Newsletter abonnieren

Aktuelle Nachrichten zu den Entwicklungen im GaLa-Bau erfahren Sie in unserem Newsletter.

Aktuelle Nachrichten zu den Entwicklungen im GaLa-Bau erfahren Sie in unserem Newsletter.

Newsletter Anmeldung
B_Igalabau

Asbest als Risikofaktor auf der Baustelle

Der Einsatz asbesthaltiger Materialien ist wegen der Krebsgefahr in Deutschland zwar verboten. Doch der Baustoff steckt in manchen mineralischen Rohstoffen von Natur aus – und landet ungewollt in Produkten. Worauf Beschäftigte im Garten- und Landschaftsbau sowie in anderen Branchen achten sollten.

Asbest im GaLaBau: Unsichtbare Gefahr auf Baustellen
Besonders bei Rückbauarbeiten an älteren Gartenhäusern, Inventar oder Rohrleitungen kann Asbest auftreten. | Foto: AdobeStock

Im GaLaBau stellen asbesthaltige Materialien noch immer ein erhebliches Risiko dar, teilt der Fachverband VGL Bayern mit. Gerade bei Rückbauarbeiten an älteren Gartenhäusern, Inventar oder Rohrleitungen könne der Werkstoff auftreten. Bei unsachgemäßem Umgang drohten schwerwiegende gesundheitliche, rechtliche und wirtschaftliche Folgen. Um Betriebe zu unterstützen, bietet ein von der Bundesvereinigung Bauwirtschaft herausgegebener Praxisleitfaden „Asbest auf Baustellen“ Hilfestellungen.

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) warnt ebenfalls vor Asbest in mineralischen Bau- und Abbruchabfällen. Gerade in Gebäuden, die vor 1995 erreicht wurden, finde sich der Werkstoff noch – häufig unerkannt. Besonders bei Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen bestehe das Risiko, dass asbesthaltige Bestandteile unbeabsichtigt in den Stoffkreislauf gelangten, so der VDI. Die Richtlinie VDI 6202 Blatt 10 gibt praxisnahe, technisch präzise Vorgaben, wie Materialchargen systematisch beprobt, untersucht und bewertet werden müssen.

Was ist Asbest?

Asbest ist eine Sammelbezeichnung für natürlich vorkommende, faserartige silikatische Minerale mit Faserdurchmessern bis herab zu zwei Mikrometern. Laut Umweltbundesamt ist der Stoff eindeutig krebserregend. Seit 1993 ist es in Deutschland verboten, Asbest oder asbesthaltige Produkte herzustellen, in Verkehr zu bringen oder zu verwenden. Da Asbest vor dem Verbot oft in langlebigen Bauprodukten und anderen Anwendungen verwendet wurde, ist er noch heute in der Umwelt, dem Wohnumfeld, Wohnungen und Haushalten anzutreffen.

Gedeiht die grüne Branche?

Aktuelle Nachrichten zu den Entwicklungen im GaLa-Bau erfahren Sie in unserem Newsletter.

Hier abonnieren!

Ich akzeptiere die Datenschutz-Bestimmungen.
Newsletter Anmeldung
Newsletter Anmeldung

Asbest in mineralischen Rohstoffen

Vermisst Richtlinien zur Unterscheidung von technischem und geogenem Asbest: Dr. Stefan Pierdzig, Teil des VDI-Richtlinienausschusses und CRB-Laborleiter. | Foto: CRB
Vermisst Richtlinien zur Unterscheidung von technischem und geogenem Asbest: Dr. Stefan Pierdzig, Teil des VDI-Richtlinienausschusses und CRB-Laborleiter. | Foto: CRB

