Geht Kirschlorbeer in Ordnung – oder nicht?
Am Kirschlorbeer scheiden sich die Geister. Einerseits schätzen ihn Gartenbesitzer als immergrünen und schnellwüchsigen Sichtschutz, andererseits lehnen Gegner ihn als nicht heimischen und giftigen Billigbusch ab. B_I galabau spricht mit Nadja Krause, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie, über die umstrittene Heckenpflanze.

Ist Kirschlorbeer tatsächlich so schlecht wie sein Ruf – was spricht für oder gegen die Pflanze?
Prinzipiell ist eine Hecke, auch aus Kirschlorbeer, aus meiner Sicht immer noch sinnvoller als Steingabionen oder Stabmattenzäune mit eingewebten Plastikelementen. Die Pflanzen produzieren immerhin Sauerstoff, binden Kohlendioxid und Feinstaub, erzeugen Verdunstungskälte und bieten durchaus Lebensraum für Vögel, Käfer und Spinnen.
Wenn im Garten bereits Kirschlorbeer wächst, sollte dieser entfernt werden?
Krause: Ich bin da sehr zwiegespalten. Ist eine Umgestaltung des Gartens geplant oder habe ich zum Beispiel die für mich „falsche“ Sorte ausgewählt, weil das Wachstum zu stark ist und ich mit dem Schnitt kaum hinterherkomme, dann, ja, kann weg. Wenn die Pflanzung ansonsten im Garten funktioniert und mit den Standortbedingungen gut zurechtkommt, eher nein. Die Frage ist ja hierbei, welche Alternative soll gepflanzt werden? Ein Austausch gegen Thuja macht da keinen Sinn. Dann müsste tatsächlich auf den ökologischen Wert geschaut werden.

Welche Alternativen gibt es?
Weitere immergrüne Sträucher, die sich als Heckenpflanzen sehr gut eignen, sind Sorten der Stechpalme (Ilex x meserveae) oder die Frühlingsduftblüte (Osmanthus burkwoodii). Beide sind aber ebenfalls nicht heimisch bei uns. Buchsbaum (Buxus) ist zwar von seinem Wachstum her ebenfalls gut geeignet, leidet aber seit einigen Jahren so stark unter pilzlichem Blattfall und unter den Raupen des Buchsbaumzünslers, dass die meisten Gartenbesitzer/-innen sich scheuen, ihn zu pflanzen.


