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B_Ibaumagazin

Wie Capmo den Einsatz von KI im Bauprojektmanagement möglich macht

Capmo zählt zu den Softwarelösungen, die digitale Bauprojektabwicklung im deutschsprachigen Raum voranbringen. Das Unternehmen positioniert sich als Plattform, die Dokumentation, Kommunikation und Steuerung eines Projekts an einem Ort zusammenführt – zunehmend unterstützt durch künstliche Intelligenz. Im Gespräch mit dem B_I baumagazin erläutert Mitgründer Florian Biller, wie die Technologie heute eingesetzt wird und welche Entwicklungen er in der Branche erwartet.

KI im Bauprojektmanagement: Capmo setzt auf intelligente Baustellen-Software
Im Gespräch mit dem B_I baumagazin erläutert Capmo-Mitgründer Florian Biller, wie KI heute eingesetzt wird und welche Entwicklungen er in der Branche erwartet. | Foto: Capmo

Capmo versteht sich als digitale Projektakte: Pläne, Verträge, Protokolle, Fotos, Bautagesberichte oder Mängelmeldungen werden in einem gemeinsamen Datenraum verwaltet. Biller betont, dass Capmo bewusst nicht in Konkurrenz zu CAD- oder ERP-Systemen treten wolle. Die Software setze dort an, wo Bauunternehmen im Alltag viel Zeit verlieren: bei der Organisation und beim Abgleich zahlreicher Informationsquellen. „Wir wollen nicht alles selbst machen, aber das, was wir machen, soll möglichst intuitiv funktionieren“, so Biller.

Zentrale Plattform statt verteilter Informationen

In vielen Betrieben liegen relevante Daten in verschiedenen Systemen. Über Integrationen wie etwa eine Zwei-Wege-Schnittstelle zu SharePoint werden diese automatisch synchronisiert. Dadurch müssen Anwender nicht entscheiden, wo ein Dokument abgelegt wird – beide Systeme bleiben konsistent. „Was im SharePoint liegt, liegt auch in Capmo und andersherum“, fasst Biller zusammen.

KI für Suche, Struktur und Entlastung

Seit knapp zwei Jahren ist KI in Capmo integriert. Die Funktionen wurden laut Biller schrittweise erweitert: eine kontextbezogene Suche, automatisierte Berichtserstellung, Spracherkennung sowie Hinweise auf Abweichungen in Zeitplänen oder Dokumenten.

Ein Schwerpunkt liegt auf der intelligenten Suche. Die KI durchsucht nicht nur Stichworte, sondern erkennt inhaltliche Zusammenhänge. So findet sie beispielsweise Dokumente zum Korrosionsschutz auch dann, wenn dort lediglich von Rostfreiheit die Rede ist. Entscheidend ist die Verknüpfung mit sämtlichen Projektdaten – von Plänen über Besprechungsprotokolle bis hin zu Fotos. „Im Unterschied zu allgemeinen KI-Tools müssen unsere Nutzer keine Unterlagen hochladen – Capmo kennt den Projektkontext bereits“, erklärt Biller.

Für die tägliche Arbeit auf der Baustelle spielt die Spracherkennung eine große Rolle. Bauleiter können ins Handy sprechen, während die KI die Inhalte in strukturierte Berichte überträgt. Biller beschreibt das als „eine Art Diktiergerät, das gleich mitdenkt“: Aus einer gesprochenen Notiz werden automatisch Bautagesberichte oder Mängel generiert.

Unterstützung im Projektalltag

Die KI fungiert zugleich als Assistenzsystem. In einer Projektübersicht fasst Capmo relevante Punkte zusammen – Fristen, offene Aufgaben, neue Dokumente oder erkannte Widersprüche zwischen Zeitplan und Vertrag. Für anstehende Baubesprechungen erstellt das System eine kompakte Vorbereitung: wer beteiligt ist, welche Punkte aus dem letzten Termin noch offen sind und was seitdem passiert ist.

Biller formuliert den Anspruch so: „Wir wollen, dass Capmo die Nutzer proaktiv unterstützt – nicht durch spektakuläre Automationen, sondern durch gut vorbereitete Informationen für die nächsten Schritte.“

Weniger Risiko für Fehlinterpretationen

Halluzinationen – also erfundene Inhalte – gelten als typische Schwachstelle vieler KI-Systeme. Diese Gefahr sei bei Capmo reduziert, betont Biller. Die KI greift ausschließlich auf projektinterne Daten und strukturiertes Branchenwissen zu, nicht auf offene Internetquellen. Dadurch sei der Kontext klar definiert.

