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Kobelco K-Dive: Fernsteuerung für Bagger kommt 2027 nach Europa

Kobelco K-Dive: Fernsteuerung für Bagger kommt 2027 nach Europa
Kobelco K-Dive, ein System zur Fernsteuerung von Baumaschinen, soll 2027 auf den Markt kommen. | Foto: Kobelco

Der japanische Hersteller Kobelco bringt das Fernsteuerungssystem K-Dive Ende 2027 nach Europa. Im Exklusiv-Interview mit bau.bi erklärt Makoto Kato, Leiter Solution Business Development bei Kobelco Europe, wie eine geplante Starlink-Anbindung und mobile Cockpits den Flottenbetrieb effizienter machen und dem Fachkräftemangel begegnen sollen.

Die Steuerung von Baumaschinen aus der Ferne rückt angesichts des zunehmenden Personalmangels in den Blick der Baumaschinenindustrie. Anstatt das Berufsbild komplett neu zu definieren, positioniert Kobelco das System K-Dive als pragmatische Lösung, um Maschinenführer effizienter einzusetzen. „Wir bieten Lösungen für den zunehmenden Mangel an qualifizierten Bedienern an und gehen davon aus, dass die Fernsteuerung von Maschinen in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird“, erklärt Kato im Exklusiv-Interview. Ein einziger Bediener soll aus einem zentralen Cockpit heraus mehrere Maschinen steuern und dabei unproduktive Anfahrtszeiten zu den Baustellen minimieren.

Marktstart parallel zur neuen Bagger-Baureihe

Die zugrundeliegende Technologie, die in Kooperationen mit Leica und Xwatch entstanden ist, wurde auf der Bauma 2025 vorgestellt. Nun steht ein konkreter Zeitplan für den europäischen Markt fest. Kobelco wird K-Dive laut Kato Ende 2027 zusammen mit einer neuen Bagger-Baureihe offiziell einführen. Aktuell liegt der Entwicklungsfokus der Japaner darauf, die Hardware für den Praxiseinsatz bezahlbarer zu machen und die noch ausstehenden europäischen Zertifizierungen abzuschließen. Die größte verbleibende Hürde sieht Kato nicht in den nationalen Vorschriften, sondern darin, den Bekanntheitsgrad der Teleoperation bei den europäischen Bauunternehmen zu steigern.

Eine latenzfreie Datenübertragung ist die absolute Grundvoraussetzung für die Teleoperation im Tiefbau. Um dies auch auf extrem abgelegenen Baustellen sicherzustellen, verlässt sich das Kobelco-System nicht ausschließlich auf den klassischen Breitbandausbau. „Das System kann sowohl Glasfaser-Internetverbindungen als auch Starlink-Satelliten-Internet nutzen“, betont Kato gegenüber bau.bi. Die Verbindungsqualität limitiert den Einsatzort demnach nicht mehr: „Solange an einem Standort eine dieser beiden Verbindungen vorhanden ist, sollte die Anbindung problemlos funktionieren.“ Vor Cyberangriffen schützt laut Kato die zentrale Datenspeicherung über die Cloud-Plattform Microsoft Azure.

Makoto Kato leitet den Bereich Solution Business Development bei Kobelco Europe. | Foto: Kobelco
Makoto Kato leitet den Bereich Solution Business Development bei Kobelco Europe. | Foto: Kobelco

Erkenntnisse aus dem Notfalleinsatz in Japan

In seinem Heimatmarkt Japan hat sich K-Dive bereits unter Extrembedingungen bei der Beseitigung eines Erdrutsches bewährt. Die dort gewonnenen Praxiserfahrungen fließen nun direkt in die Weiterentwicklung der Systemarchitektur ein. „Wir planen, das Cockpit für solche Notfallsituationen mobiler zu gestalten“, kündigt Kato an. Damit reagiert Kobelco auf den bautechnischen Bedarf, akute Gefahrenzonen schnell abzusichern, ohne das Baustellenpersonal physischen Risiken auszusetzen.

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Auswertung von Betriebsdaten und BIM-Anbindung

Neben der reinen Maschinensteuerung erfasst das Info-Dashboard der K-Dive-Plattform umfassende Betriebsdaten. Dazu gehören Betriebsstunden pro Flotte und Bediener sowie konkrete Verhaltensdaten und Videoaufzeichnungen der Bagger-Einsätze. Diese Datenmengen dienen Bauleitern zur Optimierung der Projektabläufe und eignen sich für die effiziente Schulung von Einsteigern im Maschinenbetrieb. Für die nächste Systemgeneration erwägt Kobelco laut Kato zudem die Integration von Building Information Modeling (BIM) direkt auf der Baustelle.

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