GLT-PrĂŒfungen im Rahmen der Vergabe des GĂŒtezeichens – wird zu diesem Zeitpunkt klar definiert und verbindlich in die Norm aufgenommen. Bereits zehn Jahre spĂ€ter entwickelte die GLT mit der ATV DIN 18322 Kabelleitungstiefbau ein eigenes Regelwerk, das kurze Zeit darauf Eingang in die VOB 2006 findet.

Das aktuelle GLT-PrĂ€sidium (v.l.n.r.): Susanne Hake, GLT-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin, Matthias Fiedler, GLT-PrĂ€sident, Cornelia Weber-Hunke, GLT-PrĂ€sidiumsmitglied, Hauke KrĂŒger, GLT-VizeprĂ€sident, und Dietmar Luck, GLT-PrĂ€sidiumsmitglied | Foto: GLT
Das aktuelle GLT-PrĂ€sidium (v.l.n.r.): Susanne Hake, GLT-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin, Matthias Fiedler, GLT-PrĂ€sident, Cornelia Weber-Hunke, GLT-PrĂ€sidiumsmitglied, Hauke KrĂŒger, GLT-VizeprĂ€sident, und Dietmar Luck, GLT-PrĂ€sidiumsmitglied | Foto: GLT
Aber das Engagement der GLT beschrĂ€nkt sich nicht auf die Weiterentwicklung technischer Standards, sondern weitete sich konsequent ĂŒber die Jahre auf die Mitgestaltung ĂŒbergeordneter Rahmenbedingungen aus. So bringt die GLT auch beim flĂ€chendeckenden Ausbau der Gigabitnetze ihre Expertise mit Nachdruck ein und wirkt aktiv an praxistauglichen politischen Leitplanken mit. „Hier war unsere GĂŒtegemeinschaft im Jahr 2020 maßgeblich daran beteiligt, mit der DIN Trenching, der 18220 ‚Trench-, FrĂ€s- und Pflugverfahren zur Legung von Leerrohrinfrastrukturen und Glasfaserkabeln fĂŒr Telekommunikationsnetze‘ ein marktkonformes Instrument fĂŒr einen qualitĂ€tsorientierten Glasfaserausbau zu schaffen“, so Fiedler. Nach drei Jahren intensiver fachlicher Arbeit im Kreise vieler relevanter Akteure wurde die Norm 2023 fertiggestellt. Sie unterstreicht das klare SelbstverstĂ€ndnis der GĂŒtegemeinschaft, dass qualitativ hochwertige, nachhaltige und generationengerechte Bauweisen auch in Zeiten hohen Ausbaudrucks oberste PrioritĂ€t haben.

Über ihre eigenen QualitĂ€tsaktivitĂ€ten hinaus setzt die GĂŒtegemeinschaft seit vielen Jahren bewusst auf enge Partnerschaften. In Kooperation mit VerbĂ€nden wie dem Rohrleitungsbauverband (rbv) oder dem GĂŒteschutz Kanalbau bĂŒndelt sie fachliche Kompetenz und praktische Erfahrung, um QualitĂ€tsmaßstĂ€be im Leitungstiefbau weiterzuentwickeln. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden maßgebliche Regelwerke fĂŒr den Gas-, Wasser-, FernwĂ€rme- und Elektrobereich, darunter die GW 381, FW 600 und VDE 4220/4221. FĂŒr sie alle bildeten die GĂŒte- und PrĂŒfbestimmungen des RAL-GZ 962 die fachliche Grundlage.

