Dämmstoffverband kritisiert Brand-Darstellung
Vor der Ausstrahlung des Tatorts „Fackel“ übt die Dämmstoffbranche Kritik. Der Film stelle einen fachlich falschen Zusammenhang zwischen Dämmmaterialien und Hochhausbränden her und greife dabei reale Ereignisse wie den Grenfell-Brand verzerrt auf.


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Der ARD-Tatort „Fackel“, der am 22. März 2026 ausgestrahlt wird, sorgt schon im Vorfeld für Kritik aus der Bau- und Dämmstoffbranche. In der Ankündigung ist von einem „verheerenden Hochhausbrand infolge billiger Dämmmaterialien“ die Rede.
Der Industrieverband Hartschaum (IVH) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Geschäftsführerin Serena Klein spricht von einem „baufachlichen Zerrbild“, das einen fachlich nicht belastbaren Zusammenhang zwischen Baustoffen und Bränden herstelle.
Grenfell Tower: Realer Bezug als Auslöser der Kritik
Regisseur Rick Ostermann beziehe sich, so der IVH, bei der Handlung ausdrücklich auf den Brand des Grenfell Tower in London. Genau dieser reale Bezug verschärft nach Ansicht des Verbandes die Problematik. „Die Tatort-Episode ‚Fackel‘ erzählt ein baufachliches Zerrbild“, sagt Klein – sie stelle einen Zusammenhang dar, „der fachlich nicht belastbar ist und der Realität nicht entspricht“.
Grenfell Bericht: Ursachen lagen im Gesamtsystem
Der Abschlussbericht zur Grenfell-Katastrophe, der online einsehbar ist, kommt zu dem Ergebnis: Auslöser des Brandes war ein defekter Kühlschrank. Die schnelle Brandausbreitung wurde durch brennbare Aluminium-Verbundplatten mit Polyethylenkern begünstigt. Entscheidend waren jedoch vor allem Konstruktionsmängel, Defizite im Brandschutz sowie Fehler bei Planung, Regulierung und Kontrolle.
Beim Grenfell-Tower-Brand am 14. Juni 2017 in London starben 72 Menschen. Das Feuer im 24-stöckigen Wohnblock breitete sich innerhalb von 30 Minuten bis zum Dach aus.
EPS Dämmstoffe: Kein Einsatz am Grenfell Tower
Nach Angaben des Verbands kam am Grenfell Tower kein Polystyrol-Dämmstoff (EPS) an der Fassade zum Einsatz. Die Darstellung im Tatort könne daher zur Mythenbildung beitragen und eine verzerrte öffentliche Wahrnehmung fördern, befürchtet der IVH.
Brandschutz Deutschland: Strenge Regelwerke für Hochhäuser
Der IVH verweist zudem auf die in Deutschland geltenden Vorschriften. Hochhäuser unterliegen strengen bauordnungsrechtlichen Anforderungen, unter anderem der Muster-Hochhaus-Richtlinie. Verwendet werden demnach ausschließlich bauaufsichtlich zugelassene Systeme. Brände wie beim Grenfell Tower seien unter diesen Bedingungen nach Einschätzung des Verbands hierzulande nicht zu erwarten.
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Dämmstoffe: Bedeutung für Energie und Klimaschutz
Dämmstoffe sind laut IVH ein zentraler Bestandteil energieeffizienter Gebäudehüllen. Sie tragen wesentlich zur Reduzierung des Energieverbrauchs und damit zum Klimaschutz bei. Falsche Darstellungen könnten nicht nur zu Missverständnissen führen, sondern auch Verunsicherung beim Einsatz moderner Wärmedämmung auslösen.
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