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Zeppelin testet neues Recruiting-Modell für Servicetechniker

Tausend Servicetechniker bis 2030: Dieses Ziel hat sich die Zeppelin Baumaschinen GmbH gesetzt. Derzeit betreuen 825 Mitarbeiter einen Bestand von mehr als 60.000 Cat-Baumaschinen im Markt. Um zusätzliche Fachkräfte zu gewinnen, hat das Unternehmen nun mit einem Pilotprojekt erstmals einen neuen Weg eingeschlagen und ein grenzüberschreitendes Bewerbungsseminar realisiert.

Zeppelin sucht Servicetechniker: Bewerbungsseminar mit rumänischen Absolventen
Sie absolvierten mit vier weiteren Berufsschulabsolventen der Liceul Tehnologic de Științe Aplicate (LTSA) aus dem rumänischen Arad ein zweiwöchiges Betriebspraktikum . | Foto: Zeppelin

An dem neuen Bewerbungsseminar nahmen sieben Berufsschulabsolventen der LTSA – Liceul Tehnologic de Științe Aplicate, dem Technologischen Gymnasium für Angewandte Wissenschaften – aus dem rumänischen Arad teil. Das Projekt entstand im Rahmen der von Eucontact entwickelten Matching-Strategie und wurde flankierend durch das EU-Programm Erasmus+ gefördert.

„Die Bundesregierung propagiert laufend, dass man auch in Drittländern, etwa in Afrika, Mitarbeiter rekrutieren könne. Allerdings sind die bürokratischen Hürden viel zu hoch“, berichtet Philip Wolters, verantwortlicher Geschäftsführer für den Bereich Personal. Anders sei es auf dem europäischen Arbeitsmarkt, wo die Arbeitnehmerfreizügigkeit sowie die Anerkennung der in Europa erworbenen Ausbildungsabschlüsse entgegenkommen.

Mit Eucontact, einem nicht kommerziellen Bildungsunternehmen aus Irland, sei es gelungen, eine Berufsschule in Arad einzubinden – mit der Intention, junge Nachwuchsfachkräfte mit passenden Arbeitgebern zusammenzubringen.

Zwei Wochen Praxiseinsatz bei Zeppelin

Sieben Berufsschüler, die im Sommer 2026 ihre technische Ausbildung abschließen, wurden aus Arad eingeladen, zwei Wochen lang bei Zeppelin in der Werkstatt am Standort Böblingen mitzuarbeiten. Weitere Stationen waren die Schlosserei, die Schlauchfertigung und die Lackierhalle.

Dort konnten sie, betreut von Eucontact, den Zeppelin-Kollegen nicht nur über die Schulter schauen, sondern entsprechend ihrer Ausbildung auch selbst tatkräftig mit anpacken. Begleitet wurden sie von einem Berufsschullehrer. Das übergeordnete Ziel: Begeisterung für einen späteren Berufseinstieg bei Zeppelin zu wecken – und sich gleichzeitig als potenzieller Arbeitgeber zu empfehlen.

Leidenschaft für „gelbes Eisen“

„Wir brauchen Mitarbeiter mit einer Leidenschaft für gelbes Eisen, weil es keine Nine-to-five-Jobs sind. Genau das macht es schwierig, Nachwuchs zu finden. Wir müssen ran, weil eine Maschine auch schon mal am Wochenende steht – deswegen darf aber keine Autobahn oder ein Bahngleis blockiert werden, sondern wir sorgen mit einer Reparatur dafür, dass alles läuft“, meint Holger Winter, Leiter des Servicezentrums Baden-Württemberg und als solcher auch verantwortlich für den Service am Standort Böblingen.

Remote-Techniker unterstützen den Service

Gemeinsam schlagen sie bei Zeppelin einen neuen Weg in der Fachkräftegewinnung ein. | Foto: Zeppelin
Gemeinsam schlagen sie bei Zeppelin einen neuen Weg in der Fachkräftegewinnung ein. | Foto: Zeppelin

Zeppelin setzt inzwischen auf Remote-Techniker, die vom Büro aus die Cat-Baumaschinen anhand von Fehlercodes analysieren. Sie weisen proaktiv auf einen möglichen Schaden oder Ausfall hin, indem sie Kontakt mit dem Kunden aufnehmen und den Austausch eines Ersatzteils nahelegen, ohne vorab selbst direkt an der Baumaschine zu arbeiten.

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Damit solche modernen Servicekonzepte funktionieren, braucht es optimal ausgebildete Fachkräfte. Genau hier setzt das Ausbildungsmodell von Zeppelin an.

Unterschiedliche Ausbildungssysteme in Europa

„Unsere deutschen Azubis im gewerblichen Bereich erhalten eine duale Ausbildung“, erklärt Philip Wolters. Dieses Modell sei in Europa weitgehend unbekannt. Dort erfolgt die Ausbildung nach der schulischen Grundausbildung in einem technischen Fachbereich zum Wunschausbildungsberuf.

Das heißt: Die Berufsschüler sind nicht an einen Ausbildungsbetrieb gebunden, sondern bemühen sich – soweit überhaupt vorhanden – erst nach dem Ausbildungsabschluss um einen Arbeitgeber. Berufsschulen in strukturschwachen EU-Regionen wiederum suchen – oft erfolglos – nach Unternehmen in der Region, welche die für die berufliche Ausbildung erforderlichen technischen Fähigkeiten zumindest in kurzen Praktika praktisch vermitteln können.

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Interkulturelle Vorbereitung durch Eucontact

„Es war immens wichtig, auf kommunikativer Ebene gut zusammenzuarbeiten“, stellt der Zeppelin-Geschäftsführer klar. Eucontact stellte die inhaltliche und interkulturelle Vorbereitung sowie die Betreuung einschließlich der Evaluierung der Teilnehmer sicher. Auch bei der Übersetzung gab es Unterstützung. So war gewährleistet, dass wesentliche fachliche wie auch interkulturelle Besonderheiten an die Teilnehmer weitergegeben wurden.

Erste Einstellungen nach dem Pilotprojekt

„Für uns ist das Projekt sehr positiv verlaufen. Drei der jungen Männer haben wir bereits eine Zusage für eine Stelle als Servicekraft gegeben“, zieht Holger Winter sein Fazit. Somit ist Zeppelin dem Ziel, tausend Servicetechniker bis 2030 zu beschäftigen, einen kleinen Schritt nähergekommen.

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