RAL-GĂŒtezeichen im Leitungstiefbau: Bedeutung fĂŒr Auftraggeber

Ein GĂŒtezeichen entfaltet seine Wirkung vollumfĂ€nglich, wenn es auch auf Auftraggeberseite bewusst getragen wird. „Dieses klare Bekenntnis zur QualitĂ€t ist ein entscheidender Baustein fĂŒr einen qualitĂ€tsorientierten Leitungstiefbau“, unterstreicht Hake. Rund 15 Jahre nach der GrĂŒndung rĂŒckte die GLT deshalb einen neuen Schwerpunkt in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Von da an stand verstĂ€rkt die Aufgabe im Fokus, Auftraggeber vom gemeinsamen QualitĂ€tsgedanken zu ĂŒberzeugen und sie als Partner zu gewinnen. Mit Erfolg. „Immer mehr Auftraggeber sind ĂŒber die Jahre dazu ĂŒbergegangen, unser GĂŒtezeichen RAL-GZ 962 gezielt als Instrument zu nutzen, um BauqualitĂ€t in Ausschreibungen und VertrĂ€gen zu sichern und aktiv zu fördern.“

Dass dies selbstverstĂ€ndlich geworden ist, ist das Ergebnis eines langen, vertrauensvollen Dialogs. FrĂŒh suchte die GLT das GesprĂ€ch mit Auftraggebern und gewann sie fĂŒr den gemeinsamen QualitĂ€tsgedanken. Aus ersten Kontakten, etwa im Jahr 2002 mit der DEW 21 in Dortmund und 2004 mit der Mainova in Frankfurt, entwickelte sich eine tragfĂ€hige Zusammenarbeit, die bis heute besteht. Beide Unternehmen sind weiterhin außerordentliche Mitglieder und engagieren sich im GĂŒteausschuss.

Weiterbildung und Fachwissen im Leitungstiefbau sichern

Wissen und fachliche Expertise leben davon, geteilt zu werden. Mit der GrĂŒndung der Service und Zertifizierung GmbH im Jahr 2010, mit der die GLT ihren wirtschaftlichen GeschĂ€ftsbetrieb auslagerte, fiel daher zugleich der Startschuss fĂŒr die Seminarreihen der GĂŒtegemeinschaft. Die große Nachfrage von Beginn an zeigt, wie hoch der Bedarf an fundierter, praxisnaher Weiterbildung in der Branche ist und wie sehr die GLT auch hier als verlĂ€ssliche Partnerin wahrgenommen wird.

ErgĂ€nzt wird dieses Engagement durch eigene Fachpublikationen. Dazu zĂ€hlen die „Arbeitshinweise fĂŒr die AusfĂŒhrung von Arbeiten im Kabelleitungstiefbau“ aus dem Jahr 2000, die erste Auflage der BroschĂŒre EigenĂŒberwachung von 2005 sowie das 2012 erschienene Fachbuch „Kabellegungs- und Ziehtechniken – und was sonst noch alles dazu gehört“ von Dieter Schaffaff, das inzwischen in zweiter Auflage vorliegt. Sie alle tragen dazu bei, Wissen zu sichern, weiterzuentwickeln und fĂŒr die Praxis zugĂ€nglich zu machen.

Innovation und Nachwuchsförderung im Leitungstiefbau

Dass die GLT in der Branche großen Zuspruch und hohe Sichtbarkeit genießt, ist nicht zuletzt ihrer Offenheit fĂŒr neue Wege zu verdanken. Mit viel Engagement wurden praxisnahe Instrumente wie das Kabelzugberechnungsprogramm, eine App zur EigenĂŒberwachung sowie der Förderpreis im Kabelleitungstiefbau entwickelt. Sie alle zeigen, dass QualitĂ€t und Innovation fĂŒr die GĂŒtegemeinschaft untrennbar zusammengehören.

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Gerade in Zeiten des FachkrĂ€ftemangels richtet sich der Blick zugleich nach vorn. Die Zukunft der Branche beginnt bei den JĂŒngsten, deshalb setzt sich die GLT mit Überzeugung fĂŒr den Nachwuchs ein. Um schon frĂŒh Neugier und Begeisterung fĂŒr den Beruf zu wecken, entstand das Pixibuch „Meine Schwester ist Leitungstiefbauerin“. „Mit inzwischen 130.000 Exemplaren, die spielerische Einblicke in den Arbeitsalltag geben, steht es heute in vielen Kinderzimmern und trĂ€gt die Faszination des Leitungstiefbaus in die nĂ€chste Generation“, ist Fiedler ĂŒberzeugt.