Bisher kursieren etwa 3.000 Baustoffe und bauchemische Produkte, denen Asbest zur Optimierung der Materialeigenschaften absichtlich beigefügt wurde, teilt die Firma CRB Analyse Service mit. Das Prüflaboratorium mit Sitz im niedersächsischen Hardegsen bietet Asbest-Tests für die öffentliche Hand, Ingenieurbüros, Sanierer, Wohnungsbaugesellschaften und Laboratorien, die nicht über Rasterelektronenmikroskope verfügen, sowie für private Auftraggeber an. Neben diesem technischen Asbest existiert geogener Asbest, der von Natur aus in bestimmten mineralischen Rohstoffen vorkommt und ungewollt in Produkten landet. „Hier sprechen wir beispielsweise über Talkumpulver, Gesteinssplit in Straßenbelägen, über besandete Dachpappen oder Wandputz“, berichtet Dr. Stefan Pierdzig, Laborleiter des Asbest-Prüflabors, „auch in Arbeits- oder Fußbodenplatten aus Schiefer und Marmor lassen sich Asbestpartikel finden.“

1
2
3

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.

Bauleistungen
Bauleistungen

Bau

Dienstleistungen
Dienstleistungen

Dienst­leistung

Lieferleistungen
Lieferleistungen

Lieferung

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie passende Bundesländer aus.

Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Er vermisst Richtlinien zur Unterscheidung von technischem und geogenem Asbest. „Alle Kriterien der Analytik stammen noch aus Zeiten, in denen Kenntnis und Bewusstsein der Problematik fehlten“, sagt der promovierte Geologe, „es wird höchste Zeit, daran etwas zu ändern und Regeln zu definieren.“ Als Teil des VDI-Richtlinienausschusses und Fachkongress-Sprecher treibt Pierdzig die Diskussion voran, die mit dem Abfall-, Chemikalien-, Bau- und Gefahrgutrecht viele Rechtsbereiche tangiert.

Gefährdungs- und Freisetzungspotenzial von Fasern

Die Forschung nach Unterschieden in der medizinischen Toxizität der verschiedenen Asbest-Varianten unterschiedlicher morphologischer Ausbildung bietet laut CRB Analyse Service bisher wenig Belastbares. Fest stehe, dass sich der Asbestgehalt sowie das Gefährdungs- und Freisetzungspotenzial von Fasern unterscheiden: Baustoffe mit technisch zugesetztem Asbest rangieren demnach in der Regel weit über Materialien mit geogenem Asbest. Während in technischem Asbest dünne und sehr lange Fasern stecken, treten primär faserförmige Anteile in geogenem Asbest als kurze und dicke Fasern auf. Häufig entstehen diese aber erst bei Bearbeitungsprozessen wie Brechen, Schneiden, Bohren oder Sieben.

Risiko für Krankheiten wie Asthma, Kurzatmigkeit, Lungenkrebs

Gilt auch für den GaLaBau: Asbest auf Baustellen stellt nach wie vor ein Problem dar. | Foto: Pixabay
Gilt auch für den GaLaBau: Asbest auf Baustellen stellt nach wie vor ein Problem dar. | Foto: Pixabay

Diese Erkenntnisse betreffe alle Gewerke, vor allem das Steinmetzhandwerk, den Straßen- und Tiefbau sowie den Garten- und Landschaftsbau, teilt der CRB Analyse Service mit. Die Folge? Ohne Schutzmaßnahmen gelangen feine Asbestbestandteile mit der Atemluft in die Lunge, reizen die Organe und führen zu langfristiger Narbenbildung. Das Risiko für Krankheiten wie Asthma, Kurzatmigkeit, Lungenkrebs und andere Krebserkrankungen steige, so CRB. Arbeitsschutz-Maßnahmen wie etwa die Nutzung von Atemschutz oder Staubsaugern mit Schwebstaub-Feinfilter der H-Klasse beugten der Exposition vor.

Mehr zum Thema:

Lesen Sie auch:

Neueste Beiträge:

Weitere Beiträge

Verwandte Bau-Stichworte:

Jetzt zum Newsletter anmelden:

Werden Sie Experte im Garten- und Landschaftsbau. Plus: Kommunaltechnik.