Zech konkretisiert Strategie nach Asset Deal
Nach der Insolvenz der Karrié Baugesellschaften konkretisiert die Zech Group ihre Pläne. Vorstand Ingo Rojczyk erläutert die Entscheidung für einen Asset Deal, den künftigen Einsatz der übernommenen Mitarbeitenden und die wachsende Bedeutung der Bauwerkserhaltung.


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Im Insolvenzverfahren der Karrié Baugesellschaften ist eine Lösung für die Belegschaft gefunden. Zwei Tochtergesellschaften der Zech Group SE übernehmen im Rahmen eines Asset Deals sämtliche rund 320 Mitarbeitenden sowie das bewegliche Anlagevermögen der insolventen Karrié Baugesellschaft und der Karrié Bauwerkserhaltung. Die entsprechenden Verträge wurden von der Zech Bau SE und der Wayss & Freytag Ingenieurbau AG unterzeichnet, beide gehören zur Zech Group SE im Geschäftsbereich Zech Building mit Sitz in Bremen.
Zech erweitert Kapazitäten in Hochbau und Bauwerkserhaltung
Die Zech Group SE ist eine strategische Management-Holding, unter deren Dach drei Geschäftsbereiche rund um die Immobilie agieren. Mit der Übernahme der Mitarbeitenden stärkt die Zech Building nach eigenen Angaben ihre Kompetenzen im Hochbau und in der Bauwerkserhaltung und baut ihre regionale Präsenz weiter aus. Wie Zech-Building-Vorstand Ingo Rojczyk gegenüber dem B_I baumagazin erläuterte, fiel die Entscheidung bewusst gegen eine Übernahme der Gesellschaften und zugunsten eines Asset Deals.
„Im Rahmen einer Übernahme eines insolventen Unternehmens werden immer die wirtschaftlichen Rahmenparameter, Vertragssituationen und Risiken erhoben. Je nach den Ergebnissen dieser Due Diligence entscheidet man die Art der Übernahme“, sagte Rojczyk. In diesem Fall habe man sich für einen Asset Deal entschieden, dem die Gläubigerausschüsse zugestimmt hätten oder noch zustimmen würden.
Mitarbeitende: Einsatz in Hochbau und Bauwerkserhaltung
Laut Rojczyk sollen die Karrié-Teams künftig gezielt eingesetzt werden: Die Hochbaukompetenzen würden in Hochbauprojekten der Zech Bau SE eingebunden. Die Mitarbeitenden aus der Bauwerkserhaltung sollen in der neu gegründeten Wayss & Freytag Bauwerkserhaltung GmbH tätig werden und dort eine deutschlandweite Präsenz aufbauen.
Standort Mainz gewinnt an Bedeutung
Auch zur künftigen Struktur der Standorte äußerte sich der Vorstand. Mit Mainz erweitere Zech Building ihre regionale Präsenz. Der Standort werde sowohl als neue Niederlassung der Zech Bau SE als auch als Standort der Wayss & Freytag Bauwerkserhaltung GmbH geführt. Weitere Standorte der Bauwerkserhaltung sollen als Teil der Wayss & Freytag Bauwerksinstandsetzung GmbH fortgeführt werden. Zu laufenden Projekten der Karrié Bauwerkserhaltung wollte sich Rojczyk derzeit nicht konkret äußern. Die Gespräche mit Auftraggebern würden aktuell geführt.
Bauwerkserhaltung als wachsender Markt
Strategisch misst Zech Building der Bauwerkserhaltung eine zunehmende Bedeutung bei. „Wir sehen für die Zukunft einen wachsenden Bedarf an Erhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen“, sagte Rojczyk. Das betreffe sowohl den Infrastrukturbereich, etwa Brückensanierungen, als auch den Hochbau, beispielsweise bei Beton- oder Parkhaussanierungen. Viele dieser Maßnahmen seien regional geprägt und eher kleinteilig, was eine starke Präsenz vor Ort erfordere.
Markt: selektive Konsolidierung möglich
Mit Blick auf den deutschen Baumarkt rechnet Rojczyk je nach Segment mit unterschiedlichen Entwicklungen. Vor allem im Straßenbau und im Wohnungsbau könne es zu einer Konsolidierung kommen. Die Zech Group beziehungsweise Zech Building prüfe kontinuierlich Marktchancen, um Kompetenzen und Ressourcen zu stärken oder das Leistungsportfolio zu verbreitern. In den Segmenten Industrie-, Hoch- und Infrastrukturbau wolle die Gruppe ihren Beitrag zur Umsetzung der Projekte leisten.
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Karrié Insolvenz: Schwierige Marktlage
Die Insolvenz der Karrié Baugesellschaften war infolge eines Liquiditätsengpasses beantragt worden, nachdem es nach dem Insolvenzantrag einer Tochtergesellschaft zu Verunsicherungen bei Auftraggebern gekommen war. Ursache für die finanzielle Schieflage sei eine anhaltend schwierige Marktlage, die sich spürbar auf die wirtschaftliche Stabilität ausgewirkt habe, so der vorläufige Insolvenzverwalter Götz Lautenbach. Durch den Asset Deal mit Zech sollen wesentliche Teile des Geschäfts und zahlreiche Arbeitsplätze erhalten bleiben.
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