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Warum 'Bauen, bauen, bauen' auch keine Lösung ist

Die wohnungspolitische Debatte wird vom Mantra 'Bauen, Bauen, Bauen' bestimmt. Pauschale Forderungen nach mehr Bauland seien aber zu kurzsichtig und gingen am tatsÀchlichen Bedarf vorbei, sagen mehrere Stadtforschungsinstitute. Entscheidend sei nicht der Durchschnitt auf Bundes- oder Kreisebene, sondern ein prÀziser, kleinrÀumiger Blick.

Stadtforschung fordert bedarfsorientierten Wohnungsbau
Deutschland braucht neue Wohnungen. Statt jedoch wahllos neue Baugebiete "auf der grĂŒnen Wiese" auszuweisen, sollte zunĂ€chst der lokale Bedarf geprĂŒft werden, mahnen Stadtforscher:innen. | Foto: Wolf Ilser/Adobe Stock

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„FlĂ€chen fĂŒr Wohnungsbau mĂŒssen dort gesucht werden, wo sie auch gebraucht werden“: Stadtforscher*innen des Deutschen Instituts fĂŒr Urbanistik (Difu), des Leibniz-Instituts fĂŒr ökologische Raumentwicklung (IÖR) und des ILS – Institut fĂŒr Landes- und Stadtentwicklungsforschung fordern eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Wohnungsbaudebatte. In einem gemeinsamen Fachkommentar kritisieren sie die pauschale Forderung nach immer mehr Bauland als zu kurzsichtig.

Der Kommentar von Sebastian Eichhorn, Christian Holl, Mathias Jehling, Angelika MĂŒnter, Ricarda PĂ€tzold, Thomas Preuß und Maic VerbĂŒcheln ist eine Reaktion auf die im Juni erschienene Studie „Wohnungsbau braucht (mehr) FlĂ€che“ des Instituts fĂŒr Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) an der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum und der EBZ Business School Bochum im Auftrag verschiedener bauaffiner VerbĂ€nde. Der Kommentar erschien jetzt in der Fachzeitschrift Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning.

FlÀchenverbrauch durch SiedlungsflÀchen begrenzen

Die Wissenschaftler:innen, die seit Jahren zu FlĂ€chenverfĂŒgbarkeit und FlĂ€cheninanspruchnahme forschen, bekrĂ€ftigen: Das Ziel, den tĂ€glichen FlĂ€chenverbrauch auf 30 Hektar zu begrenzen, ist und bleibt richtig. Wer in schrumpfenden oder stagnierenden Regionen neue BauflĂ€chen ausweist, riskiert teure Zersiedelung – zulasten von Umwelt, Kommunen und Steuerzahler:innen.

Neues Bauland zielgerichtet je nach Bedarf

Pauschale Forderungen nach mehr Bauland gehen am tatsĂ€chlichen Bedarf vorbei. Entscheidend ist nicht der Durchschnitt auf Bundes- oder Kreisebene, sondern ein prĂ€ziser, kleinrĂ€umiger Blick. Neues Bauland im Außenbereich wird nicht flĂ€chendeckend benötigt. Es wird dort gebraucht, wo Wohnraum wirklich knapp ist, wo die Potenziale der Innen- und Bestandsentwicklung ausgeschöpft sind und wo eine leistungsfĂ€hige Verkehrsinfrastruktur – insbesondere im Schienenverkehr – vorhanden ist. Solche Standorte liegen vor allem in den GroßstĂ€dten sowie in Mittel- und KleinstĂ€dten in ihrem Umland. Genau hier muss eine Politik fĂŒr mehr Wohnraum ansetzen, statt pauschal neue FlĂ€chen freizugeben.

„Wir brauchen daher keine pauschale Freigabe von FlĂ€chen fĂŒr den Wohnungsbau, sondern eine neue, datengestĂŒtzte und kooperative Planungskultur, die die Nachfrage nach (bezahlbarem) Wohnraum an die erste Stelle stellt, bevor wir ĂŒber Neubaugebiete auf der ‚grĂŒnen‘ Wiese sprechen“, so die Wissenschaftler:innen in ihrem Kommentar. Dies erfordere eine neue Kultur der Zusammenarbeit zwischen den Kommunen sowie stĂ€rkere rechtliche und finanzielle Instrumente statt eines ruinösen Wettbewerbs zwischen Kommunen und einer Entwertung von Bestandseigentum außerhalb der boomenden Regionen.


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