Die verschiedenen KI-Funktionen von Capmo sollen den Informationsfluss erleichtern, Routineaufgaben reduzieren und Abweichungen frühzeitig sichtbar machen. | Foto: Capmo
Die verschiedenen KI-Funktionen von Capmo sollen den Informationsfluss erleichtern, Routineaufgaben reduzieren und Abweichungen frühzeitig sichtbar machen. | Foto: Capmo

Zusätzlich sei das Modell so eingestellt, dass es lieber auf eine fehlende Information hinweise, statt eine unsichere Antwort zu liefern. „Das ist manchmal weniger bequem“, sagt Biller, „aber es sorgt für verlässlichere Ergebnisse.“

Datenschutz und Geschäftsmodell als Entscheidungsfaktoren

Viele Unternehmen begegnen KI mit Zurückhaltung, nicht zuletzt aus Datenschutzgründen. Biller hält die Sorge grundsätzlich für berechtigt. Er empfiehlt, auf den Standort und das Geschäftsmodell eines Anbieters zu achten: Bei Capmo beruhen Einnahmen auf einem Abo-Modell, nicht auf der Nutzung von Projekt- oder Unternehmensdaten. Laut eigener Aussage werden diese nicht für Trainingszwecke verwendet. Die Datenverarbeitung erfolgt in zertifizierten Rechenzentren in Deutschland.

In der Praxis beobachtet Capmo jedoch, dass restriktive KI-Verbote in Unternehmen dazu führen, dass Mitarbeiter sensible Dokumente privat in offene KI-Tools hochladen. „Das ist aus unserer Sicht das größere Risiko“, so Biller. Entsprechend setze Capmo auf Aufklärung – etwa durch Webinare mit Praxisberichten und rechtlichen Einordnungen.

Breiter Ansatz statt Spezialisierung

Während einige Anbieter sich auf einzelne KI-Funktionen wie die automatisierte Protokollerstellung konzentrieren, verfolgt Capmo einen breiteren Ansatz: Die KI greift übergreifend auf sämtliche Projektinformationen zu. Dadurch können Zusammenhänge erkannt werden, die in einer isolierten Anwendung nicht sichtbar wären.

Integration spielt dabei eine zentrale Rolle. Neben SharePoint ist unter anderem das digitale Lieferscheinsystem des Unternehmens Vestigas angebunden; weitere Schnittstellen werden laufend ergänzt. „Wir glauben, dass der Mehrwert vor allem aus der Verknüpfung der Informationen entsteht“, sagt Biller.

Entwicklung der Nutzung: viel Potenzial nach oben

Technologisch sei bereits jetzt ein breites Spektrum möglich, meint Biller. Herausfordernd sei weniger die Technologie selbst als deren Einführung. Viele Bauunternehmen seien im Umgang mit KI noch zurückhaltend. Den aktuellen Nutzungsgrad schätzt er als „sehr niedrig“ ein.

Gleichzeitig entwickelt Capmo seine Funktionen kontinuierlich weiter. „Wir haben inzwischen zehn bis zwölf verschiedene KI-Anwendungsbereiche, in denen Prozesse automatisiert werden“, sagt Biller. Zugleich mache die Entwicklung kaum Pausen: „Es vergeht aktuell keine Woche, in der nicht etwas Neues dazukommt.“

Er erwartet, dass die Nutzung in den nächsten Jahren stark zunimmt – vor allem aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels und steigender Dokumentationsanforderungen. Auch intern beobachtete Capmo deutliche Effizienzgewinne: Entwickler würden heute mehr Aufgaben bewältigen als noch vor zwei Jahren, unter anderem durch KI-gestützte Tools. „Das zeigt uns, was möglich ist, wenn man die Technologie konsequent nutzt.“

Wie KI die Projektabwicklung verändert

Capmo entwickelt seine Plattform kontinuierlich in Richtung eines kontextsensitiven Assistenzsystems, das Bauprojekte strukturiert, dokumentiert und inhaltlich begleitet. Die verschiedenen KI-Funktionen sollen den Informationsfluss erleichtern, Routineaufgaben reduzieren und Abweichungen frühzeitig sichtbar machen. Wie schnell solche Systeme im Alltag der Bauunternehmen etabliert werden, hängt nach Einschätzung Billers weniger von technologischen Grenzen als von der Bereitschaft zur Nutzung ab.

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