Wie Derwald Controlling und Finanzsteuerung digitalisiert
Der Generationswechsel in der Baubranche fällt in wirtschaftlich anspruchsvolle Zeiten. Steigende Baukosten, komplexere Finanzierungen und volatile Märkte erhöhen den Druck auf Familienunternehmen. Wie digitale Finanzsteuerung diesen Übergang erleichtern kann, zeigt das Beispiel der Dortmunder Bau- und Immobiliengruppe Derwald.

Viele traditionsreiche Bauunternehmen sind seit Jahrzehnten familiengeführt. Das soll auch so bleiben – zumindest, wenn es nach den Altinhabern geht. So zeigt eine Studie der KfW aus dem Jahr 2025, dass über 50 Prozent der Inhaber an Familienmitglieder übergeben möchten. Gleichzeitig lehnen aber 47 Prozent der in Frage kommenden Angehörigen eine Übernahme ab. In der Konsequenz ist das Durchschnittsalter der Inhaber mit über 54 Jahren so hoch wie nie zuvor.
Generationswechsel in der Baubranche: Eine strukturelle Herausforderung
Ein wesentlicher Grund für das Scheitern von Unternehmensübernahmen und die häufig folgenden Betriebsschließungen ist die sehr unterschiedliche Arbeitsweise der Generationen. Die Seniorführung entscheidet oft über Erfahrung und Bauchgefühl, während potenzielle Nachfolger digital und datenbasiert arbeiten wollen. Die Umstellung erweist sich oft als kompliziert und langwierig. Gleichzeitig haben sich die Herausforderungen der Branche in den vergangenen Jahren spürbar erhöht, was Nachfolger mutmaßlich abschreckt.
Steigende Baukosten, höhere Refinanzierungsanforderungen und komplexere Projektkalkulationen verlangen nach genauer wirtschaftlicher Steuerung. Transparente, aktuelle Finanzdaten spielen dabei eine immer wichtigere Rolle – insbesondere, wenn sich Führung und Verantwortung im Rahmen eines Generationswechsels neu ordnen.
Generationswechsel im Familienunternehmen Derwald
Ein Betrieb, der diese Probleme genau kennt, ist das Dortmunder Bau- und Immobilienunternehmen Derwald. Die Unternehmensgruppe vereint Projektentwicklung, klassisches Baugeschäft und einen breit aufgestellten Immobilienservice. Mit Fokus auf vorausschauender Planung, kurzen Entscheidungswegen und verlässlichen Strukturen begleitet das Familienunternehmen unterschiedlichste Projekte wie Wohnhäuser, Firmengebäude und öffentliche Einrichtungen von der ersten Idee bis zur langfristigen Bewirtschaftung.

Als Maximilian Derwald (30) in die Geschäftsführung eintrat, befand sich das Unternehmen in einem strukturellen und kulturellen Übergang. „Zum Start der vierten Generation hatten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändert, während gleichzeitig der Transfer von Wissen und Verantwortung innerhalb der Familie anstand", sagt er. „Für uns ist klar, dass die Anforderungen an Geschwindigkeit und Transparenz in der Entscheidungsfindung weiter zunehmen werden.“
Unternehmensführung mit drei Generationen
Der Übergang bei Derwald ist vom intensiven Austausch dreier Generationen und dem gegenseitigen Respekt gegenüber der Expertise des jeweils anderen geprägt. Während es sich Maximilian zur Aufgabe gemacht hat, die wirtschaftliche Steuerung zu modernisieren, Transparenz zu schaffen und die Finanz- und Controlling-Prozesse weiterzuentwickeln, verantwortet sein Vater Falko mit seiner jahrzehntelangen Branchenerfahrung als Bauingenieur die technisch‑operativen Unternehmensbereiche. Komplettiert wird das Führungstrio durch Maximilians Großvater Walter Derwald, der sich vor allem auf komplexe Grundstücksentwicklungen konzentriert, bei denen sein Netzwerk und sein besonderes Fingerspitzengefühl im Umgang mit Stakeholdern gefragt sind. „Für mich als junge Führungskraft ist es unglaublich wichtig, von langjährigen Mitarbeitenden zu lernen, die viel mehr fachliche Erfahrung in der Baubranche mitbringen als ich. Genauso entscheidend war es aber auch, direkt Verantwortung in eigenen Themenbereichen zu übernehmen. Weniger als passiver Empfänger einer Übergabe, sondern vielmehr im Sinne einer aktiven Übernahme“, erklärt Maximilian Derwald.
Juniorchef will digitale Tools nutzen
Mit seinem Wissen um betriebswirtschaftliche und finanzielle Zusammenhänge, die er sich im BWL-Studium und in seiner vorherigen Tätigkeit im Finanzbereich aneignete, erkannte er schnell, dass vor allem im Controlling noch Potenzial lag. Auswertungen waren zeitintensiv, Informationen lagen verteilt vor und Entscheidungen erforderten Abstimmungen über mehrere Ebenen hinweg – eine typische Situation in gewachsenen Familienunternehmen. Dabei ist es gerade während der Phase des Generationswechsels entscheidend, dass Daten strukturiert vorliegen, Analysen schnell verfügbar sind und Kennzahlen ohne Umwege interpretierbar bleiben. Als Digital Native hat Maximilian Derwald zu diesem Zweck digitale Tools für Steuerung und Monitoring im Unternehmen eingeführt. Diese Lösungen schaffen genau den Raum, den er für seine Rolle benötigt: eine moderne, datenbasierte Grundlage, um Verantwortung zu übernehmen, eigene Impulse einzubringen und die Weiterentwicklung des Unternehmens aktiv mitzugestalten.
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Digitale Finanzsteuerung im Bauunternehmen
Vor allem den KI‑Finanz-Sprachassistenten "CANEI.luna" nutzt Max Derwald gern. Dieser bereitet Kennzahlen wie Cashflow, Profitabilität oder Kostenstrukturen direkt aus den Unternehmensdaten auf und macht Abweichungen schnell sichtbar. „Die App ist eine große Hilfe dabei, versteckte Kosten zu finden und diese zu reduzieren. Damit kann sich jeder Unternehmer einen umfassenden Überblick über seine Finanzen verschaffen und sich auch ohne tiefgreifendes Wissen in diesem Bereich professionell auf Bankgespräche oder Termine beim Steuerberater vorbereiten“, sagt er.

Daten als Basis im Generationswechsel
„Am Beispiel des Generationswechsels zeigt sich immer wieder ganz deutlich, wie wichtig eine zentrale Datenbasis und digitale Unterstützung für eine moderne Steuerung sind“, sagt Marcus Linnepe, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender von Canei. „Mit unseren Lösungen schaffen wir umfassende Kostentransparenz. Das ist ein mächtiger Hebel, da viele Kosten vermeidbar sind. So können Unternehmer ihre Rendite signifikant steigern, ohne ihren Umsatz zu erhöhen.“

Neue Perspektiven für wirtschaftliche Entscheidungen
* Autor Atilla Gümüs ist Chief Financial Officer (CFO) der CANEI AG
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