Auch 40 Jahre nach ihrer GrĂŒndung steht die GLT fĂŒr fundierte QualitĂ€tsanforderungen und technische Expertise. | Foto: GLT
Auch 40 Jahre nach ihrer GrĂŒndung steht die GLT fĂŒr fundierte QualitĂ€tsanforderungen und technische Expertise. | Foto: GLT

Hinter 40 Jahren GĂŒtegemeinschaft Leitungstiefbau stehen vor allem Menschen, die sich mit Fachwissen, Verantwortungsbewusstsein und persönlichem Engagement eingebracht haben. Ohne sie wĂ€re diese Erfolgsgeschichte nicht denkbar. Viele von ihnen begleiten die GLT ĂŒber lange Jahre hinweg und stehen damit auch nach außen fĂŒr VerlĂ€sslichkeit und KontinuitĂ€t.

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So hatte die GĂŒtegemeinschaft in vier Jahrzehnten ihres Bestehens lediglich vier PrĂ€sidenten: den „GrĂŒndungsvater“ Wolfgang Krah, der 2014 unter anderem fĂŒr sein Engagement im Bereich QualitĂ€t bei BauausfĂŒhrungen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, Dr. Sven Lehmann, Willi Thomsen und Matthias Fiedler. Sie alle engagieren sich ehrenamtlich in Gremien und prĂ€gen die inhaltliche Arbeit des Vereins maßgeblich.

Seit 2002 fĂŒhrt Susanne Hake als GeschĂ€ftsfĂŒhrerin die GeschĂ€fte der GLT mit großer fachlicher Kompetenz und BestĂ€ndigkeit. VerstĂ€rkt wird das Team durch Sylvia KrĂŒger seit 2007, Jutta Litwin seit 2017 und seit kurzem durch Birgit Hummel.

Auch im GĂŒteausschuss zeigt sich diese KontinuitĂ€t. Mit Fritz-Eckard Lang, Gerhard Hallstein, Matthias Fiedler und Susanne Hake wird dort in jeder Sitzung verantwortungsvoll und mit Augenmaß ĂŒber die Einhaltung der GĂŒtebestimmungen gewacht.

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Zukunft des Leitungstiefbaus: Breitband, Energiewende und Infrastruktur

Wenn sich die GĂŒtegemeinschaft Leitungstiefbau am 16. und 17. April 2026 zur Jahresversammlung am Chiemsee trifft, richtet sich der Blick nicht nur auf das JubilĂ€um, sondern vor allem nach vorn. Themen wie der Breitbandausbau, die Aufgaben im Zuge der Energiewende und die Einrichtung eines Betreiberregisters zeigen, wie eng die Zukunft des Landes mit der LeistungsfĂ€higkeit des Leitungstiefbaus verknĂŒpft ist.

Der Grundstein des Engagements: die Einladung zur ersten Mitgliederversammlung im Jahr 1986. | Foto: GLT
Der Grundstein des Engagements: die Einladung zur ersten Mitgliederversammlung im Jahr 1986. | Foto: GLT

Auch vier Jahrzehnte nach ihrer GrĂŒndung stellt sich die GLT diesen Herausforderungen mit Verantwortungsbewusstsein und Gestaltungswillen. FĂŒr GLT-PrĂ€sident Matthias Fiedler ist das ein klares Signal fĂŒr die Bedeutung der gemeinsamen Arbeit: „Auf unsere Branche kommt es jetzt an. Wir bauen die nötige Infrastruktur. Aber nur mit QualitĂ€t können wir die dynamischen Aufgaben verantwortungsvoll und generationengerecht lösen. DafĂŒr wird sich die GĂŒtegemeinschaft Leitungstiefbau auch in Zukunft intensiv engagieren.“

Quelle: GĂŒtegemeinschaft Leitungstiefbau

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