Gerätehersteller diskutiert über Ökologie und Maschinen
Bei der Grünflächenpflege die ökologischen Auswirkungen im Blick behalten: Wie dies in der Praxis gelingt, darum ging es jetzt in einer Diskussionsrunde bei Gerätehersteller AS-Motor mit Branchenkennern. Welche Rolle spielen Technik, Mitarbeiter und Kommunikation dabei?

An der Diskussionsrunde, zu der das Unternehmen AS-Motor mit Sitz im baden-württembergischen Bühlertann eingeladen hatte, beteiligten sich Vertreter aus Wissenschaft, Praxis und Medien. Spätestens seit der öffentlichen Debatte um das bayerische Volksbegehren „Rettet die Bienen“ stehe die Mulchtechnik verstärkt in der Kritik, stellt der Hersteller von Spezialger äten für den Garten- und Landschaftsbau fest. Ein Anlass, die eigene Rolle kritisch zu hinterfragen – und sich mit den ökologischen Auswirkungen unterschiedlicher Pflegeentscheidungen auseinanderzusetzen.
Laut AS-Motor, eine Marke der US-amerikanischen Ariens Company, zeigte die Diskussion, dass es in der ökologischen Grünflächenpflege gleich mehrere Zielgrößen gibt: Erhalt der Artenvielfalt, Sicherung von Biotopverbünden und Landschaftsdurchgängigkeit. Pflege bewege sich dabei innerhalb klarer Rahmenbedingungen, etwa mit Blick auf Verkehrssicherheit, rechtliche Vorgaben, Wirtschaftlichkeit und gesellschaftliche Akzeptanz. Priorisierung sei unvermeidbar. Pflege müsse flächenbezogen und zielabhängig geplant werden.
Besonders hohe ökologische Bedeutung haben demnach Flächen mit geringer Nutzung, aber hoher Vernetzungswirkung. Dazu zählten Straßenbegleitgrün, Ackerrandstreifen, Waldränder, Streuobstwiesen, kommunale Grünflächen sowie Privatgärten. Gerade lineare Strukturen übernehmen eine zentrale Funktion im Biotopverbund.
Warum Grünflächenpflege unverzichtbar ist

Nichtpflege ist keine tragfähige Option – darüber herrschte in der Diskussionsrunde Einigkeit. Als Kulturlandschaft seien viele Flächen auf gezielte Pflege angewiesen, um Verbuschung, Arten- und Funktionsverlust zu vermeiden. Entscheidend seien Mähzeitpunkt, M ähhäufigkeit, Schnitthöhe, Flächenaufteilung sowie rotierende und mosaikartige Pflegeansätze, hieß es. Als besonders praktikabel wurde eine Wechselpflege bewertet: intensiv gepflegte Bereiche dort, wo es erforderlich ist, und extensiv gepflegte, bewusst gestaffelte Teilflächen in angrenzenden Bereichen.
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Auch die Rolle der Technik wurde in der Runde differenziert betrachtet. Maschinen sind demnach Mittel zum Zweck, nicht die Lösung an sich. Balkenmäher können naturschutzfachliche Vorteile bieten, sind jedoch nicht überall wirtschaftlich oder geländebedingt sinnvoll einsetzbar, hieß es in der Runde. Mulcher und Sichelmähwerke können demnach bei angepasstem Einsatz ökologisch sinnvoll arbeiten. Entscheidend sei eben nicht nur der Maschinentyp, sondern das gesamte Pflegekonzept und seine konsequente Umsetzung.
In der Praxis zeige sich zudem, dass ökologisch orientierte Grünflächenpflege nicht zwangsläufig mit höheren Kosten verbunden ist, so AS-Motor. Reduzierte Mahdhäufigkeit könne Mehraufwand ausgleichen. Herausforderungen bestünden weiterhin bei der Entsorgung von Schnittgut sowie bei begrenzten Investitionsmöglichkeiten in neue Technik.
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Kommunikation spielt in der Praxis eine Rolle
Als Schlüsselfaktor wurde die Kommunikation in der Diskussionsrunde identifiziert. Konflikte entstehen demnach weniger aus fachlichen Gründen als aus ästhetischen Erwartungen. Flächen, die ungewohnt oder unordentlich wirkten, stießen ohne Erklärung auf Ablehnung. Entscheidend sei eine erklärende, kontinuierliche Kommunikation, die Verständnis schaffe und positive Beispiele sichtbar mache. Das Leitbild einer „geordneten Unruhe“ wurde dabei mehrfach genannt.
Ebenso zentral ist die Rolle der Mitarbeiter. Veränderung gelinge nur mit den Menschen, die Pflege umsetzen, hieß es in der Runde. Wissen, Einbindung und Wertschätzung fördern Verantwortung und Motivation. Viele praktikable Lösungen entstehen aus der Erfahrung vor Ort.
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Quelle: AS-Motor
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